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    Was Männer wollen
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Was Männer wollen

    Männer wollen Kaffee

    Von Christoph Petersen
    Harry Potter und der Stein der Weisen“, „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ und „Der Schuh des Manitu“ – diese Super-Hits sind die einzigen drei Filme, die im Jahr 2001 mehr Zuschauer in die deutschen Kinos locken konnten als Nancy Meyers „Was Frauen wollen“. Am Ende standen für die Fantasy-Komödie mit Mel Gibson und Helen Hunt überragende 6,4 Millionen Besucher zu Buche. Zum Vergleich: Der erfolgreichste Film 2018, „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“, hat es gerade mal noch auf 3,8 Millionen Besucher gebracht. Trotzdem gab es keine Fortsetzung, sondern lediglich zwei Remakes in Indien (2004) und in Japan (2011), wobei die japanische Neuauflage hierzulande bedauerlicherweise unter dem bewusst irreführenden Titel „Was Frauen wollen 2“ fürs Heimkino vertrieben wurde.

    Erst 19 Jahre nach seinem Erscheinen wurde der Megahit nun auch in den USA wieder hervorgekramt – und im Gegensatz zum finanziell gefloppten „Ghostbusters“ hat sich das Geschlechtertausch-Konzept im Fall von Adam ShankmansWas Männer wollen“ auch an den Kinokassen ausgezahlt, wo das Quasi-Remake mit Taraji P. Henson in der Rolle von Mel Gibson bereits mehr als Zweieinhalbfache seines 20-Millionen-Dollar-Budgets wieder eingespielt hat. Aber der finanzielle Erfolg kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Autoren – Geschlechtertausch hin oder her – hier absolut nichts Neues eingefallen ist. Das Original war auch nur eine harmlose Komödie, in der ein wenig mit den gängigen Geschlechterklischees herumjongliert wurde. Aber in der Neuauflage passiert nicht einmal das. So bleibt als einziger Lichtblick die großartig aufspielende Taraji P. Henson.

    Plötzlich ist sich Ali ganz sicher, was ihre Kollegen von ihr (hören) wollen.


    Obwohl Ali Davis (Taraji P. Henson) in ihrem Job als Sportmanagerin sehr erfolgreich ist, wird sie von ihren ausschließlich männlichen Bossen trotzdem konsequent übergangen, wenn es darum geht, einen neuen Partner mit in die Führungsriege aufzunehmen. Ihre einzige Chance, es gegen alle Widerstände trotzdem zu schaffen, wäre es, den vielversprechenden NBA-Rookie Jamal Barry (Shane Paul McGhie) für ihre Agentur zu gewinnen. Aber dafür müsste sie zunächst mal dessen ziemlich durchgeknallten Vater Joe 'Dolla' Barry (Tracy Morgan) überzeugen. Nach einem Unfall mit einem aufblasbaren Riesenpenis bei einem Junggesellenabschied hört Ali plötzlich die Gedanken aller Männer um sich herum. Während sie zunächst alles versucht, um die Fähigkeit wieder loszuwerden, erkennt sie schließlich, wie nützlich ihr das Gedankenlesen bei den anstehenden Verhandlungen mit Jamal und seinem Vater sein könnte...

    Es gibt eine Menge Dinge in „Was Männer wollen“, die so gar nicht funktionieren. Zum Beispiel das mit dem Sex. So reitet Ali ihren armen One-Night-Stand ohne Rücksicht auf Verluste und dreht sich nach dem eigenen Orgasmus augenblicklich schnarchend zur Seite. Später kann Ali dann zum Glück seine Gedanken lesen und erkennt, dass er es wohl lieber etwas zärtlicher mag – wobei dafür eigentlich auch ein Blick in sein schmerzverzerrtes Gesicht völlig ausgereicht hätte. Das ist weder clever noch lustig und zur Figur passt es schon mal gar nicht: Ali mag hier und da ein wenig ichbezogen sein, aber im Bett ist sie nicht einfach nur egoistisch, sondern schlichtweg grottenschlecht an der Grenze zur Psychopathin. Die Macher von „Was Männer denken“ haben aus ihrer Hauptfigur eine Frau gemacht – aber an ihrer Perspektive geschweige denn Sexualität scheinen sie trotzdem kein Interesse zu haben. Also wird einfach der Macho-Sex-Gag aus dem Original wiederholt – selbst wenn der hier offensichtlich nicht passt.

    Was Männer wirklich wollen


    Aber viel schlimmer ist sowieso, dass viele Dinge nicht einmal versucht werden. So ist der gesamte Teil des Plots, in dem es darum geht, wie Ali ihre neuen Fähigkeiten für ihre Karriere (und ihr Privatleben) ausnutzt, vollkommen unterentwickelt. In „Was Frauen wollen“ ging es ja noch darum, dass ein Ober-Macho eine Werbekampagne für Beauty-Artikel entwickeln soll – dabei haben ihm die Gedanken der Zielgruppe natürlich geholfen, wenn er die Ideen nicht gleich direkt aus den Köpfen seiner Kolleginnen gestohlen hat. Aber wenn es nun darum geht, den zukünftigen NBA-Superstar als Klienten zu gewinnen, nutzt Ali ihr Fähigkeiten vor allem an zwei Stellen – einmal beim Pokern und einmal, um zu erkennen, dass Jamal jetzt gerne eine Tasse Kaffee hätte. Zumindest eine überraschende Antwort, mit der wir vor dem Kinobesuch nicht gerechnet hätten: Was Männer wollen? Einen Kaffee!

