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Terror - Ihr Urteil
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,5
hervorragend
Terror - Ihr Urteil
Von Björn Becher
In seinem Theaterstück „Terror“ widmet sich Bestsellerautor und Jurist Ferdinand von Schirach einem klassischen aus der Philosophie bekannten Dilemma: Darf man unschuldige Menschen töten, um eine größere Anzahl anderer zu retten? Diese grundlegende ethische Fragestellung diskutiert er anhand eines brisanten und hochaktuellen juristischen Fallbeispiels, wobei er keine Lösung vorgibt, sondern das Urteil seinem Publikum überlässt: Am Ende des Stücks gibt es eine Pause, in der die Zuschauer diskutieren und entscheiden dürfen. Je nachdem, welches Verdikt die Mehrheit fällt, folgt eine entsprechend andere Schlussszene. Für die Verfilmung des Stoffs hat Regisseur Lars Kraume („Der Staat gegen Fritz Bauer“) diese Struktur nun übernommen. Sowohl bei den bundesweiten Kinovorführungen am 14. Oktober 2016 als auch bei der TV-Ausstrahlung am 17. Oktober 2016 in der ARD gibt es fünf Minuten vor Ende des Films eine Unterbrechung und die Möglichkeit zur Diskussion und Abstimmung, ehe der jeweilige passende Schluss gezeigt wird. Doch das Gerichtsdrama ist bei weitem nicht nur wegen dieses interaktiven Experiments etwas Besonderes. Es sind vielmehr die 84 Minuten vor der Unterbrechung, die „Terror – Ihr Urteil“ zu einem herausragenden Film machen.
 
Lars Koch (Florian David Fitz) steht vor Gericht. Der Major der Luftwaffe hat eine Passagiermaschine abgeschossen und so 164 Menschen getötet. Er hat damit aber vielleicht auch 70.000 Menschen das Leben gerettet. Denn das Flugzeug war in der Hand eines Selbstmordattentäters, der kurz davor stand, die Maschine in die vollbesetzte Münchner Allianz Arena stürzen zu lassen. Lars Koch gibt zu, die klaren Befehle seiner Vorgesetzten verweigert zu haben. Doch er und sein Verteidiger (Lars Eidinger) argumentieren, dass er so handeln musste und in einer ausweglosen Situation die Verantwortung übernommen hat. Die Staatsanwältin (Martina Gedeck) legt Koch dagegen Mord an 164 Menschen zur Last: Ein Leben könne niemals gegen ein anderes aufgewogen werden, ein einzelner Mensch dürfe sich nicht zum Herrn über Leben und Tod aufschwingen. Der Richter (Burghart Klaußner) hört die Argumente sowie Koch und zwei Zeugen. Das Urteil fällt er gemeinsam mit seinen Schöffen, dem Zuschauer.



Lars Kraumes „Terror – Ihr Urteil“ ist ein klassisches Kammerspiel. Abgesehen von der allerersten Einstellung (ein Flugzeug im Himmel begleitet von Nachrichtenreporterstimmen) spielt sich das komplette Geschehen in einem Berliner Gerichtssaal ab. Gleich zu Beginn durchbricht dabei der von Burghart Klaußner („Das weiße Band“) gespielte Richter die vierte Wand und wendet sich direkt an das Publikum, um diesem seine Rolle zu erklären: Der Zuschauer ist hier nicht nur Konsument und stiller Betrachter, sondern wird zur aktiven Teilnahme aufgefordert. Er soll vorgefasste Meinungen möglichst ignorieren und seine Entscheidung auf Grundlage der Fakten treffen, die er im folgenden Gerichtsprozess hören wird.

