tobe78
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4.5 - Großartig
"I had the craziest dream last night about a girl who has turned into a swan, but her prince falls for the wrong girl and she kills herself.” -
Die Menge applaudiert, die Bühne bebt. Natalie Portman und Regisseur Darren Aronofsky bitten zum Ballet und Tanz mit dem tragischen und düsteren Drama "Black Swan,” welches dem sehr eigenwilligen, unkonventionellen und zunächst etwas gewöhnungsbedürftigem Schaffen "The Wrestler” in Punkto Qualität mitnichten nachsteht.
Regisseur Darren Aronofsky zieht mit "Black Swan” absichtlich seine Parallelen zu seinem vorherigem bekanntem Schaffen "The Wrestler”, besonders wenn es darum geht, die psychologischen und physiologischen Auswirkungen eines bestimmten Metiers auf das Seelenlieben bestimmter, auch seelisch krank gewordener Protagonisten offenzulegen. Der eigene Körper ist das wichtigste Kapital, das Mittel, um in einer seit jeher unmenschlich gewordenen Branche / Welt / einem existierendem Mikrokosmos zu bestehen und um die eigene Karriere um jeden Preis vorantreiben zu können. Das Leben ist ein ständiger Kampf, ein Kampf um mit sich selbst im reinen zu sein und sich auch gegenüber anderen zu behaupten. Schafft man dies nicht, liegt das eigene Leben in Schutt und in sozialer Asche. Es ist im nachhinein nicht mehr viel wert. Diesen Umstand lebte uns Darren Aronofsky schon in "The Wrestler” vor, in dem ein zerschundener Mickey Rourke am Anfang des Filmes die Trümmer seiner Existenz aufsammeln durfte und noch einmal alles für seinen Traum von einem besserem Leben gab, auch wenn dies das den sicheren Tod bedeutete. Der Weg zu einem ausweichlichem Ende wurde konsequent beschritten, auch wenn bereits alles in Trümmern lag. In "Black Swan” hingegen steht die Protagonistin am Anfang ihrer Karriere, wo alles um sie herum noch im vermeintlich heilem Glanze erstrahlt, ist aber ebenso bereit alles zu geben, selbst im Falle der schlimmsten Konsequenzen für Körper und Seele, um ihren "Traum" vom Ballet zu verwirklichen. Denn vor einem mißratenem Leben fürchtet sich im inneren. Sichtbar wird dieser Aspekt z.B. auch am Auftritt Winona Ryders, welche als alternde Ballerina Beth Mcintyre exzellent die exakten Schattenseiten des Business und eine Art negatives Echo der Zukunft für Ballerina Nina verkörpert, von welchem der Betrachter einer Ballettvorführung so oder so nichts mitbekommen wird.
Die Frage blebt also offen inwie weit die Protagonistin Nina für alles positiv zu erreichende gehen wird. Und hat sie überhaupt das seelische Gleichgewicht, die Nerven, ist sie belastbar genug, um am Ende ihren "Traum" von Ballett leben zu können? Oder erweist sich das gesehene zum Abschluss von "Black Swan" nur als scherzhafter böser Traum, den die Protagonistin geträumt hat, gar als weitere Wahnvorstellung, oder doch als die Realität, scheidet die Protagonistin doch dahin (wie in Tschaikowskis berühmter Vorlage?) Mit kühler Raffinesse und handwerklichem Geschick setzt Regisseur Darren Aronofsky "Black Swan" als doppelbödiges, horrorhaftes und hinterfotziges Spiel um Fakten,Realität und Fiktion in Szene...Zum einen zelebriert er die "Schönheit" des Ballets, holt zum anderen holt er die gesamte Ballettbranche wie aber auch den Medienzirkus an sich aber gekonnt auf den Boden der Tatsachen zurück / wenn er diese Dinge als zum starken Teil menschenverachtend entlarvt und diesen den entsprechenden, bitterbösen, aber durchaus gerechtfertigten Seitenhieb mit dem Schicksale Ninas (als reflektiertes Dummerchen, im wahrsten Sinne des Wortes blöde Pute und naive, karriersüchtige Opportunistin) letzten Endes zufügt. mehr unter: http://blockbusterandmore.blog.de/2012/01/02/black-swan-kritik-12384780/
Hinzugefügt am 17.02.2012 um 14:36 Uhr
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