"Ich bin da gut reingewachsen": Jäger Sebastian Jacoby verrät im TVSTARTS-Interview, wie er heute noch zu seinem "Gefragt – Gejagt"-Namen "Quizgott" steht
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„Gefragt – Gejagt“ gibt es seit über 1.000 Folgen und Sebastian Jacoby ist schon seit 13 Jahren als Jäger ein fester Bestandteil der Show. Zur Jubiläumsstaffel stellt er sich den Fragen der TVSTARTS-Redaktion.

ARD/Uwe Ernst
Von Adrian Königer

2013 stieß Sebastian Jacoby als Jäger zu „Gefragt – Gejagt“ und gehört mittlerweile zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Quizshow. Darüber hinaus ist er auch bekannt durch seinen Erfolg beim „Super-Champion“ und die Auftritte in diversen Spielshows, wie „Quizduell-Olymp“, „Klein gegen Groß“ oder „Wer weiß denn sowas?“.

Passend zur Jubiläumsstaffel der beliebten ARD-Sendung stellt er sich einem Interview mit TVSTARTS, in dem er von seinem liebsten Moment aus 14 Jahren „Gefragt – Gejagt“ berichtet, die Herkunft seines Spitznamens „Quizgott“ preisgibt und auch verrät, welche Filme er gerne schaut.

TVSTARTS: Können Sie sich erinnern, welche die erste große Quizshow war, die Sie geschaut haben oder die Sie begeistert hat?

Sebastian Jacoby: Ich weiß, dass ich sehr gerne auch selbstständig „Der große Preis“ mit Wim Thoelke geguckt habe, auch schon mit meiner Verwandtschaft in Duisburg. Sie müssen sich ja vorstellen, dass ich in Oberstdorf aufgewachsen bin, aber auch schon öfter bei den Verwandten meiner Mutter in Duisburg war. Und da gab es dann auch mehr Fernsehabende als jetzt in der Heimat. Ich glaube aber, dass ich davor mit meinen Eltern auch schon ganz gerne mit Hans-Joachim Kulenkampff „Einer wird gewinnen“ gesehen habe.

TVSTARTS: Hatten Sie dann schon vor „Gefragt – Gejagt“ Erfahrungen mit Quizshows gemacht? Sie waren ja mal bei „Der Quiz-Champion“, oder?

Sebastian Jacoby: Das war 2012 „Der Super Champion“. Die erste Ausgabe wurde danach in „Der Quiz Champion“ umbenannt. Davor hatte ich als Teilnehmer oder Zuschauer keine persönliche Erfahrung mit Quizshows. Ich war zwar mal als junger Mann mit zehn Jahren im Fernsehen in einer ZDF-Sportsendung, die hieß „Pfiff“. Da haben wir das gemeinsame Curling-Team von uns vieren damals als Kinder vorgestellt, aber mit Quiz bis dahin nicht.

TVSTARTS: Aber hatten Sie Interesse?

Sebastian Jacoby: Ja, klar. Ich habe grundsätzlich im Fernsehen fast jedes Quiz gesehen, das irgendwo lief. Aber ich habe mich nie als Kandidat beworben.

TVSTARTS: Und wie sind Sie dann zu „Gefragt – Gejagt“ gekommen? Über Herrn Klussmann, oder?

Sebastian Jacoby: Ja, in unserer ersten Staffel 2012 war, mit gerade mal sechs Folgen, Holger Waldenberger als Jäger gesetzt, aber das lief damals noch im NDR Fernsehen. Sollte die Option bestehen, dass es weitergeht, müsste man erstmal testen, ob dann die Jägerzahl erhöht werden sollte. Als Holger sein Engagement vorerst beendete – er kam ja später noch einmal zurück –, schlug Klussmann mich vor. Das fiel zeitlich mit meinem Sieg beim „Super-Champion“ zusammen. Die Aufzeichnung war im April 2012, die Ausstrahlung ein paar Wochen später. Und die Macher bei ITV, unserer Produktionsfirma, die wussten dann auch schon, wen sie da nach Berlin einladen zum Casting. Aber Klussmann war natürlich von ganz entscheidender Bedeutung, ja.

Sebastian Jacoby am Jägerpult. ARD/Arne Vollstedt
Sebastian Jacoby am Jägerpult.

TVSTARTS: Kannten Sie das britische Original „The Chase“?