Der schreibende Jurist Schirach lässt die Prozessbeteiligten in seinem Stück zwar das ein oder andere rechtliche Scharmützel austragen, doch zu keinem Zeitpunkt überlagert trockene Theorie die Debatte und die Emotionen. Schon auf der Bühne beeindruckt die extrem intensive Aufbereitung des verhandelten Konflikts – doch in der Filmadaption kommen die Qualitäten der Vorlage noch besser zum Tragen. Regisseur Lars Kraume, seine exzellente Crew um Kameramann Jens Harant („Jack“) und Filmeditorin Barbara Gies („Die kommenden Tage“) sowie die herausragende Besetzung sorgen für Hochspannung von der ersten bis zur letzten Minute. Während der langen Monologe und Wortwechsel werden immer wieder andere Personen in Großaufnahmen ins Bild gerückt, die Reaktionen des Angeklagten, der Juristen oder der Zuschauer im Gerichtssaal unterstreichen die Kraft und die Tragweite der Äußerungen.

In den Gesichtern ist die Anspannung der Beteiligten abzulesen, die besondere Intensität der Situation wird durch die Klarheit und Einfachheit der Inszenierung noch verstärkt. Lars Kraume vermeidet es, eine Partei stärker in den Blickpunkt zu rücken als die andere, auch gibt es keinerlei Musik, die den Zuschauer emotional in eine bestimmte Richtung lenken könnte. Und die prominenten Hauptdarsteller verschwinden weitgehend hinter ihren Rollen. Lars Eidinger („Alle Anderen“) bewegt sich als genervter, patziger und etwas unkonventioneller Anwalt zwar an der Grenze zur Karikatur, überschreitet diese aber nicht und findet in den entscheidenden Momenten – etwa beim Eröffnungsmonolog und beim Schlussplädoyer – zu großer Form. Noch stärker sind Martina Gedeck („Das Leben der Anderen“) als Staatsanwältin und Florian David Fitz („Vincent will meer“) als auch in Rechtsfragen sehr gebildeter Angeklagter. Wenn die beiden Figuren hier eine moralisch tiefgehende Debatte führen, dann treten die Persönlichkeiten der Darsteller vollständig hinter die Worte zurück, die ganze Konzentration liegt auf dem zentralen Konflikt.

In „Terror – Ihr Urteil“ gibt es keine überraschenden Wendungen. Die Ausgangslage ist schnell klar. Und ob die Passagiere der Maschine vielleicht selbst den Terroristen hätten überwältigen können, wie die Zeugin (Jördis Triebel) vermutet, wird genauso unklar bleiben wie die Antwort auf die Frage an den Zeugen (Rainer Bock), warum das Stadion nicht evakuiert wurde. Der Ablauf der Tat ist unstrittig, in den Einlassungen der Akteure geht es um mehr, um Grundsätzliches. Mit einer bildreichen Sprache sorgt Schirach dafür, dass die Diskussionen über Gesetze und Gewissen zu keinem Zeitpunkt langweilig oder trocken sind – im Gegenteil. Die Dialoge sind so präzise, die Gedankengänge so klar, die Argumente so nachvollziehbar,  dass „Terror“ zu einem regelrechten Wort-Thriller wird. Hier gib es keine eindeutig richtige oder falsche Seite und da ist es dann nur konsequent, wenn das Urteil dem Publikum überlassen wird. „Terror – Ihr Urteil“ liefert weit über die Abstimmung hinaus Stoff für Debatten, ob nun im Kinosaal oder vor dem TV-Gerät.
 
Fazit: Lars Kraume macht aus Ferdinand von Schirachs vieldiskutiertem Theaterstück einen herausragenden Film: Die Intensität der Worte wird durch die erstklassigen Darsteller und die exzellente Inszenierung noch verstärkt.

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Kommentare

  • Fain5
    Interessant. Nachdem ich Inferno gelesen und Eye in the Sky gesehen habe ist das hier nun schon der 3. Fall innerhalb weniger Wochen für mich, in dem diese moralische Frage gestellt wird. Klingt echt mal anders und intressant.
  • MaxPowers
    wird geguckt!
  • Fain5
    Da gehen unsere Meinungen wohl auseinander.
