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    Into the Beat - Dein Herz tanzt
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Into the Beat - Dein Herz tanzt

    Die deutsche Antwort auf "StreetDance" & Co.

    Von Christoph Petersen
    In „Into The Beat – Dein Herz tanzt“ bringt sich eine junge Ballerina, die zufällig in eine Breakdance-Trainingsstunde hineingestolpert ist, mit Hilfe von YouTube-Videos selbst die coolsten Moves der besten Crew der Welt bei. Aber als sie die Choreo am nächsten Tag fast perfekt nachtanzt, wird sie dafür nicht etwa mit Lob überschüttet, sondern von ihrem Tanzpartner direkt zusammengeschissen. Bei Breakdance ist es – anders als beim Ballett – eben nicht das Ziel, jemand anderes möglichst perfekt zu imitieren. Das sogenannte „Biting“ ist im Gegenteil sogar schwer verpönt – stattdessen geht es darum, mit den Bewegungen seinen eigenen Gefühlen und Stimmungen Ausdruck zu verleihen.

    Nun wirkt ein derartiges Statement natürlich schon ein wenig merkwürdig in einem Film, der selbst derart offensichtlich in der Tradition von Vorbildern wie „Step Up“ steht. Selbst die Idee, Breakdance und Ballett zusammenzubringen, wurde schließlich bereits vor zehn Jahren in der britischen Variante „StreetDance 3D“ durchexerziert. Großartige Überraschungen sucht man hier also vergebens – und trotzdem gerät „Into The Beat“ von Regisseur Stefan Westerwelle („Matti & Sami und die drei größten Fehler des Universums“) nach einer enttäuschenden ersten halben Stunde doch noch ziemlich mitreißend. Das liegt vor allem an den zwei grandiosen Hauptdarstellern – und den vielen gelungenen Tanzchoreografien.

    Zwei Jungstars, von denen wir in Zukunft sicherlich noch viel sehen werden: Alexandra Pfeifer & Yalany Marschner!


    Katya (Alexandra Pfeifer) tanzt Ballett, seit sie denken kann. In wenigen Tagen steht das Vortanzen für eine berühmte Ballett-Schule in New York an. Der Druck ist immens – auch weil ihr Vater Victor (Trystan Pütter), selbst ein berühmter Balletttänzer, sich bei einem Bühnenunfall gerade erst schwer verletzt hat und nun alle Hoffnungen in seine Tochter setzt, die Familientradition fortzuführen. Aber dann landet Katya mehr durch Zufall in einer Breakdance-Schule – und entdeckt beim Tanzen plötzlich eine Freiheit, die sie beim Ballett noch nie gespürt hat.

    Zudem funkt es auch noch zwischen Katya und ihrem neuen Tanzpartner Marlon (Yalany Marschner). Schließlich wollen die beiden sogar gemeinsam bei einem Casting für eine berühmte Breakdance-Crew antreten, die gerade nach neuen Acts für eine anstehende Welttournee Ausschau hält. Als Victor davon Wind bekommt, ist er allerdings alles andere als begeistert – er will mit allen Mitteln verhindern, dass seine Tochter ihre klassische Tanzausbildung einfach so wegschmeißt. Und Katya liebt ihren Vater viel zu sehr, als dass sie ihn dermaßen enttäuschen könnte...

    Pädagogisch (arg) wertvoll


    „Into The Beat“ wurde unter anderem von der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ gefördert. Aber in der ersten halben Stunde übertreiben es Stefan Westerwelle und seine Mit-Autorin Hannah Schweier („Cindy liebt mich nicht“) mit der „pädagogischen Werthaftigkeit“ ihres Films dann doch: In den Dialogen wird nicht nur auf unnatürliche Weise Exposition versteckt (als eine Mitschülerin Katya auf den Tod ihrer Mutter anspricht, erwähnt sie dabei auch, wie viele Jahre das nun schon her ist – als ob Katya das nicht selbst am besten wüsste). Auch die Jugendsprache gerät zum Auftakt wenig natürlich – das klingt dann eher so, wie sich ein ZDF-Intendant wohl vorstellt, dass heutige Teenager miteinander sprechen. Ein Kinderfilm braucht aber – erst recht, wenn es um Breakdance geht – immer auch eine gesunde Portion Rebellion.

    Zum Glück ändert sich das aber bald: Alexandra Pfeifer und Yalany Marschner, die hier beide zum ersten Mal eine Kinohauptrolle spielen, wachsen schnell in ihre Rollen hinein – und füllen sie schließlich mit so viel eigenem Leben und Herzblut aus, dass in der zweiten Hälfte auch schon häufig gesehene Standardszenen (Katya gesteht ihrem Vater ihren wahren Traum; Katya teilt Marlon mit, dass sie doch nicht mit ihm Tanzen kann) plötzlich vollkommen frisch und authentisch wirken. Das berührt in den besten Momenten tief – und legt den Grundstein für die Tanzperformances, denen unter Mitwirkung der an der Produktion beteiligten Flying Steps zwar immer auch etwas Musicalhaftes anmutet, die aber dennoch durch die Bank abwechslungsreich und mitreißend geraten sind. Gute Laune ist da im Kino quasi garantiert.

    Fazit: Nach einem mauen Auftakt bietet „Into The Beat“ mitreißendes Tanzkino mit zwei herausragenden Nachwuchsstars, von denen wir mit Sicherheit noch viel mehr sehen werden!

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    Kommentare

    • F. Bates
      Kann dieser Art von Filmen nix abgewinnen, einfach aus dem Grund, da sie relativ frei von Überraschungen sind und man sich jedes Mal nach 5 Minuten schon sicher sein kann, wohin der Hase läuft bzw. tanzt.Aufgrund der doch sehr launigen Kritik jedoch, würde ich der Nummer hier beizeiten mal ne Chance geben. Filmstarts informiert sicher, wenn das Teil mal auf Netflix aufploppen sollte.
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