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    So zog der Regisseur von einigen der besten Western aller Zeiten über seinen Star Clint Eastwood her: "Er ist ein Marmorblock"
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    Die sogenannte Dollar-Trilogie hat Clint Eastwood einst berühmt gemacht. Dabei hatte Regie-Legende Sergio Leone nicht allzu viel für seinen Star übrig – im Gegensatz zu einer anderen Schauspiel-Ikone...

    LEONINE

    Clint Eastwood feierte seinen großen Durchbruch nicht etwa in Hollywood, sondern in Italien: Nachdem er sich zunächst mit Fernsehserien und Nebenrollen in Filmen wie dem Monster-Klassiker „Tarantula“ (1955) über Wasser hielt, wurde er durch die Zusammenarbeit mit Regie-Legende Sergio Leone zur Western-Ikone – gemeinsam realisierten sie zwischen 1964 und 1966 die sogenannte Dollar-Trilogie, bestehend aus den Filmen „Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“ und „Zwei glorreiche Halunken“.

    Eastwood verdankt Leone also im Grunde seine Karriere, denn auch nach seiner Rückkehr in die USA machte der „Dirty Harry“-Star nicht zuletzt mit Western-Filmen auf sich aufmerksam, die er zum Teil auch selbst inszenierte (von „Ein Fremder ohne Namen“ über „Der Texaner“ bis hin zum Oscar-Erfolg „Erbarmungslos“). Doch wer nun glaubt, die beiden wären ein Herz und eine Seele gewesen, täuscht sich: Zumindest Leone hat in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, was er von der heutigen Schauspiel- und Regie-Legende hält – nämlich nicht allzu viel...

    Leone hat in seiner etwas mehr als 20 Jahre umspannenden Karriere nur sieben Filme geschaffen, darunter befinden sich neben der Dollar-Trilogie allerdings ewige Meisterwerke wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ und der Gangsterfilm „Es war einmal in Amerika“, den er 1984 mit Robert De Niro drehte. Von diesem zeigte sich der 1989 in Rom verstorbene Filmemacher deutlich beeindruckter als von seinem Mehrfach-Kollaborateur Eastwood, wie er in einem Interview mit American Film verriet:

    „Robert De Niro wirft sich regelrecht in seine Rollen hinein und legt sich eine neue Persönlichkeit an, wie andere ihren Mantel anziehen würden, natürlich und voller Eleganz, während Eastwood sich in eine Rüstung zwängt und das Visier mit einem rostigen Klirren herunterlässt“, so Leone. „Eastwood bewegt sich wie ein Schlafwandler zwischen Explosionen und Kugelhagel, und er ist immer derselbe – ein Marmorblock. Bobby [De Niro] ist in erster Linie ein Schauspieler. Clint ist in erster Linie ein Star. Bobby leidet, Clint gähnt.“

    Seiner Abneigung zum Trotz hat Leone drei Jahre lang intensiv mit dem inzwischen 93-Jährigen zusammengearbeitet, denn insgeheim wird auch er gewusst haben, dass Eastwood natürlich für genau die lakonisch-bärbeißige Art geschätzt wird, die er so hart an ihm kritisiert hat. Dass Eastwood wie etwa in „Die Brücken am Fluss“ (1995) durchaus auch das ganz große Gefühlskino beherrscht, hat Leone leider nicht mehr miterlebt...

    Warum ist Clint Eastwood auch nach 60 (!) Jahren noch ein Star? Quentin Tarantino hat eine Antwort

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