  • Fain5
    Also wenn fest steht, dass 70.000 Menschen sterben werden, dann sind 164 Menschen überhaupt kein Verhältnis. Ich sag ja das ist wie dieses berühmte Experiment: Auf einem Gleis liegen 5 Menschen. Ein Zug kommt an und würde alle überrollen. Du hast aber die Möglichkeit eine Weiche umzustellen und diese 5 zu retten allerdings liegt auf dem anderen Gleis ein Mensch. Also entweder tust du nichts und es sterben 5 Menschen oder es stirbt durch dein eingreifen 1 Mensch. Ich entscheide mich grundlegend erstmal für das geringere Übel. Aber im Gegensatz zu dir fälle ich kein Urteil ohne die Sachverhalte zu kennen. Und Befehlsverweigerung? Echt jetzt? Wie viele Unschuldige wurden schon getötet WEIL Befehle ausgeführt wurden?
  • Fain5
    Mir klingt es eher ein wenig wie wenn Renate Künast auf die Polizei schimpft, warum man einen Mann erschossen hat der mehrere Leute umbringen wollte. Polemik kann doch so schön sein, nicht?
  • Fain5
    Ein Schuldspruch wegen Befehlsverweigerung ist aber etwas anderes als ein Schuldspruch wegen Mordes. Aber mal anders gefragt: Wenn der Befehl hiess, er soll schiessen, wäre es dann ein anderes Verhältnis?
  • Fain5
    Achso zum Thema Selbstmord aus Angst vor dem Tod: so einfach kann man es sich auch nicht machen. Ich würde als Gefangener der IS auch lieber Selbstmord begehen als deren Propaganda zu dienen und öffentlich hingerichtet werden. Ich bin auch für Sterbehilfe, wenn man weiß, der Patient leidet nur.
  • Fain5
    Ok die Ausgangslage des Films ist hier wirklich etwas zu einseitig, da gebe ich dir Recht. Mir ging es eher um die moralische Frage im Grundsatz.
  • Bj?rn Becher, FILMSTARTS.de
    Die zwei Meinungen gibt es aber. Bei der Mehrheit der mir bekannten Theateraufführungen in Deutschland kam es zum Ergebnis "unschuldig". Ich persönlich - mit Kenntnis des Films - bin auch der Meinung, dass das Urteil nur "schuldig" lauten kann (übrigens völlig unabhängig von der Befehlsverweigerungssache, die meiner Ansicht nach keine Rolle spielt und vor allem auch den moralischen Aspekt der Angelegenheit nicht tangiert), glaube aber, dass wir bei den Kinovorführungen und der TV-Ausstrahlung da ein sehr geteiltes Bild erleben werden. Insgesamt kann ich jedem nur empfehlen, den Film zu schauen (möglichst unvoreingenommen und ohne sich vorher auf ein Urteil festlegen zu wollen) und dann zu überlegen, wie man entscheiden würde (das von Fain5 angesprochene Gleisbeispiel kommt im Film übrigens auch vor - mit der noch deutlich interessanteren Abwandlung der Frage).
  • Fain5
    Nun doch die Anzahl spielt gerade im militärischen Bereich eine Rolle. Deswegen wird auch der Collateralschaden mit in Betracht gezogen. Es ist dein gutes Recht zu sagen, die Anzahl spielt für dich keine Rolle, für mich tut sie es schon. Aber da haben wir doch das, was der Film beabsichtigt: wir diskutieren ;)
  • Fain5
    Meinst du die, dass man die eine Person kennt und die fünf nicht?
  • Fain5
    Für Frau Künast war es aber trotzdem ungerechtfertigt. Dafür hat sie ja auch ordentlich auf den Sack bekommen.
  • Bj?rn Becher, FILMSTARTS.de
    Nein, die Abwandlung, in der man nicht mehr nur einen Schalter umlegen muss, um eine Weiche zu verändern, sondern die eine Person selbst aktiv töten muss...
  • Perres S.
    Ist der Fain5 der neue Troll hier?
  • Fain5
    FS mal wieder ein Fakeaccount. Bitte löschen.
