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    "Das beste Drehbuch, das Marvel je hatte": "Avengers"-Regisseur trauert verworfenem "Ant-Man"-Skript von Kult-Regisseur nach
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    „Ant-Man“ wäre wahrscheinlich ein anderer Film geworden, wenn Edgar Wright die Regie übernommen hätte – und laut Joss Whedon auch ein besserer.

    Als die Marvel Studios den ersten „Ant-Man“-Solofilm in Angriff nahmen, beauftragten sie zunächst Edgar Wright, der mit Komödien wie „Shaun Of The Dead“ oder dem Actionfilm „Baby Driver“ große Erfolge gefeiert hatte. Für den vergleichsweise humoristischen Ansatz des Films wäre Wright sicher genau der richtige Regisseur gewesen, doch bekanntermaßen kam alles anders: Der Comic-Gigant war nicht allzu begeistert von dem Skript, das der „Hot Fuzz“-Regisseur gemeinsam mit dem britischen Komiker Joe Cornish ausgearbeitet hatte – und bat um eine Vielzahl an Änderungen.

    Unter der Bedingung, den ursprünglich anvisierten Tonfall beibehalten zu dürfen, willigte das Autoren-Duo ein, das Drehbuch nach den Wünschen von Marvel zu überarbeiten. Doch obwohl die Produktion daraufhin sogar verschoben wurde, übergaben die Produzenten das Drehbuch zwischenzeitlich an einen hauseigenen Autor, der eigenmächtig gravierende Änderungen an den Dialogen vornahm und stärkere Bezüge zum MCU einfügte. Wright erkannte sein Skript kaum wieder – und trat frustriert von seinem Regie-Posten zurück.

    Gegenüber The Playlist versuchte sich Joe Cornish an einer Erklärung dafür, warum es mit Edgar Wright und Marvel einfach nicht funktioniert hat: „Sie hatten dieses Universum, in das die Filme integriert werden mussten. Edgar ist ein Autorenfilmer. Edgar Wright macht Edgar-Wright-Filme. Letztendlich ist es deshalb nicht dazu gekommen, denke ich.“ Marvel wollte also anscheinend eine weniger prägnante Handschrift – und engagierte für die Regie von „Ant-Man“ schließlich Peyton Reed („Der Ja-Sager“).

    Mindestens einer hält es für einen gewaltigen Verlust, dass die Original-Version des Drehbuches nicht verwendet wurde und Wright den Regiestuhl räumte: Joss Whedon, der mit den ersten beiden „Avengers“-Filmen selbst zwei MCU-Blockbuster verantwortete. Im Buch „MCU: The Reign Of Marvel Studios“ kam der „Buffy“-Schöpfer regelrecht ins Schwärmen, als es um das so nie verfilmte „Ant-Man“-Skript ging (via FandomWire): „Ich hielt es für […] für das beste Drehbuch, das Marvel je hatte […]“, so Whedon. „Ich hatte vorher keinerlei Interesse an Ant-Man. Doch dann habe ich das Drehbuch gelesen und dachte: ,Natürlich! Das ist so gut!'“

    „Ant-Man“ wurde zum Box-Office-Erfolg und zog zwei direkte Fortsetzungen nach sich, die ebenfalls Peyton Reed inszenierte. Laut Whedon hätte Paul Rudds Superhelden-Debüt aber noch mehr Potenzial gehabt, wenn das Studio an der ursprünglichen Fassung festgehalten hätte. Wie ein Marvel-Film unter Wrights Ägide aussehen würde, werden wir nun aber womöglich nie erfahren...

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