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Oblivion
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Oblivion
Von Christoph Petersen
Natürlich ziert Tom Cruise werbewirksam jedes Poster, aber der wichtigste Mann hinter „Oblivion" ist ausnahmsweise mal nicht der Megastar, sondern sein Regisseur: Der Sci-Fi-Blockbuster ist in erster Linie ein Joseph-Kosinski-Film und als solcher sofort erkennbar! Nach seinem 400-Millionen-Dollar-Welthit „Tron: Legacy" serviert der ehemalige Maschinenbau- und Architektur-Student auch in „Oblivion" erneut makellos-effektive Zukunftsdesigns. Vom vollautomatischen Wolkenheim bis zum praktischen Klappmotorrad - nach diesen Entwürfen würden sich die Bosse von Fahrzeugherstellern und Kommunikationskonzerne (ja, selbst die von Apple) die Finger lecken. Dieses Streben nach Perfektion spiegelt sich auch in Kosinskis Inszenierung wider, weshalb der Film bisweilen etwas klinisch und unterkühlt wirkt. Mit einigen unvorhergesehenen Wendungen und seinem grandiosen Sounddesign entpuppt sich „Oblivion" aber nichtsdestotrotz als bahnbrechende Zukunftsstudie und faszinierendes Kinoerlebnis.

Im Jahr 2077 liegt die Erde in Schutt und Asche. Einen Krieg gegen außerirdische Invasoren hat die Menschheit zwar gewonnen, doch der Blaue Planet (und der Mond!) wurden dabei vollkommen zerstört. Während der Großteil der Bevölkerung inzwischen in einer Kolonie im All lebt, sind der Technikexperte Jack Harper (Tom Cruise, „Mission: Impossible") und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough, „Alles, was wir geben mussten") in einem futuristischen Wolkenheim auf der Erde zurückgeblieben, um den störungsfreien Abtransport des lebenswichtigsten aller Rohstoffe zu gewährleisten: Wasser! Doch dann fällt plötzlich eine wunderschöne Frau namens Julia (Olga Kurylenko, „James Bond 007: Ein Quantum Trost") in einer Raumkapsel vom Himmel, die mit ihrer bloßen Existenz alles in Frage stellt, was Jack jemals zu wissen glaubte...



Joseph Kosinski hat den Plot bereits vor acht Jahren als zwölfseitige Kurzgeschichte aufgeschrieben - und weil er damals davon ausging, dass „Oblivion" sein erstes Filmprojekt werden könnte, setzte er vieles bewusst eine Nummer kleiner an (zum Beispiel beschränkte er sich auf nur wenige Figuren). Nach dem Erfolg von „Tron: Legacy" und der Unterschrift von Tom Cruise stand dann aber plötzlich viel mehr Geld zur Verfügung – und obwohl das Budget von geschätzt 120 Millionen Dollar für bildgewaltige Panoramen der ruinierten Erdoberfläche durchaus sinnvoll ausgegeben wurde, ist „Oblivion" im Kern noch immer ein intimes Vier-Personen-Stück (mit Jack, Julia, Victoria und Melissa Leo als Sally, die über einen Videochat gespenstisch höfliche Anweisungen aus dem All erteilt). Ein Kammerspiel mit Blockbuster-Budget und Ausflügen im Bubbleship, einem Mini-Raumfahrzeug mit der Form einer Seifenblase: Diese scheinbar so gegensätzlichen Elemente werden in „Oblivion" auf atmosphärisch überraschend stimmige Weise zusammengebracht.

In „Oblivion" wird zwar nicht der „Donauwalzer" gespielt, aber Parallelen zu „2001 – Odyssee im Weltraum" gibt es dennoch. Kosinski will mit seinen futuristischen Konzepten genau wie einst Stanley Kubrick offensichtlich durchaus die tatsächliche Zukunft vorwegnehmen – und es ist bei seinen schick-funktionellen Designs sehr gut vorstellbar, dass man ihm in 50 Jahren eine ähnlich visionäre Gabe zuschreiben wird wie heutzutage seinem berühmten Vorgänger. Und auch mit Kubricks berüchtigtem Perfektionismus hält der ehemalige Werbefilmer (unter anderem für Nike, „Halo 3" und „Gears of War") Kosinski mit. Jede Einstellung wirkt wie geleckt, besonders beeindruckend dabei: Der Übergang zwischen Fahrzeugen und Personen im Bildvordergrund und den am Computer entworfenen Hintergründen des zerstörten Planeten ist wohl noch nie so nahtlos und natürlich gelungen wie in „Oblivion" – und da man auf diese Schärfe und Klarheit ungern verzichtet hätte, war es auch die goldrichtige Entscheidung, den Film anders als noch „Tron: Legacy" nicht in 3D zu drehen und ihn auch nicht nachträglich zu konvertieren.