  • Fain5
    Welche Elementaren Grundsätze?
  • Thomas V.
    Ich hätt's toll gefunden, wenn nach den Beispielfilmen zu Eidinger ("Alle anderen") und Gedeck ("Das Leben der Anderen") auch der Film zu Fitz ähnlich geklungen hätte. Er hat in seinem Oeuvre immerhin "Lügen und andere Wahrheiten" - das wäre nicht perfekt gewesen, aber schon auffallend. ;-)
  • Fain5
    Tja nur leider sind das auch von Menschen gemachte Gesetze. Genauso wie die der Kirche, durch die schon zahlreiche Leute ihr Leben lassen musste. Für mich gilt eher ein anderer elementarer Grundsatz nämlich immer das größere Übel vermeiden.
  • Fain5
    Aha. Es geht mir nicht um Menschenleben wenn ich sage, ich würde lieber 70.000 Menschenleben retten als 127? Ich merke schon mit dir kann man so eine Diskussion nicht führen. Du wirst direkt zickig und beleidigend weil ich nicht deiner Meinung bin. Du hältst dich hier an staatlichen Gesetzen fest während eine moralische Grundsatzdiskussion geführt wird. Ein wenig feige wie ich finde.
  • Fain5
    Zu 1. Ok tut mir leid hab dich mit jemandem verwechselt.2. Warum machst du diese ganzen Aufzählungen? Das zeigt doch nur, dass man IMMER Menschenleben aufwiegt. Ein Kind hat mehr Wert als ein alter Mann. Ein hochrangiger Politiker wird in Krisenzeiten mehr Wert als ein Zivilist. 70.000 Menschen sind mehr Wert als 164. Du kannst das pervers nennen aber du vergisst irgendwie die Tatsache, dass das eine Entscheidung ist, zu der man gezwungen wird. Es ist evolutionär, dass man sich für den Weg entscheidet, der das überleben der Mehrheit sichert. Ich meine viele Leute, die so argumentieren sind die ersten, die sich andersrum dann über 70.000 Todesopfer beschweren und ob man da nix gegen hätte machen können. Schonmal was vom Flug 93 gehört?
  • ShAd_1337
    ich hoffe doch man stellt das andere Ende dann direkt in die Mediathek
  • Fain5
    Ich habe das geschrieben, weil es allgemein so gehandhabt wird. Kann ja sein, dass du mich dadurch aus der Reserve locken wolltest aber du betreibst hier Realitätsverweigerung.
  • Fain5
    Och Junge wenn du nur auf Grundlage von irgendwelchen Gesetzen (von Menschen gemacht) bei einer moralischen Diskussion diskutieren möchtest dann können wir es wirklich lassen.
  • Modell-101
    Was soll der Quatsch?
  • Modell-101
    Nun, auch Gesetze können fehlerhaft sein, daher würde ich mich in Bezug auf Ethik nicht blind darauf stützen. Andere Völker halten die Gesetze ihres jeweiligen Landes auch für richtig und grundlegend, obwohl für Deutschland bzw. dem Westen solche Gesetze nicht richtig sein würden.In dem Fall könnte man argumentieren, dass z.B. beide Verhalten (Abschuss oder nicht) richtig wären, nur eben abhängig davon, über welchem Staatsgebiet diese Aktion passiert wäre.
  • Modell-101
    Wert ist vielleicht falsch ausgedrückt. Eher, wer hätte es mehr verdient zu leben.In "I Robot" hatte sich Will Smiths Figur über Roboter aufgeregt, weil es statt ein Kind ihn selber vor dem Ertrinken gerettet hat, aufgrund der Wahrscheinlichkeit, dass er größere Überlebenschancen hat. Ein Mensch hätte so angeblich nicht gehandelt. Laut deiner Argumentation, crispin, hättest du ebenfalls wie der Roboter gehandelt.Ich persönlich denke schon, dass man in bestimmten Fällen abwägen sollte.