Sebastian Jacoby: Nein, ich hatte davon erst gehört, als ich eine Einladung zu „Gefragt – Gejagt“ bekommen habe. Und dann habe ich mir die Folgen angesehen und war ziemlich begeistert von dem Format. Wir sind ja alle eingeschworene Quizzer und Quiz ist ein Nischenphänomen gewesen. Es ist natürlich über das Pubquiz ein bisschen mehr in die deutsche Gesellschaft eingedrungen, aber damals war es schon noch eine ziemlich große Nische. Und da hätte man ja nie geglaubt, dass man mit dieser Leidenschaft eben lange Zeit ins deutsche Fernsehen kommen könnte. Also war das eigentlich ein gefundenes Fressen für jeden, der ein paar Augen hat, um zu sehen: Eine Quizshow, die wirklich wettbewerbsorientiert ist, ganz ab vom sonstigen deutschen Mainstream. Sehr britisch, ja, aber eben auch mit diesem sehr spannenden Finale. Da habe ich schon gedacht, das kann was werden.

TVSTARTS: Sie haben zum Start ja den Namen „Quizgott“ gewählt, den Sie immer noch innehaben. Wie kamen Sie auf den Namen?

Sebastian Jacoby: Es war kein Prozess, sondern kurz vor den ersten Aufzeichnungen. Da wurde eine Redaktionskonferenz gemacht und dann ein paar Vorschläge ausgetauscht. Ich war da relativ handzahm und „Quizgott“ war dann eher die Idee der Redaktion, die aber natürlich auch deutlich mehr Erfahrung im Medienbusiness und mit Quizsendungen hatte. Ich habe mir dann irgendwann gesagt: 'Klappern gehört zum Geschäft.' Also muss ich auch diesen Namen akzeptieren. Und ja, ich glaube, ich bin da ganz gut reingewachsen. Aber es soll eben keine Hybris sein.

TVSTARTS: Sie gelten ja tatsächlich als einer der stärksten Jäger und haben noch immer eine Siegquote von 81 Prozent im Finale. Also würden Sie den Namen immer noch so wählen, wie er jetzt ist?

Sebastian Jacoby: Unter der Voraussetzung, dass ich ihn so nicht persönlich mit Macht gewählt habe, würde ich den Namen jetzt akzeptieren, so wie er ist. Aber ohne, dass da eine religiöse Komponente reinkommt. Sie müssen sich vorstellen, dass ich da natürlich auch immer noch jede Menge Zuschriften bekomme. Ich bin ein Mensch, der an Gott glaubt, auch wenn ich jetzt nicht in einer Kirche aktiv bin. Aber ich würde damit keinerlei Anspruch in diese Richtung erheben. Es geht einfach nur um ein Qualitätssymbol in einer Quizsendung und mehr ist es auch nicht.

Sebastian Jacoby über seine Favoritenrolle bei "Gefragt – Gejagt"

TVSTARTS: Bleiben wir mal bei der Favoritenrolle, denn so werden Sie ja gehandelt. Bei den Kandidat*innen gelten die Jägerinnen und Jäger immer als Favoriten, aber würden Sie sich auch als Favorit unter den Jägern sehen? Aufgrund der Statistiken oder des Namens?

Sebastian Jacoby: Die anderen Namen sind teilweise etwas mehr auf persönliche Charaktereigenschaften bezogen. Beim „Bibliothekar“ war es sein Job. Klussmann ist im privaten Umgang natürlich kein Besserwisser, weshalb meiner als einziger so heraussticht – auch wenn Waldenbergers Titel anfangs mit „Quizmaschine“ und dann „Der Gigant" ebenfalls Superlative waren.

Im Deutschen Quizverein treten wir regelmäßig gegeneinander an. Jeder hat seine Stärken: International ist zum Beispiel deutlich Sebastian Klussmann vorne, bei Welt und Natur Manuel Hobiger. Adriane Rickel ist bei Lifestyle- und Naturfragen ganz vorne dran und Annegret Schenkel und Thomas Kinne eher bei Film- und Literaturfragen. In der Sendung selbst gibt es natürlich verschiedene Kriterien. Ich habe zwar die höchste Geschwindigkeit und Siegquote im Finale, die Damen schalten dafür mehr Kandidaten in der Multiple-Choice-Runde aus. Und außerdem treten wir in der Show untereinander auch gar nicht im Wettkampf an.

TVSTARTS: Das stimmt, aber wenn Alexander Bommes die Kandidat*innen nach ihrem Wunschjäger fragt, werden Sie gerne gemieden – vermutlich, weil Sie als Favorit gelten?

