Bis zum Jahresende verabschiedet sich die ARD von tagesschau24, ARD alpha und ONE. Fans einiger ikonischer TV-Serien dürfte das ganz schön vor den Kopf stoßen. Doch nun gibt es Einblicke in die Hintergründe dieser Entscheidung.
ARD und ZDF mit klarer Neuausrichtung – doch dafür musste eingespart werden
ZDF-Intendant Norbert Himmler und der ARD-Vorsitzende Florian Hager gaben DWDL ein Interview und haben interessante Einblicke in die Neuausrichtung der ARD-Sender nach dem neuen Reformstaatsvertrag gegeben – vor allem mit Fokus auf die neuen Sender. Dabei arbeiten beide Sendeanstalten verstärkt miteinander, wenn z. B. Phoenix Nachrichten gemeinsam von „ARD aktuell“ und „ZDFheute“ bekommt.
Doch für die Neuausrichtung müssen Köpfe rollen – oder bei ARD und ZDF vielmehr Programme. Zur Frage, welche Kanäle gestrichen werden und welche stattdessen mehr Ressourcen erhalten, hat Norbert Himmler eine klare Antwort:
Wir haben uns gefragt, was sind die reichweitenstärksten und erfolgversprechendsten Angebote für die jeweiligen Zielgruppen. Die Kanäle haben wir gemeinsam ausgewählt, egal wer sie bisher veranstaltet hat.
Dafür kamen schließlich Phoenix, neo und info infrage. Was nicht explizit gesagt, aber klar impliziert wurde, ist das Aus für die weniger reichweitenstarken Sender. Dabei fokussieren sich ARD und ZDF verstärkt auf digitale Inhalte, wie Florian Hager ausführt:
Klare Ausrichtung aufs Digitale, klare Ausrichtung auf unser Publikum. Wir haben die Zielgruppen im Blick, die Medien zunehmend digital nutzen. [...] Für den Übergang nutzen wir die lineare Reichweite der gemeinsam veranstalteten Programme bestmöglich.
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So wollen sich ARD und ZDF gemeinsam neu ausrichten
Beim Fokus auf ihre digitale Ausrichtung verweisen die beiden auf ihre Angebote KiKA und funk. Sie wollen dabei das lineare Programm nicht aufgeben, sondern einen langsamen Übergang ermöglichen. Himmler erklärt:
Unsere eigene Strategie, aber auch die Perspektive, die dem Reformstaatsvertrag immanent ist, verweist auf die digitale Zukunft. Die Bedeutung der linearen Angebote ist immer noch immens, aber sie nimmt ab. Jetzt geht es darum, den Übergang in die künftige Medienwelt zu gestalten, die stärker von non-linearer Nutzung geprägt ist.
Die größte Herausforderung bleibt jedoch das Wie; hierzu hält sich Hager bislang bedeckt:
Das ist alles andere als trivial, was jetzt auf uns zukommt. Da müssen wir nicht mal über Inhalte, Portfoliostrategien, Programmplanungen und Workflows sprechen, die alle noch erarbeitet werden müssen.
Zumindest im Kulturbereich muss sich das öffentlich-rechtliche Publikum keine Sorgen machen. 3sat und arte sollen in ihrer Form erhalten bleiben – 3sat soll darüber hinaus noch Inhalte von „europäischen Plattforminitiativen“ bekommen.
Von den 3 Sendern tagesschau24, ARD alpha und ONE, die bis zum Jahresende geschlossen werden, fallen natürlich auch einige Serien aus dem Programm. Hier findet ihr eine Übersicht, welche Serien betroffen sind.