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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Conni & Co
Von Thomas Vorwerk
Ähnlich wie bei Harry Potter haben auch bei der deutschen Kinderbuchfigur Conni (nicht zu verwechseln mit der Pferdenärrin Conny mit Ypsilon!) die jungen Leserinnen und Leser die Chance, gemeinsam mit ihrer Heldin aufzuwachsen. 1993 erschien mit „Conni kommt in den Kindergarten“ das erste Pixi-Buch mit der damals sehr jungen Heldin, in dem Grundschullehrerin Liane Schneider noch die Erlebnisse ihrer eigenen Tochter Cornelia schilderte. Mittlerweile gibt es mehrere Buchreihen, die jeweils ein spezielles Lesealter ansprechen, darunter „Conni & Co“ für die „ab 10“-Jährigen. Ein ähnliches Publikum spricht nun auch der erste Conni-Kinofilm an, in dem es um Themen wie Tierliebe, (nicht sehr drastisches) Mobbing, Freundschaft und Zusammenhalt geht. Mit Franziska Buch („Emil und die Detektive“, „Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“) führt bei „Conni & Co.“ eine echte Kinderfilmexpertin Regie: Das Ergebnis ist ein sympathischer, gar nicht blöder Kinderfilm, der auch die erwachsenen Begleitpersonen bei Laune hält – und nur dann kleinere Schwächen offenbart, wenn man ganz genau hinsieht.

Conni Klawitter (Emma Schweiger) tritt mit zwölf Jahren ihren ersten Schultag am Lessing-Gymnasium an. Ihr bester Freund, der gleichaltrige Nachbarjunge Paul (Oskar Keymer), findet sofort Kontakte in der neuen Klasse – lässt Conni aber erst mal links liegen, als seine Klassenkameraden ihn mit der Freundschaft aufziehen: „Dein bester Freund ist ein Mädchen - das ist ja voll schwul!“ Conni hat hingegen zunächst Schwierigkeiten, sich zu behaupten, auch weil Direktor Möller (Heino Ferch) sie wegen eines unglücklichen Zusammentreffens auf der Treppe von Anfang an auf dem Kieker hat. Auch zu Hause gibt es Probleme, denn der kleine Hund, den Oma Marianne (Iris Berben) der Familie mitgebracht hat, muss wieder weg - Connis kleiner Bruder Jakob hat eine Hundehaarallergie! Als rechtmäßiger Besitzer von Frodo (eigentlich Laurentius Belmonte IV) stellt sich dann aber ausgerechnet der kinderhassende Schuldirektor Direx „T-Rex“ Möller heraus, der seinen Hund zudem auch noch als Werbeikone für eine Futtermarke ausbeuten will - doch für ihre Tierliebe riskiert Conni notfalls auch, von der Schule zu fliegen...




Die sieben bisherigen Kinofilme mit Emma Schweiger sorgten in Deutschland für mehr als 24 Millionen (!) verkaufte Kinotickets. Das liegt nicht zuletzt an ihrem Vater Til, der bei diesen Filmen (von „Keinohrhasen“ bis „Honig im Kopf“) bisher immer als Hauptdarsteller und/oder Regisseur mit von der Partie war, diesmal aber nur* als „Gast“ auftritt (und dabei im Handstreich gewisse Storyholprigkeiten glattbügelt) und mit seiner Firma Barefoot Films als Co-Produzent fungiert. Die inzwischen 13-jährige Emma wird hier statt von ihrem Papa von einem Ensemble aus gut ausgewählten Gleichaltrigen unterstützt – wobei die Macher bei der Ausarbeitung der einzelnen Rollen angenehm die gängigen Kinoklischees umschiffen: So treten Janette und ihre zwei „Adjutantinnen“ zwar direkt auf wie die absoluten Oberzicken, bekommen dann aber im Film dennoch eine Chance, sich zu bewährend – und zwar ohne dass es so wirkt, als sei die Dramaturgie von vorneherein auf diesen Moment ausgerichtet. Wie im richtigen Schulalltag halt, wo man jemanden vielleicht zu Beginn auch total blöd findet, der dann später aber zu einem echten Freund oder einer echten Freundin wird. Für die kleinen Zuschauer ist die eigentliche Hauptfigur des Films ohnehin der liebenswerte Hund (gespielt von Kalle und Kalle jr.), dem das Publikum sozusagen aus der Hand frisst. Da können weder Emma Schweiger mit ihrem überstrapazierten Schmollmund noch der arg übertreibende Heino Ferch („Der Untergang“) als Schuldirektor-Bösewicht mithalten – auch wenn letzterer als Toupetträger so manche tatsächlich komische Demütigung über sich ergehen lassen muss.

Abzüge in der B-Note gibt es hier lediglich für den etwas nachlässigen Umgang mit logistischen und erzählerischen Details. Die kleinen Fehler und Ungenauigkeiten häufen sich doch auffällig und beeinträchtigen das Filmvergnügen zumindest für aufmerksame Zuschauers. So leidet ausgerechnet die wohl potentiell dramatischste Szene des Films darunter, dass es offenbar genau an dem Tag, an dem die Szene mit dem im erhitzten Auto eingeschlossenen Frodo gedreht wurde, einfach nicht genügend Sonne gab – so gerät der Moment eher unglaubwürdig als intensiv. Als leicht-lockere, feinfühlig mit kindlichen Problemen umgehende und dabei niemals aufdringlich didaktische Unterhaltung kann „Conni & Co“ dennoch inmitten der besseren deutschen Kinderfilme (etwa der „Rico, Oskar“-Reihe) bestehen und selbst die Anleihen bei „Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers“ (die Schrottplatzszene) sowie beim oscarprämierten „Die Eiskönigin“-Song „Lass jetzt los“ (im Original: „Let It Go")“ sind immerhin so charmant geraten, dass man über die deutlichen Parallelen gern hinwegsieht.

Fazit: „Conni & Co“ ist ein durchaus vielversprechender Kinoauftakt für die junge Heldin und besticht vor allem durch seine gelungenen, das junge Publikum zur Identifikation einladenden Kinderfiguren.

*: Bei der bereits für 2017 angekündigten Fortsetzung „Conni & Co 2 – Rettet die Kanincheninsel“ führt dann wieder Til Schweiger selbst die Regie.
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Kommentare

  • SeargentPaula

    Hat es einen tieferen Sinn, dass das Video zu dieser Kritik der Tariler zu Rampage 3 ist? :D

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