Am 5. Dezember 2026 wagt das ZDF das scheinbar Unmögliche: „Wetten, dass..?“ kehrt zurück – und auf der legendären Couch nehmen ausgerechnet Bill und Tom Kaulitz Platz. Natürlich ist das Interesse riesig, die Tickets waren binnen Minuten vergriffen und die TV-Quoten werden garantiert durch die Decke gehen. Aber natürlich gibt es auch Zweifler: Sind die Tokio-Hotel-Zwillinge nicht viel zu schrill für das gediegene Samstagabend-Publikum? Haben sie genug Biss für vier Stunden Live-Moderation? Egal, ob aus echter Neugier oder purer Schadenfreude: Deutschland wird einschalten.
Bis auf einen! Thomas Gottschalk hat ausrichten lassen, dass er sich den Neustart seiner einstigen Show ganz sicher nicht ansehen wird. Überraschend kommt das nicht, schließlich ist die Rolle der beleidigten Leberwurst für ihn nicht gerade neu.
Der unschöne Sturz des TV-Titans
Thomas Gottschalk hat das deutsche Fernsehen über Jahrzehnte geprägt wie kaum ein Zweiter. Doch wahre Größe zeigt sich nicht nur beim Aufstieg, sondern vor allem auch dabei, ob eine Person spürt, wann es Zeit ist, zu gehen. Leider hat sich Gottschalk gegen ein würdevolles TV-Ende entschieden. Stattdessen sorgte er 2023 mit seiner letzten „Wetten, dass..?“-Folge für eins der schlimmsten Fremdscham-Spektakel, die ich je gesehen habe.
Das wahre Trauerspiel war die Inszenierung seines Endes: Statt das Zepter erhobenen Hauptes an die nächste Generation zu übergeben, stilisierte sich Gottschalk zum Märtyrer. Er gehe nur, weil man heute im TV ja nichts mehr sagen dürfe und er Angst vor dem nächsten Shitstorm haben müsse. Gottschalk schob die angebliche Cancel Culture vor, um sich nicht einer simplen Wahrheit stellen zu müssen: Er hat seinen Zenit überschritten. Wer aber jahrzehntelang wie ein TV-Gott hofiert wurde, empfindet es wohl schon als Majestätsbeleidigung, mit Ü70 in Rente geschickt zu werden. Somit kam es, wie es kommen musste: Gottschalk ging nicht freiwillig von der Bühne, sondern ließ sich demonstrativ aufs Abstellgleis schubsen, um der bösen, woken Welt die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Dass ausgerechnet Gottschalk Probleme damit hat, den Lauf der Dinge zu akzeptieren, ist schade. Schließlich wurde er doch einst als unangepasster Revoluzzer berühmt, der die verstaubten Showmaster seiner Zeit mit seiner frechen Art verdrängte.
ZDF
Herr Gottschalk, muss das wirklich sein?
Nach seinem Abgang bei „Wetten, dass..?“ demontierte sich der Altmeister durch peinliche Auftritte und Podcast-Entgleisungen zusehends selbst. Dann der Schock: Kurze Zeit später erfahren wir, dass der Ex-Moderator schwer erkrankt sei und er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde. Inzwischen sei Gottschalk wieder krebsfrei, wie seine Frau Karina in der „Abendzeitung“ offenlegte, doch leider zog die überstandene Krankheit keine Selbstreflexion nach sich. Das beweist die jüngste Wortmeldung aus dem Hause Gottschalk. Als das Ehepaar gefragt wird, ob es den Einstand der Kaulitz-Brüder am Bildschirm verfolgen werde, ließ Karina wissen: „Nein, wir schauen es nicht. Wir sind nicht zu Hause, sondern mit Freunden unterwegs.“
Natürlich verlange ich nicht, dass Gottschalk vor dem Fernseher sitzt und seinen Nachfolgern begeistert zujubelt. Es ist menschlich verständlich, dass es schmerzt, zu sehen, wie andere das weiterführen, was man jahrzehntelang geprägt hat. Aber wäre ein knapper, generischer Glückwünsch wirklich zu viel verlangt gewesen? Stattdessen fühlt sich das Paar bemüßigt, die Republik wissen zu lassen: Seht her, wir haben natürlich Besseres zu tun!
Gottschalk hat damit schon wieder verpasst, sich als souveränen Meister zu inszenieren, der den Stab feierlich an Bill und Tom weitergibt. Stattdessen sehen wir die kindische Trotzhaltung eines schlechten Verlierers. Wie schade: Scheinbar kann der Moderator bis heute nur das sehen, was er verloren hat, statt voller Stolz zurückzublicken auf das unvergleichliche Erbe, das er hinterlassen wird. Den Kaulitz-Zwillingen dürfte dieser letzte Nadelstich übrigens herzlich egal sein – die haben längst bewiesen, dass sie ohne den Segen des Show-Dinos bestens auskommen.
Schon mitbekommen? Bill Kaulitz überrascht mit einer pikanten Hollywood-Schlafzimmerbeichte