Sebastian Jacoby: Mag sein, dass sich ein gewisser Ruf in diese Richtung aufgebaut hat, aber ich führe ja die Statistik mit und sehe das meistens eher über ein bisschen allgemeinere Kriterien. Ich habe ja zum Beispiel von dieser berühmten 14er-Lücke im Finale gesprochen. Aber aus den Daten gehen natürlich die Kennzahlen hervor. Im Finale mag das bisher stimmen, aber durchaus sollte man sich vor Adriane Rickel in den Head-to-Head-Duellen sehr vorsehen.

TVSTARTS: Kommen wir zum Jubiläum. Vor knapp zwei Monaten feierte „Gefragt – Gejagt“ die 1000. Folge. Haben Sie denn ein persönliches Highlight aus 14 Jahren?

Sebastian Jacoby: Also ich muss ganz deutlich sagen, ich erinnere mich am meisten an die Folge mit meinem Freund, leider verschieden, Klaus-Otto Nagorsnik, als er mit dem Kofferradio und dem Panama-Hut auftrat. Diese Folge war seine Urlaubsrückkehr nach unserer Winterpause quasi, die ich sehr, sehr gut fand. Ich denke oft an ihn. Bei mir persönlich war es auch eine sehr frühe Folge, als ich das erste Mal 20 Punkte im Finale geholt habe – sogar noch gegen eine Bekannte von mir hier aus Münster. Und dann natürlich unser Gesangsauftritt für Alexander Bommes, 'die Nervensäge Bommes'. Das war auch ein toller Moment und seine Reaktion war dann eher schwach später.

TVSTARTS: Ja, darüber lässt sich streiten. (lacht)

Sebastian Jacoby: Ja, bei uns lässt sich immer streiten. (lacht)

TVSTARTS: Das stimmt, das war ja eine XXL-Ausgabe. Die gibt es weiterhin jedes Jahr mit sehr geeigneten Promis. Gibt es nach all den Jahren noch Prominente, gegen die Sie gerne antreten würden?

Sebastian Jacoby: Ja, wir werden tatsächlich von den zuständigen Abteilungen da auch mal gefragt, wen wir uns vorstellen könnten. Aber da muss man natürlich auch sehen, ob die Leute verfügbar und überhaupt bereit sind, in Quizshows anzutreten. Ich als Wintersportfan aus Oberstdorf habe natürlich dann auch immer die Hoffnung, dass mal so jemand wie Johannes Rydzek bei uns auftritt, der jetzt nach sehr vielen erfolgreichen Jahren der Nordischen Kombination zurückgetreten ist, oder Katharina Schmid, unsere große Skispringerin.

Ich bin, auch wenn es da im letzten Jahr ein bisschen Kritik gab, großer Fan von Denis Scheck vom Literaturmagazin „Druckfrisch“. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass er wirklich stark sein könnte und bei uns für einen guten Zweck etwas einspielen könnte. Und dann hätte man auch mal jemand mit einem schicken Anzug und schönen Krawatten, der da ein bisschen mithalten könnte. Ich würde mich auch freuen, wenn sich Kai Pflaume vielleicht mit seinen Jungs traut, bei uns mal anzutreten. Steven Gätjen wäre auch mal so eine Idee, der viele Quizshows schon moderiert hat. Aber Günther Jauch werden wir wohl nicht dazu bringen, in diese Sendung zu kommen.

TVSTARTS: Aber Günther Jauch war ja immerhin mal bei „Wer weiß denn sowas?“. Also ist es vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich?

Sebastian Jacoby: Ja gut, das sind aber zwei vollständig verschiedene Sendungen. Ich bin ja sehr gerne bei „Wer weiß denn sowas?“. Die Sendungen haben beide ihr Recht. Aber bei der einen, da geht es quasi nicht um Geld. Da gewinnen die Zuschauer hinter dir. Und die Fragen sind natürlich aus meiner Sicht als Fragen-Autor eher skurril. Da geht es weniger darum, ob die Fragen gewusst werden können, sondern dass man sich da heranarbeiten kann. Bei 'Gefragt – Gejagt' sollten die Fragen dann doch eher beantwortbar sein. Es geht eher um die Masse, um die Länge teilweise, um die verschiedenen Themen, die da abgedeckt sind, aber nicht unbedingt um die Skurrilität. Und ich denke dann auch, dass er sich vielleicht dann keine Blöße geben will, was ich auch völlig verstehen kann. Es ist bei uns teilweise etwas schwierig in der XXL-Sendung. Aber in den letzten Jahren haben wir dann schon die richtige Mischung an Leuten gefunden.

TVSTARTS: Sie waren außerhalb von „Gefragt – Gejagt“ nur in Quizshows zu sehen – wenn man jetzt Gesprächsformate außen vor lässt.