Die Stars Tom Cruise und Olga Kurylenko sind ähnlich makellos wie die Designs um sie herum – selbst gebrochene Nasen werden ihnen in perfekter Symmetrie angeschminkt. Damit fehlen ihren Figuren allerdings buchstäblich auch die Ecken und Kanten, Mitfiebern ist eher nicht angesagt. Schauspielerische Glanzlichter setzen hingegen die beiden Darstellerinnen aus der zweiten Reihe: Andrea Riseborough als sich verzweifelt an ihre Unwissenheit klammernde Victoria und Melissa Leo (Oscar für „The Fighter") als undurchsichtige Skype-Chat-Chefin verbreiten mit ihrem roboterhaften Pflichtbewusstsein eine subtil beängstigende Stimmung. Die Rolle von Morgan Freeman als Beech (mehr als den Namen wollen wir an dieser Stelle nicht verraten) ist indessen kaum umfangreicher als ein erweiterter Cameo-Auftritt – der fällt mit der schwarzen Sonnenbrille und der lässig im Mundwinkel hängenden Zigarre aber zumindest verdammt cool aus!

Fazit: „Tron: Legacy"-Mastermind Joseph Kosinski serviert mit seinem zweiten Film „Oblivion" erneut einen einzigartig visionären, wenn auch bisweilen etwas unterkühlten Designrausch.
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Kommentare

