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Aus 7 mach 6: So hätte Cary Fukunagas Version von Stephen Kings "Es" ausgesehen
Von Julius Vietzen — 28.09.2017 um 20:00
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„True Detective“-Schöpfer Cary Fukunaga war lange als Regisseur für „Es“ vorgesehen, bevor dann Andy Muschietti das Ruder übernahm. Nun gibt es neue Details zu Fukunagas Drehbuchentwürfen für die Stephen-King-Neuverfilmung.

2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC. ALL RIGHTS RESERVED / Brooke Palmer

Als im November 2013 eine Neuverfilmung von Stephen Kings Mammutroman „Es“ angekündigt wurde, stand „True Detective“-Macher Cary Fukunaga bereits als Regisseur und Drehbuchautor fest. In den folgenden Monaten berichteten wir regelmäßig über „Es“, bis Fukunaga dann im Mai 2015 das Handtuch warf und „Mama“-Regisseur Andy Muschietti das Projekt übernahm. Muschiettis Version ist nun in den Kinos zu sehen und hat nicht nur uns absolut überzeugt (hier geht’s zur 4,5-Sterne-FILMSTARTS-Kritik). Doch eine Frage liegt natürlich nahe: Wie hätte eigentlich Fukunagas Version ausgesehen?

In Interviews nach seiner Entlassung verriet Fukunaga zwar einige Details, so habe er etwa echte Figuren entwerfen wollen, während die Produktionsfirma New Line Cinema lieber Archetypen wollte. Aber genauere Einblicke lieferte nun erst ein YouTube-Kanal namens LowRes Wünderbred, dessen Betreiber in einer Reihe von Videos gleich zwei Drehbuchentwürfe von Fukunaga vorstellt und auch das ganze Drumherum der Produktion erläutert (via Slashfilm).

Laut LowRes Wünderbred stammen die beiden Drehbuchversionen aus den Jahren 2014 und 2015. Die Version von 2014 kommt dabei in der Darstellung des YouTubers ziemlich schlecht weg, der sich vor allem an vielen recht unnötig scheinenden Änderungen stört: So wurden etwa die Namen der Figuren geändert (Bill Denbrough heißt Will Denbrough) und Pennywise verwandelt sich nicht mehr in gruselige Horrorgestalten, sondern nimmt die Form von eher abstrakten Ängsten an. So muss sich etwa einer der männlichen Loser in Gestalt einer nackten Frau mit seiner erwachenden Sexualität auseinandersetzen. Der größte Kritikpunkt ist aber, dass die sieben jungen Protagonisten nie wirklich eine Gruppe bilden, sondern Einzelkämpfer bleiben. Hier könnt ihr euch das gesamte Video anschauen:

 

Die Version von 2015 unterscheidet sich noch stärker von Kings Buchvorlage, kommt aber in der Besprechung von LowRes Wünderbred insgesamt besser weg – und das, obwohl Stanley in dem späteren Drehbuch komplett gestrichen wurde und nur noch als Goldfisch (!) auftritt. Einige seiner Charaktereigenschaften wurden jedoch auf Richie übertragen, der hier den Nachnamen Goldfarb trägt und jüdisch und (offenbar) homosexuell ist. Trotzdem funktioniert laut LowRes Wünderbred die Chemie zwischen den Figuren wesentlich besser. Außerdem gebe es einige faszinierende Einblicke in Pennywise‘ Vergangenheit. Das gesamte Video findet ihr hier:

 

Andy Muschietti war jedoch offenbar anderer Meinung als Fukunaga und LowRes Wünderbred. In unserem FILMSTARTS-Interview geht der Regisseur auch auf Fukunagas Version von „Es“ ein und beschreibt die Änderungen, die er vorgenommen hat, nämlich unter anderem Stan wieder hinzuzufügen. Ihm sei die emotionale Verbindung zu jeder einzelnen Figur wichtig gewesen, so Muschietti, und er habe unbedingt zeigen wollen, dass die sieben Kinder gemeinsam eine Gruppe bilden, in der sie die Kraft finden, um Pennywise zu besiegen. „Es“ läuft seit dem heutigen 28. September 2017 in den deutschen Kinos, wo ihr euch selbst einen Eindruck von Muschiettis Version machen könnt. Fukunags Version wird hingegen wohl für immer ein faszinierender Fall von „Was wäre, wenn...“ bleiben.

Es Trailer (2) DF

 

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Kommentare
  • Darklight ..