  • Modell-101
    Ich wäre vielleicht auch eher gegen den Abschuss. Man weiß ja nicht, wie viele Menschen tatsächlich gestorben wären... oder wäre die Katastrophe auf andere Weise verhindert worden, z.B. durch heldenhaftes Eingreifen der Passagiere. Man weiß es nicht. Und diese Ungewissheit kann einen bis ans Lebensende plagen.Da ich ein religiöser Mensch bin, würde ich persönlich dem lieben Gott oder wie nichtgläubige Menschen sagen, dem Schicksal, die Entscheidung überlassen.Aber ich würde den Lars Koch dennoch nicht wegen Mordes verurteilen.
  • Fain5
    Eine Sache noch, da du ja so ein Gesetzesfetischist bist: Die Leute im dritten Reich haben auch alle nur Gesetze befolgt und aufgehört auf moralische Grundwerte zu hören. Was sagst du denn dazu?
  • Frank F.
    Die Meinung teile ich nicht!Deinen Annahmen stelle ich folgende Fakten entgegen:Drei der vier US Flugszeugentführungen 2001 fanden ihr Ziel und das Vierte stürzte ab.Bei der Flugzeugkatastrophe mit 150 Toten in Frankreich durch den Germanwings-Copiloten verstand es dieser die Sicherheitsmechanismen der Cockpittüren zu kontrollieren und auf den Black Box Aufnahmen sind zig Minuten Material zu hören, dass die Passagiere und der Kapitän nicht in die Kabine eindringen konnten. Ergo konnte der Selbst-und Massenmörder Lubitz seine grauenhafte Tat vollenden.Zu Deiner Äußerung: "Auf Basis von Wahrscheinlichkeiten kann man keine unschuldigen Menschen töten". Eben nicht, es waren nahende Katastrophen zu erkennen. Der Eurofighter Pilot hat bis zum letzten Augenblick gewartet und dann gehandelt. Versagt hat nur der Kommandostab.Der Pilot hat wissentlich und bewusst eine Entscheidung herbeigeführt. Das Grundgesetz sehe ich nicht in Gefahr.Zum Schluss, wir müssen die Diskussionen zu den Kernthemen lenken und die Ursachen erkennen und angehen. Das ist die oberste Aufgabe. Stoppen der Ausbeutung anderer weniger wehrhafter Länder und unseren Lebensstil hinterfragen, anstatt Pseudo-Debatten zu eröffnen, unsinnige Waffengeschäfte zuzulassen und Mauern zu bauen.Jeder Einzelne kann aktiv werden...in Sachen Umweltschutz, Politik und Mitmenschlichkeit. Demos und sich in sozielen Medien austauschen reichen bei weitem nicht. Machen, Handeln und Verantwortung übernehmen sind die Zauberworte
  • Deliah C. Darhk
    Das war ein Film, kein Seminar, keine Veranstaltung der juristischen Fakultät. ^^
  • Deliah C. Darhk
    Laut eigener Aussage und der seines Vorgesetzten hat der Pilot im letzten möglichen Augenblick geschossen. Was wäre die Alternative gewesen?Abwarten, bis die Maschine über dem Stadion runtergeht? Geschehen lassen? Dort doch noch abschiessen?Sebst wenn die Passagiere den Attentäter noch überwältigen, dann geht die Maschine über Wohngebiet runter und reisst komplett Unbeteiligte, Unschuldige mit in den Tod, die nicht einmal die "Fahrlässigkeit" begangen haben eine Grossveranstaltung zu besuchen.
  • Deliah C. Darhk
    4 Fain5:Wir haben den Piloten geschlossen frei gesprochen.ImTenor kamen wir zu der Ansicht, dass nicht die Frage nach der Tötung der fast sicheren Toten im Flugzeug im Vordergrund stehen sollte, sondern die, ob man die 70.000 im Stadion durch Unterlassung töten darf. Da kamen wir unter diesen konkreten Umständen zu einem klaren Nein.