Sebastian Jacoby: Ja, es gibt noch eine Sendung, die ich mit SPIEGEL TV gemacht habe: 'Deutschlands größte Geheimnisse'. Das ist ein Greenscreen-Format, bei dem bestimmte Menschen Geheimnisse kommentieren und erraten müssen. Ein schönes Format, das an ein Quiz erinnert und aktuell auf Sat.1 wiederholt wird.

TVSTARTS: Ihr Kollege, Herr Klussmann, der hat sich auch mal rausgewagt aus dem Quiz-Genre und war zum Beispiel mal bei „Die Verräter“ dabei oder hat mal einen Gastauftritt bei „Sturm der Liebe“ gehabt. Hätten Sie nicht Lust, auch mal andere TV-Formate zu probieren?

Sebastian Jacoby: Ja, grundsätzlich habe ich auf sowas Lust, aber nicht unbedingt für die Formate, die Sebastian Klussmann ansteuern würde. Wir wissen ja zum Beispiel, dass er ein großer Tänzer ist. Das bin ich jetzt überhaupt nicht. Deswegen könnte ich mir dieses RTL-Format gar nicht vorstellen. Aber solange das irgendwie zu meinen Interessen und Stärken passt, mache ich sowas gerne. Also vielleicht will die 'WaPo' mich ja mal in Duisburg mitfahren lassen. Ich mache morgen auch wieder ein Quiz auf einem Boot hier mit 15, 20 Teams auf einem Rhein-Ruhr-Schiff. Das würde vielleicht ganz gut passen.

Diese Filme schaut Sebastian Jacoby besonders gern

TVSTARTS: Wir kommen langsam zum Ende des Interviews und ich hätte gerne noch ein paar Fragen zum Thema Kino und Film. Welchen Film haben Sie denn das letzte Mal im Kino gesehen?

Sebastian Jacoby: Das war der zweite Teil von 'Dune'. Das ist tatsächlich schon eine Zeit lang her. Da kommt jetzt bald der dritte Teil heraus. Ich komme nicht so oft ins Kino. Ich gucke die dann meistens nachher auf den Streaming-Kanälen. Da habe ich zuletzt 'Anora' geschaut. Den fand ich auch gut.

TVSTARTS: Haben Sie einen Lieblingsfilm, auf den Sie sich festlegen würden? Und welche Filmgenres schauen Sie am liebsten?

Sebastian Jacoby: Eine sehr schwere Frage nach Lieblingsfilmen. Also im Moment würde ich sagen, ist 'Fargo' mein Lieblingsfilm – nicht die Serie, sondern der Film. Es ist sehr häufig etwas mit Geschichte. Das müssen durchaus keine Dokumentationen sein, sondern können Filme mit historischem Hintergrund sein. Also sowas wie 'The Favourite' mit Olivia Colman gefällt mir ganz gut. Dann auch alles, was in die Richtung Science-Fiction und Fantasy geht, aber auch politische Sachen, wie 'Frost/Nixon' oder 'Argo'. Ich schaue weniger, was im weitesten Sinne mit RomCom zu tun hat. Auch Komödien schaue ich eigentlich, zumindest deutsche, überhaupt nicht. Bei amerikanischen kommt es ein bisschen drauf an. Sie können 'Fargo' natürlich auch als Komödie sehen. Es muss also ein bisschen eine entsprechende Skurrilität drin sein. Die Filme von David Lynch mag ich eigentlich ganz gern. Und als Fan von 'Herr der Ringe' und 'Star War' wird man ja auch ganz gut bedient mit Filmen, die man dann schauen kann.

TVSTARTS: Mittlerweile sehr, ja.

Sebastian Jacoby: Wobei die letzten Teile von 'Star Wars' natürlich auch fürchterlich sind. Auch bei der Serie 'Ringe der Macht' wird jeder 'Herr der Ringe'-Fan verrückt, wie man so viel Geld in die Mülltonne werfen kann.

Aber ich hoffe, das beschreibt meinen Geschmack: Gerne historische Themen, auch alle möglichen Filme über englische Königshäuser. Zu Elisabeth I. sind ja auch jede Menge Filme gemacht worden; zuletzt auch mehrfach über ihren Konflikt mit Maria Stuart und die Persönlichkeitsunterschiede zwischen den beiden.

Adrian Königer
Adrian Königer
-Redakteur, TV-STARTS
Schaut dogmatisch jede neue Folge „Gefragt - Gejagt“ und ist bestens mit den Abläufen, Trivia und mittlerweile auch Fragen sehr vertraut. Kennt jede Marotte der Jäger und wartet auf einen Versuch potenziell selbst einmal anzutreten.
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