  • niman7
    Sehr gut, dass man sich hier gegen 3D entschieden hat.Wie? Freeman kommt nur kurz vor? Die Szene mit der Sonnenbrille hat man doch schon im Trailer gesehen? Mehr ist nicht drin?Samstag werde ich es erfahren :P
  • SuperXenon
    KLASSE REZENSION GEHE heute abend naja hauptsächlich um meinen neuen führerschein einzusetzten XD aber im ernst die schmeißen mich doch raus wenn ich karten für OVLIVION will :D Fazit: „Tron: Legacy"-Mastermind Joseph Kosinski serviert mit seinem zweiten Film „Ovlivion" erneut einen einzigartig visionären, wenn auch bisweilen etwas unterkühlten Designrausch.
  • Luphi
    Genau wie erwartet und wie es der Trailer auch angekündigt hat. Kosinski hier aber mit Stanley Kubrick zu vergleichen ist mindestens mutig.
  • Christian S.
    ovlivion ist dann wohl der insider arbeitstitel gewesen.....
  • Tosser
    Top-Film! habe ihn gestern in der Preview gesehen. 4 Sterne meiner Meinung nach – und nicht weniger! Story ist super und alles andere als vorhersehbar! Unterkühlt war er kein Stück. Mitfiebern war angesagt. Unterbewertet von FS meiner Meinung nach
  • JanKonge
    Kann man sich gut anschaun, aber großartig ist der Film nicht. Das Setting ist toll, alles sieht gut aus, Sound wahnsinn. Story ist der größte Müll, viele Löcher und die Dialoge sind so wahnsinnig schlecht, dass man (und das mein ich ernst) seinen Spaß dran hat. Ich kam vor 20 minuten aus der Vorstellung und muss sagen, ich hatte noch nie so sehr das Gefühl ein gleichwertiges Drehbuch für einen Blockbuster schreiben zu können. Wenn eine zusammengeschusterte Grundidee alles ist, ein wenig amerikanische Grundzutaten...et voila Aber ich will den Film echt nicht schlecht reden, macht wirklich Laune nur wie man sich erdreisten konnte, in Interviews zu behaupten, das Genre neu zu definieren und auf die starke Story zu verweisen???
  • sander90
    Komme gerade aus dem Film, leider eher enttäuschend. Die Geschichte ist schlecht und die Parallelen zu 2001 sind am Ende eine einzige Frechheit. Sowieo wird munter bei anderen Filmen geklaut was nicht festgenagelt wurde. Die FS Kritik setzt sich ja nur mit der zugegebenermaßen fantastischen Audiovisualität auseinander, um nicht auf den Rest eingehen zu müssen. Die unterkühlten ersten zwei Drittel des Films waren wirklich schön anzusehen, das letzte Drittel ist nur noch peinlich. 2 Sterne.
  • _kaphoon_
    in unserem regionalen tagesblatt gabs gerade mal 2 von 5 punkten. ich bin eher skeptisch...
  • Sven G.
    Guter Film. Teilweise sogar stark, Dank toller Technik. Inhaltlich bietet Oblivion aber auch genug. Viele Wendungen lassen einen miträtseln wie die Story weitergeht und in gesunden Abständen auch akzentuierte Schlenker, die neue Plots ermöglichen. Ein auch mal etwas andere Scie-Fi. Nicht größenwahnsinnig, dafür in seiner eher übersichtlichen Inszenierung pompös. Mir hat Oblivion richtig gut gefallen. Geklaut bei 2001? Nö. Aber bei Wall-E! Eve taucht auf, mehrfach - sind mit die spannendsten Momente. 4/5 Sterne
  • Michael F.
    Also ich verstehe hier einige schlechte Bewertungen nicht. Muss sagen das der Film mich für einen modernen Sci-fi film sehr beeindruckt hat. Er gibt optisch sehr viel hier und die Story ist raffiniert. Allerdings für "nicht Sci-fi Fans" zum Teil zugegebenermaßen etwas unverständlich.Sogar Tom Cruise hat mir in den Film sehr gut gefallen, was eher selten ist.Am besten fande ich jedoch das die CTI nicht überfrachtet, sondern immer passend eingesetzt wurde. Der film krankt nicht an den effekten (wie viele filme von heute) sondern die effekte haben immer eine Funktion und die Bilder sind wirklich berauschend.von mir gibts 5/5 Sterne und eine Weiterempfehlung für jeden Sci-fi Fan der nicht nur hohles geballer sehen will.
  • Konrad G?ddenhenrich
    geil geil geil, absolut zu empfehlen wenn man SciFi-Filme (auch modernere) mag, dafür sogar recht wenig action.
  • Alexander G.
    Bild- und soundgewaltiges Sci-Fi-Werk, dass zwar teils eigenständiger vom erzählerischen Kern sein könnte - aber dennoch jederzeit spannend und unterhaltsam daherkommt. Für solche Filme ist das Kino doch gemacht, um uns zum staunen zu bringen und das schafft Oblivion - dank allein bestechender CGI mühelos 4/5
  • Christian S.
    Der Film ist schon in Ordnung. Wenn man allerdings den einen oder anderen Sci-Fi Film kennt, könnte einem hier das eine oder andere arg bekannt vorkommen. Man darf hier auch mal ganz offen über Ideendiebstahl reden. Ohne zu viel verraten zu wollen, die letzten 10 Minuten sind annähernd 1:1 von Independence day abgeklaut. Eigentlich ganz schön dreist. Aber das Design holts schon einigermaßen wieder rein : 6/10
  • Peter M.
    "Normalen" Kinogängern kann man von diesem Film nur abraten. Ich habe mich selten im Kinoso gelangweilt: dünne Geschichte, keine Entwicklung irgendwelcher Charaktere, ermüdend vielund lautstarkes Geballere. Ein echter "Balla-Balla"-Film eben.Fazit: Zu empfehlen höchstens wegen Sound, Ausstattung und computergestützter Spezial-Effekte (beeindruckend: der Flug ballonförmiger Weltraumfahrzeuge). Dafür 5 Sterne. Für dieanderen Bestandteile, die einen Film ausmachen (Drehbuch, Darstellung usw.) : kein Stern.Gesamtwertung: ein Stern.
  • Timm W.
    Mir hat er gut gefallen! Diese unterkühlte, technische und entmenschlichte Atmosphäre insbesondere zu Anfang hat mir extrem zugesagt. Gattaca hat letztes Mal solch eine Stimmung bei mir erzeugt - aber den mochte ja auch nicht jeder. Nur die Kommunikation mit der Mission Control war etwas sehr Mainstream lastig... 'Na, da stimmt doch irgendetwas nicht' ... sollte sich der Kinozuschauer direkt fragen. Das geht auch subtiler. Und der Artdesigner der Drohnen hat wohl zuviel Portal 1/2 gezockt... ;)... Worüber man sich auch schon lustig macht -> http://www.youtube.com/watch?v...
  • Cinergie
    @Peter M.Das ist eine Logik: Schnitt von 1 Stern und 5 Sternen gibt 1 Stern? Der Film muss Ihnen ja nicht gefallen aber Punkte wie Sound, Ausstattung und Special Effects gänzlich ausser Acht zu lassen bei einem Film, ist nicht sehr seriös. Wenn Sie diese Punkte schon als Pluspunkt aufzählen seien Sie doch so ehrlich, auch entsprechend das Fazit fair zu gestalten: z.B. 2.5 Punkte? Aber Ihre Kritik greift eh zu oberflächlich, Darstellung, Drehbuch und Inszenierung sind in meinen Augen sehr wohl gelungen und das darf man objektiv sehen. Ich bin auch nicht ein grosser Fan von Tom Cruise als Mensch aber man muss anerkennen, dass er sich zu einem guten Schauspieler entwickelt hat. Und die Geschichte ist sehr wohl originell und hat ein paar gute Überraschungen parat. Aber entweder springt der Funke rüber oder eben nicht.
  • ShAd_1337
    was soll eigentlich der schwachsinn mit dem angeblichen freeman cameo?seine rolle ist alles, aber ganz sicher kein cameo
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