  • Deliah C. Darhk
    Wenn der Attentäter merkt, dass die Passagiere die Cockpittür aufkriegen hat er immer noch Zeit die Piloten zu erschiessen oder alternativ ein Lich in die Scheibe oder den Navi-Comp zu ballern. Selbst wenn er das Stadion dann verfehlt, geht die Maschine dennoch im Crash runter. Das rettet keinen der Passagiere. Aber es trifft die Menschen, die in dem Absturzgebiet leben oder auch den vollen In-Pub in dem Wohngebiet.
  • Deliah C. Darhk
    Die Menschen im Stadion haben allerdings auch eine Menschenwürde und das Recht, dass ihr Leben geschützt wird. Dies hat der Pilot durch den Abschuss gewährleistet.Die Frage ist auch nicht ob die oder die sterben, sondern, ob die UND die sterben.Auch das Argument im Film, nicht entscheiden und selektieren zu dürfen ist realitätsfern, denn genau das passiert jeden Tag auf der ganzen Welt und auch bei uns, z. B. Im Rettungsdienst, wenn die Entscheidung für HiloPe A zwingend den Tod von HiloPe B oder umgekehrt nach sich zieht, und bislang wurde diese Entscheidung noch nie als Mord abgeurteilt.
  • Frank F.
    Diese Terroristen haben aber zuvor die Piloten überwältigt. Darum gings mir. Die Kontrolle haben die Terroristen. Kein Passagier konnte in die Kabine dringen und die Piloten überwältigen.Nochmal, das Flugzeug war im Sinkflug, Kurs Stadion. Der Pilot war zum Handeln gezwungen. Es gab keine andere Maßnahmen die die 70.000 geschützt hätten. ALso, hat er gehandelt und bestimmt nicht blindlinks und wahllos Selbstjustiz ausgeübt. Er hat eine Entscheidung getroffen, um einer Vielzahl von Menschen das Leben zu retten. "Die Erhaltung der Werte unserer freiheitlichen Gesellschaft" waren nicht durch ihn bedroht, sondern durch die Terroristen...stelle Dir vor, dass die kommenden Attacken wohlwissentlich stattfinden, weil es keinen Abschussbefehl gibt. Was dann?! Was dann? Zuschauen, wie die Vögel, vlt vier aufeinmal, wie in den USA, auf große Städte zu rasen, mit dem einem Ziel. Was dann? Wenn Du eine Lösung hast, her damit.
  • Deliah C. Darhk
    Stellt sich noch die Frage, woher Du im Moment der Entscheidung wissen willst, was der Wissenschaftler demnächst (vielleicht) tut, oder was wäre, wenn der (grössere Wahrscheinlichkeit) nicht im Flugzeug, sondern im Stadion sitzt.Davon abgesehen, dass er auch einfach auf dem Heimweg überfahren werden könnte, sollten seine AUFZEICHNUNGEN die Beendigung seiner Arbeit gewährleisten.
  • Deliah C. Darhk
    Nachdem ich hier ein paar Posts geesen habe mal eine Frage an die Abschussgegner, die auch im Film zu kurz kam:Wie würdet ihr eigentlich als Pilot entscheiden, wenn eure Familie IM STADION wäre?
  • Deliah C. Darhk
    Du meinst also so, wie der Doc in DS9 einer Patientin bei Hypoglykämie "ihr Medikament besorgen" und ihr bis dahin mit Schokolade helfen wollte?Und hat es dem künstlerischen Wert, dem Unterhaltungspotential oder der Intention der Folge geschadet? Ich glaube nicht.Das Gleiche gilt hier für das zu Grunde liegende Theaterstück, denn wenn es fachlich zu genau wird, birgt es das Risiko, dass der Durchschnittszuschauer sich eher am Kopf kratzt, als über die Kernfrage nachzudenken.
