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Lommbock
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Lommbock
Von
Nach Danny Boyles Drogen-Groteske „T2: Trainspotting“ steht mit Christian Züberts Kiffer-Komödie „Lommbock“ bereits das zweite Kultfilm-Revival des Jahres 2017 ins Haus. 2001 schwafelten sich Lucas Gregorowicz und Moritz Bleibtreu in „Lammbock“ als Stefan und Kai mit wilden, haschvernebelten Dialogen in die Herzen des deutschen Publikums. Über die Jahre wurden immer wieder Rufe nach einer Fortsetzung laut, doch vor allem Zübert zögerte lange. Erst Mitte 2015 ließ er sich überzeugen und plötzlich standen alle Signale für eine Neuauflage des heißgeliebten Stoffes unverhofft auf Grün. Nun ist es soweit, die alte Mannschaft unter Züberts Führung wieder zusammen und knüpft mit „Lommbock“ da an, wo sie vor 16 Jahren aufgehört hat. Die von allen Freunden des Originals so sehr vermissten Figuren sind inzwischen zwar ein wenig angegraut, aber trotzdem so lebendig und frisch, als wären sie nie weggewesen.
 
Nach dem brenzligen Vorfall vor anderthalb Jahrzehnten, aus dem er und sein bester Kumpel Kai (Moritz Bleibtreu) wie durch ein Wunder straffrei herausgekommen sind, hat Stefan (Lucas Gregorowicz) seiner Heimatstadt Würzburg den Rücken gekehrt. In Dubai leitet der Anwalt nun eine karibische Strandbar für den schwerreichen Vater seiner Verlobten Yasemin (Melanie Winiger). Um fehlende Papiere für die Hochzeit zu besorgen, fliegt Stefan nach Deutschland. Daheim in Würzburg kommt es, wie es kommen muss: Mit Kai, der einen schlecht laufenden asiatischen Schnellimbiss namens Lommbock betreibt, versackt er beim Schwelgen in alten Erinnerungen. Und dann trifft Stefan auch noch auf seine Verflossene Jenny (Alexandra Neldel)…



Seit 2001 hat sich die Welt natürlich weitergedreht und Christian Zübert („Ein Atem“) tut auch nicht so, als hätte sie dies nicht getan, die Protagonisten allerdings haben sich gar nicht (Kai) beziehungsweise kaum (Stefan) verändert. Die Kultfiguren befinden sich in veränderter Lage und begegnen völlig neuen Herausforderungen, fallen aber trotzdem schnell in alte Verhaltensmuster zurück, mit denen sie ihren Erwachsenenproblemen entfliehen wollen: Kai streitet permanent mit seiner Frau Sabine (Mavie Hörbiger), weil deren pubertierender Sohn Jonathan (Louis Hofmann) macht, was er will und sich in gefährliche Gesellschaft begibt, während Stefan nach einem Weg sucht, sich in der mächtigen und reichen Familie seiner Braut nicht klein und unbedeutend zu fühlen. Wie früher hilft den Kumpels im Zweifelsfall der gepflegte Konsum von Cannabis über das Gröbste hinweg – aber die Wirkung verfliegt und am Ende sorgt das Zeug für noch größeren Ärger...

Stefan und vor allem Kai verweigern sich dem Ernst des Lebens also weiterhin, wo sie nur können – und dazu liefert Christian Zübert die bewährten absurd-entrückten Dialoggirlanden. Hat er sich zu „Lammbock“-Zeiten noch erkennbar von Regiekollegen wie Quentin Tarantino und Kevin Smith inspirieren lassen, kennt er bei „Lommbock“ nur noch ein einziges Vorbild: den eigenen Film von damals, der längst zur Marke geworden ist. So geht es also nun in unverwechselbarer Stefan-und-Kai-Manier um YouPorn und das Sexualverhalten des Mannes, um Erziehung und ums Erwachsensein oder um die Suche nach der wahren Liebe. Das verstrahlte Duo versucht seine Überforderung mit Coolness zu kaschieren, doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit tun immer wieder tiefe Gräben auf – daraus bezieht „Lommbock“ seinen Witz und seinen Charme.

Die schrägen Episoden haben naturgemäß nicht ganz die gleiche Frische wie beim Original, aber lustig ist auch das Sequel, weil Lucas Gregorowicz („Soul Kitchen“) und Moritz Bleibtreu („Das Experiment“) ihre Rollen so verinnerlicht haben, dass es einfach Spaß macht, Zeit mit ihnen und ihren Figuren zu verbringen. Für eine zündende Pointe gehen sie tapfer dahin, wo es weh tut - bis zur vorhersehbar endenden, dafür aber umso komischeren Umschnall-Dildo-Zote! Und noch ein wenig witziger ist das Ganze für all die Anhänger des „Lammbock“-Kults: Der Wiedererkennungswert ist enorm und der Nostalgiefaktor beachtlich. Es kann also nicht schaden, sich vor dem Kinobesuch das Original anzuschauen – egal ob zum ersten oder zum x-ten Mal…  

Die Filmemacher wissen ganz genau, was sie an den alten Fans haben und bieten ihnen unzählige Anspielungen und Verweise auf das Original, ohne dass sich diese zu sehr in den Vordergrund drängen würden. Da wird beispielsweise in einem Nebensatz von Stefans Schwester berichtet, die sich nach Neuseeland abgesetzt hat. Auch über das Schicksal ihres Kindes wird geredet und ganz elegant eines der Mysterien aus dem ersten Teil aufgeklärt. Ein Wiedersehen gibt es auch mit vielen liebgewonnenen Helden aus dem ersten Teil. Neben Alexandra Neldel („Bang Boom Bang“), die eine tragende Rolle spielt, schaut Elmar Wepper („Kirschblüten - Hanami“) als Stefans Vater kurz vorbei, das Duo Touret-Frank (Wotan Wilke-Möhring) und Schöngeist (Antoine Monot Jr.) nistet sich in einer Nebenhandlung ein und ein Kultobjekt aus „Lammbock“ zeigt sein Gesicht. Der Däne Dar Salim („Exodus: Götter und Könige“) als ambivalenter Gangster 3 Jahre Bau wiederum fügt sich als charismatischer Neuzugang in das Ensemble ein, als wäre er schon immer dabei gewesen.

Fazit: Wiedersehen macht Freude - frei nach diesem Motto laden die Macher von „Lammbock“ alle Fans ein, mit der Kult-Fortsetzung „Lommbock“ und ihren liebenswerten Figuren Spaß zu haben. Das passt!

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Kommentare

  • TresChic

    Ich fand den damals schon nur mittelmäßig, weil er so sehr Tarantino imitiert hat. Ein paar Dialoge waren sehr gut aber irgendwann hat er es übertrieben und wollte mit Zwang ein Deutscher Tarantino werden. Weniger ist mehr und der erste Teil wäre wirklich besser als Durchschnitt. Lammbock war damals auch der Beweis, dass sich die Deutschen nichts Eigenes trauen.

  • Fain5

    Echt jetzt? Das war erst der Beweis für dich? :D

  • Alexander B.

    Als Fan des ersten Teils gefiel mir und den restlichen Leuten mit dene ich im Kino war der Film sehr. Ja man sollte den ersten Teil gesehen haben und mögen damit der Funke wirklich überspringt, filmpreiswürdiges, inovatives Kino ist es natürlich trotzdem nicht, will es aber auch nicht sein.

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