    Puuuuh...
    Also, ich liebe "True Detective" sehr...
    Aber jetzt bin ich grade richtig froh, da Fukunaga es NICHT gemacht hat.
    Stanley wegzulassen wäre ein Fauxpas sondergleichen gewesen! So als wenn man Chewie bei STAR WARS weglassen würde. Neee... geht gar nicht.
    Und ja... die Energie der Gruppe ist das, was ES besiegt hat. (Weshalb ich auch ganz anderer Meinung bin, was den gemeinsamen Sex der Jungs mit Beverly angeht. Das nämlich zeigt die tiefe emotionale Verbundenheit der Jugendlichen untereinander und ist mitnichten unwichtig. Auch wenn es politisch korrekter ist, diese Szene als "überflüssig" z beschreiben...). Aber wie auch immer...
    Der Ansatz von Andy Muschietti scheint mir wesentlich besser.
    Und ich freue mich jetzt wahnsinnig auf den Film.
    : )

  • WhiteNightFalcon

    Puh, Glück gehabt, dass es Muschetti geworden ist.

  • Silvio B.

    Wenn sie diese Szene in den Film genommen hätten, würden sich alle Berichte nur noch darum drehen und nicht mehr um den Inhalt. Und das wäre schon schade.

  • Darklight ..

    Ja... da hast Du völlig Recht...

    Und wahrscheinlich ist es auch gut so.

  • Silvio B.

    Ich gebe dir absolut recht. Das Problem ist eben, dass es noch Kinder sind. Und das geht einfach zu weit.

  • John K.

    Sehe es ähnlich, habe Pennywise teilweise sogar als störend empfunden. Wurde von mal zu mal ungruseliger. DIe Stärken des Films waren schon wie im Buch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Kids und deren realen Ängste im echten Leben. Was den Horror angeht lief es auf Insidious / Annabelle/ Conjuring-Nivaua ( nichts was man schon tausendmal vorher gesehen hat) . Ein solider Film aber die große Horroroffenbarung war es freilich nicht.

    Und die Drehbuchentwürfe zeigen schon deutlich in welche Richtung Fukunagas Version gegangen wären, weitaus düsterer und bedrückender. Und wenn wir eines von Shining lernen können, dass es oft richtig ist von der Vorlage abzuweichen um seine Version zu verwirklichen. Finde daher die Abweichungen von der Buchvorlage garnicht so abwegig.

  • Darklight ..

    Jooooarr... iss wohl wie mit guter Musik. Sie ist objektiv wirklich gut. Aber ich finde auch zu vielen Werken keinen Zugang.... oder erst nach vielen Malen hören...
    Bei Kings "ES" war es bei mir ein ganz besonderer Volltreffer zu einer besonderen Zeit. Vielleicht würde das Buch heute nicht mehr so stark bei mir wirken, aber damals hat es mich umgehauen...
    : )
    Und ja... ich werde ihn nächste Woche gucken...

  • Darklight ..

    Aaahh... das wußte ich gar nicht.

    Habe mich mit King als Person nie beschäftigt. Also, daß er mit Drogen zu tun hatte ist mir völlig neu. Interessant...
    Ich finde, King bringt einige Abgründe und Schattenseiten ganz gut in seinen Romanen unter... und bringt dadurch den Leser dazu, sich mit diesen Aspekten zu befassen.

    Finde ich grundsätzlich ganz gut...

  • Darklight ..

    Yep... das ist schon verständlich... und auch gut so.

    Ich finde es gut, daß es im Buch steht - und auf der Leinwand nicht verfilmt wurde. Hätten eh die wenigsten Verständnis für gehabt.

    (Von den Darstellern ganz abgesehen. Das geht natürlich nicht.)

  • Darklight ..

    Na, ja... es ist sicherlich auch klar, daß das nicht geht. Selbst Andeutungen davon wären sicher schwierig.
    Für mich war es aber auch ganz klar, daß es dabei schlicht um tiefe Liebe zwischen den Freunden ging. Und es weniger um "Sex" als um Verbundenheit ging...
    Aber sowas ist schwer vermittelbar.
    Ich bin allerdings auch überrascht, wie schnell wir große Probleme mit sexuellen Themen haben, aber wenn es um die deutliche Darstellung von Gewalt und extremen Formen von Mißhandlungen geht, wir da mittlerweile nicht mehr protestieren...

  • Silvio B.

    Habe den Film jetzt gesehen und kann nur sagen, dass die Szene nicht wie im Buch vorkommt, allerdings sich in anderer Form durch den ganzen Film zieht. Finde ich.

  • Darklight ..

    Ohh... Mann, ich bin so gespannt. Konnte nicht in die Premiere und werde ihn erst nächste Woche... ...freue mich sehr drauf!

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