  • Deliah C. Darhk
    Weil ich dazu bereits was an Modell 101 geschrieben habe.Also, wenn der Pilot die Maschine abstürzen lässt ist das etwas Anderes, als wenn ein Soldat sie abschiesst? Wie das? Der Soldat hat NICHT im Auftrag des Staates gehandelt. Er hatte KEINEN Abschussbefehl. Wenn ein Finanzrichter seine Frau ermordet, war das ja auch nicht der Staat, oder?Wo, woanders? Ein paar Kilometer weiter über Wohngebiet? Über einem Krankenhaus? Über einem Kindergeburtstag?Und mit welchem Effekt? Die Passagiere hätten auch das nicht überlebt.Davon abgesehen: Der Sinkflug hatte bereits begonnen. Die Eingriffsmöglichkeiten des Piloten waren nahezu auf Null, zumal er das sicher nicht freiwillig machte, sondern ...Ja, warum macht man so etwas, in den sicheren Tod fliegen? Da liegt es doch wohl näher, dass der Lufthansapilot bereits tot war und der Attentäter die Maschine flog. Damit gab es auch keine Chance auf Umkehr mehr, denn selbst wenn die Passagiere es noch geschafft hätten das Cockpit zu stürmen, dürfte wohl keiner von denen gewusst haben wie man den Autopiliten abschaltet und/oder den Sinkflug umprogrammiert. Ganz zu schweigen von einer Kurskorrektur und späteren Landung.Und es geht auch um die Frage des Schutzes der Bürger, und um jene, was unsere Grundwerte überhaupt wert sind, wenn sie uns wehrlos machen und töten.Davon abgesehen gibt es in unserer Rechtsprechung bei Notwehr/Nothilfe mW keine Verhältnismässigkeit der Mittel mehr,und Koch hat in rd 70000 Fällen Nothilfe geleistet, da diese Menschen aufgrund des Versagens der Entscheidungsträger unmittebar vom Tod infolge des als Waffe eingesetzten und auf sie zielenden Flugzeugs bedroht waren.
  • Deliah C. Darhk
    Okay, Auto-Unfall.Du bist einziger Helfer. Kein Telefonnetz.Ein alter Mann und ein Kind. Beide atmen nicht.Wen rettest Du? Warum?
  • Deliah C. Darhk
    Deine Sichtweise. Für mich hat er Nothilfe in 70000 Fällen geleistet.
  • Deliah C. Darhk
    Dennoch ist Gefahr im Verzug, und auch bei Geiselnahmen ist schon geschossen worden. Es wurden auch schon Unschuldige durch polizeiliche Schüsse/Querschläger getroffen, z. B. auch ein Demonstrant, der auf Knien lag und bereits von zwei Beamten an den Armen fixiert gehalten wurde. K-HK als Schütze wurde nicht verurteilt.
  • Deliah C. Darhk
    Welchen Befehl hat er denn verweigert?Es gab keinen Abschussbefehl, aber den Befehl "Nicht schiessen" auch nicht.Davon abgesehen wäre eine Befehlsverweigerung eine Sache der militärischen Gerichtsbarkeit, nicht des Strafrechts.
  • Deliah C. Darhk
    Das wäre keine sinnvolle Lösung, sondern reine Politik!Wenn Du als Richter eine (berechtigte) Begnadigung erwartest, heisst das nämlich, dass Du selbst nicht hinter deinem Urteil stehst, somit nicht vollends von der Schuld des Angeklagten überzeugt sein kannst und im Umkehrschluss durch das Missachten der Unschuldsvermutung emäss meines Rechtsverständbisses Verfassungsbruch begangen hast. :P
  • Frank F.
    Und Du weißt also wie schwer eine Flugzeugentführung ist?! Nachdem Du festlegst, was die Realität ist oder zu sein hat, verabschiede ich mich aus der Diskussion. Nicht Du legst die Ebenen fest. Guten Tag!
