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Home > Kino > Film-Archiv > Drama > Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben
Kinostart:
30. September 2010
Film auf DVD erhältlich seit: 8. April 2011
Regie: Apichatpong Weerasethakul
Mit Thanapat Saisaymar, Jenjira Pongpas, Sakda Kaewbuadee,
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Originaltitel: Lung Boonmee Raluek Chat
FSK ab 0 freigegeben
Produktionsland:
Frankreich
,
Großbritannien
,
Spanien
,
Thailand
,
Deutschland
.
Genre:
Drama
Laufzeit: 113 Minuten.
Produktionsjahr:
2009
Verleiher: movienet
Inhalt: Als der passionierte Yoga-Profi Onkel Boonmee erfährt, dass er todkrank ist und ihm gerade noch 48 Stunden in dieser Welt verbleiben, begibt er sich gemeinsam mit seiner Familie auf eine Reise zum Ort seiner Geburt. Ein Kreis schließt sich...
FILMSTARTS.de
(5)
Pressespiegel
(4)
User-Wertung(570 Bewertungen)
(2,4)
Der Wettbewerb der 63. Filmfestspiele von Cannes war ein durchwachsener Jahrgang. Doch gerade als die gewohnt festivalkritische Journaille das Schaulaufen an der Croisette endgültig in Grund und Boden schreiben wollte, stürmte aus dem fernen Thailand ein Film den Wettbewerb, der alle anderen Beiträge in den Schatten stellte und dessen Auszeichnung mit der Goldene Palme deshalb nur logisch und hochverdient ist. Regisseur Apichatpong Weerasethakuls surreal-spirituelles, mit deutschem Geld co-produziertes Geister-Drama „Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives" ist ein betörend-faszinierendes Mysterium, dessen Bildsprache den Betrachter in hypnotisch-tranceähnliche Sphären entführt.
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Kritik: eigentlich wollte ich eine kritik zu "bal" schreiben den ich letztes jahr auf der berlinale sehen dürfte, da ich überrascht war, dass der film bei filmstarts.de überhaupt besprochen wurde - und auch noch erstaunlich wohlwollend. doch leider ist er nicht für userkritiken freigegeben - wie übrigens viele independentproduktionen. woran das wohl liegen mag? man weiß, man befindet sich in indieland, wenn wenig gesprochen wird, wenn ewig lange kamerafahrten und gesichtertotalen dem konsumenten geduld, einfühlungsvermögen und verständnis abverlangen. "uncle boonmee" ist ein solcher film, deswegen sollte man sich vorher darüber im klaren sein, worauf man sich einlässt. den der regiesseur, dessen namen ich hier mal geflissentlich überspringe, verlangt uns alles ab: geduld und ein beinahe zärtliches verständnis für das epische, leise drama von dem er erzählt. was mich dabei so sehr aus den socken haut ist, dass man einen solchen stil im kino wirklich noch nie zu sehen bekommen hat. denn weerasethakul setzt auf verschiedenen ebenen an, tod, sterben, vergänglichkeit und verwebt diese kunstvoll, poetisch und unauffällig miteiander. das schweigen und die stille machen diesen film so gut. den der inhalt findet in den zwischenräumen statt, in denen wir nicht zu sprechen imstande sind. weerasethakul weiß, der mensch ist sehr viel kleiner als der tod. vielleicht benötigt es den kulturellen hintergrund eines thaiwanesen um sich auf diese experimentelle art mit dem thema auseinanderzusetzen. vielleicht erscheint mir der film auch gerade deshalb so gut, weil seine fremdartigkeit auch mir selbst fremd und neu erscheint. wohl auch deshalb, weil weerasethaku etwas unglaubliches gelingt; erinnerung und ungewissheit, schmerz und verlust sichtbar zu machen. ein fesselnder, oft verstörender und furchteinflößender film von kraftvoller, leiser eleganz. ich kann jedem nur empfehlen, 114 minuten seines lebens in diesen film zu investieren.
Mitglied seit 527 Tagen | 38 Userkritiken
Kritik: Dieser Film handelt um Erinnerungen und Wiedergeburt - sei es als Wasserbüffel, Wels oder Prinzessin - aber auch um politische Bezüge zur Gegenwart, wenn der 1970 in Bangkok geborene Filmemacher mit Fotos von uniformierten Soldaten die politische Situation in seinem Land zeigt. Onkel Boonmee, der an akutem Nierenversagen leidet, hat beschlossen, seine letzten Tage im Kreis seiner nächsten Angehörigen in einem Haus auf dem Land zu verbringen. Dort erscheint den verblüfften Anwesenden der Geist seiner verstorbenen Frau, um sich seiner anzunehmen. Auch sein vor langer Zeit verschollener Sohn taucht wieder auf, in der nicht menschlichen Gestalt eines freundlichen, komplett behaarten Affengeistes. Boonmee setzt sich mit den Ursachen seiner Krankheit auseinander und schließlich folgt die Familie dem Geist der Verstorbenen in den Dschungel zu einer mysteriösen Berghöhle, die Boonmee als Geburtsort seines ersten Lebens wiedererkennt. Filmemachen funktioniert für Weerasethakul ähnlich wie eine Zeitmaschine, es kann verschiedene Schichten der Erinnerung miteinander und mit der Erfahrung der Zuschauer verbinden, vergangene Leben erstehen und die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Pflanze verschwimmen lassen. Boonmees Erfahrungen, die auf den in einem Buch festgehaltenen Geschichten eines alten Mannes basieren, der während der Meditation seine früheren Leben an sich vorüberziehen sieht, stehen für eine vom Aussterben bedrohte Kultur, der Weerasethakul eine Stimme verleiht. Dabei gelingen ihm eindringliche Bilder exotischer Schönheit. Tiere, Pflanzen, Menschen bewegen sich in Dimensionen, in denen die Grenzen zwischen den Geschöpfen verfließen. So magisch ist diese mystische Dschungelwelt, dass die Rückkehr am Ende des Films in die Realität eines nüchternen, überhellen Hotelzimmers, in dem die Familie nach Boonmees Beerdigung zusammentrifft, geradezu verstörend wirkt. Der Film wird in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Dies wurde sehr gut umgesetzt, da so das Flair dieser Geschichte noch besser zur Geltung kommt. Die DVD kommt in einem hochwertigen Digipack daher. Die Innenseite des Digipacks enthält einen Bericht von Chris Dercon, ehem. Direktor des Hauses der Kunst in München, über Multitalent Apichatpong Weerasethakul. Zudem liegt der DVD eine Fülle an Bonusmaterial vor. Enthalten sind u. a. ein Interview mit dem Regisseur und Ausschnitte aus seinen früheren Werken (in englisch und OmU). Fazit: Geheimtipp! Unbedingt zu empfehlen!
Presseschnitt:
(4) bei 4 Pressewertungen.
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Rolle: Boonmee
Rolle: Jen
Rolle: Tong
Rolle: Huay
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