    Trotz einer wirklich grandiosen Anspielung auf „Get Out“, die allerdings offen ausgesprochen wird, also nichts mit Alis Gedankenlesen zu tun hat, stochert der weder schwarze noch weibliche Adam Shankman („Wedding Planner“, „Der Babynator“) auch in Sachen Rassismus nur arg zahnlos an der Oberfläche herum, wenn etwa ein offensichtlicher alter Perversling sich zu Ali umdreht und dabei „denkt“, dass er vor seiner Hochzeit unbedingt noch mit einer Schwarzen hätte schlafen sollen. Und all dieser Kritik zum Trotz kann man sich „Was Männer wollen“ immer noch erstaunlich gut angucken, was allerdings ausschließlich an der ansteckenden Energie von Taraji P. Henson („Hidden Figures“, „Empire“) sowie einigen starken Nebenfiguren wie etwa einer von Soul-Diva Erykah Badu verkörperten Wahrsagerin (in deren Kartenlege-Deck sich auch schon mal eine UNO-Karte verirrt) liegt. Und für Sportfans gibt es zudem etliche Cameo-Auftritte von aktuellen und ehemaligen Basketballstars, darunter von Shaquille O'Neal und Karl-Anthony Towns. Immerhin.

    Fazit: Am Ende ist selbst die großartige Taraji P. Henson gegen das völlig unterentwickelte, weder sonderlich bissige noch übermäßig lustige Drehbuch machtlos.

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    Kommentare

    • BKone
      Ich finde Leslie Nielsen und Will Ferrell auch Klasse, die gehören meiner Meinung nach aber in eine andere Generation von Filmen. Man kann auch mal andere Komödien machen und muss nicht immer die selben Mittel einsetzen. Irgendwann wird es eben langweilig oder sogar peinlich. Naja, über Geschmack lässt sich halt nicht streiten ;-)
    • ryanstecken
      Sorry,aber ich konsumiere keine französischen Komödien, da ich mit deren Humor nichts anfangen kann.Ich bin nach wie vor riesen Will Ferrell und Leslie Nielson Fan,dementsprechend habe ich nichts gegen Unter-der-Gürtellinie-PENIS-Witzen. Ganz im Gegenteil.
    • BKone
      Weil nun mal die meisten Filme, die hierzulande gezeigt werden aus Hollywood kommen und das liegt eben in den USA. Frankreich liefert in den letzten Jahren z.B. deutlich bessere Komödien ab, die nicht nur aus Unter-der-Gürtellinie-Penis-Witzen bestehen. Diese Art von Humor haben viele (zu Recht) inzwischen satt. Das Wort Amerika hat hier nichts mit den (US-)Amerikanern an sich zu tun, sondern mit dem Herkunftsland der Filmindustrie.
    • ryanstecken
      Und warum dann immer gegen die bösen Amis hetzen?
    • BKone
      Hat ja keiner behauptet.
    • Gravur51
      Sorry!! ;)
    • Christoph Petersen
      PS: Da ich übrigens gerade in den allerletzten Zügen der Captain Marvel-Kritik liege, müssen jetzt alle länger warten, weil ich erst deine Kommentare beantworten muss ;-)
    • Gravur51
      Doppelt gewonnen ;)
    • Christoph Petersen
      Siehst du, aber hätte ich das sofort entdeckt, wäre mir das mit dem etwa nicht aufgefallen.
    • Gravur51
      Nein, „was frauen wollen“ ist falsch. Du nimmst doch Bezug auf den neuen, also „was männer wollen“.
    • Christoph Petersen
      Ein etwa vergessen. Danke für den Hinweis.
    • ryanstecken
      Aus Deutschland denn mehr?
    • Gravur51
      Und all dieser Kritik zum Trotz kann man sich „Was Frauen wollen“ immer noch erstaunlich gut angucken, was allerdings ausschließlich an der ansteckenden Energie von Taraji P. Henson („Hidden Figures“, „Empire“) sowie einigen starken Nebenfiguren wie einer von Soul-Diva Erykah Badu verkörperten Wahrsagerin (in deren Kartenlege-Deck sich auch schon mal eine UNO-Karte verirrt) liegt.Finde den fehler.
    • Rockatansky
      Wo Mel Gibson der Unfall charmanterweise im Bad beim Beine enthaaren passiert, muss hier ein aufblasbarer Riesenpenis herhalten. Schon ist das (kaum vorhandene) Interesse verflogen...
    • Simon Missbach
      Klingt ja furchtbar. Das Original war zwar auch kein zeitloser Klassiker, lebte aber vom grandiosen Mel Gibson und auch Marisa Tomei. Ansonsten simples Gedankenlesen statt wahrem Instinkt, das war schon damals einfallslos (hier wäre Hitch mit Will Smith deutlich eher zu empfehlen).Und das Ganze jetzt nochmal umgekehrt, nur obendrein in geschmacklos? Nein danke.
    • isom
      Genau was ich erwartet habe ,ein weitere Sexwitz,,komödie,wo jeder Witz was mit Penissen oder Sperma zutun haben muss ,aus Amerika gibt es in Sachen Komödien also nichts mehr zu erwarten.
    • Fa B
      Was Männer wollen? Einen Kaffee!Muss mich leider schuldig bekennen.
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