  • Deliah C. Darhk
    1. Inwiefern berechtigt ihn das andere Menschen zu töten?Zumal sein eigenes Leben dadurch auch nicht erhalten bliebe.2. Ersetzen wir mal ermorden durch töten. Darauf kann es durchaus einen Freispruch geben nach geltender Rechtslage. Hat der Staat dann getötet?3."Der Attentäter konnte die Maschine überhaupt nicht fliegen."Wie kommst Du zu der Annahme?Vor der Abschuss gab es mehr als 28 Minuten keinen Kontakt zum LH-Piloten. Niemand ausserhalb des Cockpits wusste was darin geschehen war.Die Attentäter des 9/11 fligen auch alle selbst. Ich sehe keinen Grund, warum das hier anders sein sollte.Vielleicht hat der Attentäter den Piliten auch nach der Programmierung des Sinkfluges erschissen, denn danach brauchte er ihn definitiv nicht mehr und konnte damit sogar noch gewährleisten, das der Pilot nicht mehr im letzten Moment eingreifen und NEBEN das Ziel stürzen könnte."In dieser Situation würde ich - und Du vll. auch - erst mal machen was der Terrorist will, denn es besteht ja noch die Möglichkeit, dass der Terrorist nur blufft oder einfach nur bestimmte Forderungen durchsetzten will und der Pilot somit am Leben bliebe."Mit Verlaub: Nein!Zum Einen handelt es sich hier nicht um einen "einfachen Terroristen", sondern um einen Selmstmordattentäter (SMA). Zum Anderen hat seit des ersten SMAs auf den Wezir Nizam al-Mulk im Okt. 1096 n. Chr. NCH NIE ein SMA geblufft.Im Gegenteil, ist es sogar so, dass SMAs mit ihrer Tat neben dem Versprechen auf relugiöse Erlösung auch die wirtschaftliche Absicherung ihrer Familie erhalten, finanziert u. A. durch den Handel mit Bekennervideos und jenen der Hinrichtungen von Kollaborateuren. Wo hingegen ein "kneifen" des SMAs ihn und seine gesamte Familie zu Kollaborateuren machen und ihrer aller Hinrichtung bedeutn würde.Da gibt es weder Spielaum noch Motivation zu bluffen."Wer schon mal in der Allianz Arena war, weiß, dass um das Stadion herum sehr viele Felder und sogar ein Waldgebiet liegen.Einfach mal bei google maps gucken.Dementsprechend würde die Zahl der weiteren Opfer in diesem Fall nicht bei 70.000 liegen sondern vll. sogar bei 0."Bei 0 schon mal gar nicht, denn die LH beibt ja besetzt.Selbst wenn ich jetzt mal ignoriere, wie klein diese Gebiete und Distanzen für ein Flugzeug der LH sind, hast Du damit gerade begründet, warum der Pilot nach Programmierung des Sinkfluges getötet wurde. Der wird ja dann nicht mehr gebraucht und wäre nur noch ein Störfaktor für den SMA. Also kein Grund, um ihn leben zu lassen.4.Doch, zumindest ein Teil davin werden unsere Bürger gewesen sein.Nach langem Nachdenken kam ich aber zu dem Schluss, dass ihr Schutz zu diesem Zeitpunkt nicht mehr innerhalb unseres Machtbereichs lag und aufgrund dessen unsere Verantwortung für die 70000 im Stadion oder den Einen im Waldgebiet daneben in den Vordergrund tritt.Fakt ist nun mal, dass diese Maschine von einem SMA entführt WURDE. Müssig über die Schwierigkeit des Unterfangens zu reden. Er hatte es geschafft.Fakt ist auch, dass die Arena eben bis zum Point of no return NICHT geräut wwurdeund auch nicht mehr werden sollte.Das sind die Fakten, nah denen der Pilot entschied.Wie überflüssig seine Entscheidung war solltest Du nur entscheiden, wenn DU eins der 70000 Ziele warst, die der SMA mit in den Tod reissen wollte.
  • Deliah C. Darhk
    Begründe das mal. Vieleicht versteht dein Intellekt auch nur meine Texte nicht, oder womöglich liegt es daran, dass jemand, der sich anmasst bei einem kontroversen moralischen Thema allgemein gültig zu entscheiden was richtig und falsch ist zu verbohrt ist, von seiner Meinung Abweichende akzeptieren zu können? ^^
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