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Es
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
4,5
hervorragend
Nicht der zu „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“, nicht der zu „Fifty Shades Of Grey“ und auch nicht der zu „Die Schöne und das Biest“ – kein Trailer wurde am ersten Tag nach seiner Veröffentlichung so oft im Netz angesehen wie der zu „Es“: Mit 197 Millionen Aufrufen in 24 Stunden hat die Horror-Neuauflage den vorherigen Rekordhalter „Fast & Furious 8“ locker abgehängt, die Vorschau zum achten Teil des Boliden-Blockbuster-Franchises brachte es nämlich „nur“ auf 139 Millionen Views. Die Nostalgie für den in den USA meistverkauften Roman des Jahres 1986 sowie die zweiteilige TV-Verfilmung von 1990 mit dem unvergesslichen Tim Curry als Horror-Clown Pennywise ist also offenbar gigantisch. Wohl auch deshalb haben die Marketing-Verantwortlichen bei Warner Bros. entschieden, den ersten Trailer mit einer verhältnismäßig ausführlich gezeigten Sequenz zu beginnen, die nahezu Einstellung für Einstellung aus der TV-Version übernommen wurde:

Stephen Kings "Es" - Vergleich 1990-2017 (FILMSTARTS-Original)

Das Reiten auf der Nostalgie-Welle hat sich an den US-Kinokassen bereist ausgezahlt - mit einen Einspielergebnis von 117,2 Millionen Dollar allein am ersten Wochenende hat „Es“ den bisherigen nordamerikanischen Horrorfilm-Startrekord von „Paranormal Activity 3“ mehr als verdoppelt. Aber nötig gehabt hätte der Film diesen Push aus der Vergangenheit nicht, denn der Grusel-Schocker von „Mama“-Regisseur Andrés Muschietti ist auch so einer der besten Horrorfilme der vergangenen Jahre.

Auch mehrere Monate nach dem Tod seines kleinen Bruders im Oktober 1988 stellt Bill Denbrough (Jaeden Lieberher) noch immer Experimente in der Garage an, um herauszufinden, was genau damals mit Georgie (Jackson Robert Scott) geschehen ist, der offenbar brutal in die Kanalisation hineingezogen wurde. Zugleich werden Bill und seine Freunde aus dem Klub der Verlierer wie der neu zugezogene Ben Hanscom (Jeremy Ray Taylor), der von seiner überfürsorglichen Mutter umgarnte Eddie Kaspbrak (Jack Dylan Grazer) oder der angehende Komiker Richie Tozier („Stranger Things“-Star Finn Wolfhard) von einer unheimlichen Macht heimgesucht, die es offenbar gezielt auf Kinder abgesehen hat und diese mit ihren scheinbar realgewordenen Ängsten konfrontiert. Bens Recherchen in der örtlichen Bibliothek ergeben, dass in der Stadt Derry offenbar im Abstand von etwa 27 Jahren immer wieder schreckliche Katastrophen geschehen – und dass es gerade jetzt an der Zeit für die nächste Rückkehr der häufig in Form des Horror-Clowns Pennywise (Bill Skarsgård) auftauchenden mysteriösen Macht Es wäre…

Es Trailer (2) DF

Abgesehen von Pennywise ist das größte Alleinstellungsmerkmal sowohl des Romans als auch des TV-Zweiteilers die parallele Erzählweise: Die Handlung springt immer wieder zwischen den 1950ern und 1980ern hin und her, während abwechselnd geschildert wird, wie Bill und seine Freunde als Kinder und 27 Jahre später noch einmal als Erwachsene gegen Es antreten. In der Kinoadaption fällt dieser Aspekt nun ersatzlos weg, die erwachsenen Ichs der Kinder werden maximal noch in der bereits angekündigten Fortsetzung auftauchen. Stattdessen will Regisseur Muschietti „das Publikum in die Kindheit dieser Figuren eintauchen lassen, ohne die Erfahrung durch zeitliche Sprünge oder Rückblenden zu vergiften“. Nun waren auch wir im Vorfeld schon ein bisschen enttäuscht, dass ausgerechnet diese faszinierende Seite des Stoffes ausgespart wird: Glattbügeln für ein modernes Hollywoodpublikum und so… Aber im Nachhinein müssen wir zurückrudern und zugeben: Die Entscheidung war absolut richtig! „Es“ von 1990 mag ein dramaturgisch außergewöhnliches TV-Projekt sein, nur überzeugt es eben leider nicht so recht (gerade die Sachen mit den Erwachsenen enttäuschen). „Es“ von 2017 ist hingegen ein im Vergleich gewöhnlicher erzählter Horrorfilm, der dafür aber herausragend gut funktioniert.

Das liegt zunächst einmal an der hervorragenden Besetzung: Natürlich steht Tim Currys Pennywise als einer der ganz großen ikonischen Horrorfilm-Bösewichte fast schon auf einer Stufe neben Mike Myers und Jason Voorhees. Aber Bill Skarsgård („Hemlock Grove“) findet mit seiner Hasenzahnprothese trotzdem einen spannenden eigenen Zugang zu der Figur – sehr viel weniger campy und ironisch, dafür aber geradeheraus grauenerregend. Noch wichtiger ist allerdings der jugendliche Cast, der hier ein eingeschworenes Cliquen-Gefühl heraufbeschwört, wie wir es glaubhafter seit der ebenfalls herausragenden Stephen-King-Verfilmung „Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers“ nicht mehr auf der Leinwand erlebt haben: Neben dem längst etablierten Jaeden Lieberher („St. Vincent“, „Midnight Special“) beeindruckt vor allem Sophia Lillis („37“) als langsam gegen ihren Vater aufbegehrende Beverly Marsh (für uns die vielversprechendste Entdeckung seit „Stranger Things“-Shootingstar Millie Bobby Brown).

Der aus Argentinien stammende Regisseur Andrés Muschietti hat seinen ersten Hollywood-Job bekommen, weil die Traumfabrik-Produzenten das titelgebende Monster in seinem Kurzfilm „Mamá“ derart beeindruckend fanden, dass sie ihm direkt eine Langfilmversion desselben Stoffes finanziert haben. Dieses Händchen für aufregend andere Kreaturendesigns zeigt sich nun auch in „Es“. Während uns die Riesenspinne aus dem TV-„Es“ allenfalls noch aufgrund ihrer miserablen Animation Albträume bereitet, begeistert die Neuauflage mit etlichen abgefahrenen Effekt-Ideen – vor allem wenn es um die Visualisierung der Kinderängste geht: So bekommt es Stan Uris (Wyatt Oleff, der junge Peter Quill aus „Guardians Of The Galaxy“) etwa mit einer Kreatur zu tun, die genauso aussieht wie das gruselige impressionistische Gemälde im Büro seines strengen Rabbiner-Vaters, während Ben Hanscom von einem kopflosen Mann gejagt wird, dessen Animationen absichtlich ein wenig „stottern“, um so auf die Stop-Motion-Effekte der 1990er-Version zurückzuverweisen. (Es gibt eine Menge solcher cleveren Anspielungen zu entdecken, selbst wenn im Sommer des Jahres 1989 eben „Batman“ und „Lethal Weapon 2“ statt wie 27 Jahre zuvor „Der Tod hat schwarze Krallen“ im örtlichen Kino laufen.)

Gleich in der Eröffnungsszene mit Georgie und seinem Papierschiffchen gibt es einen abgerissenen Arm – da fragt man sich schon kurzzeitig, ob die Neuauflage jetzt ausgerechnet auf eine Extraportion Gore setzt, um die Spannungssequenzen aufzupeppen. Aber zum Glück werden solche Gewaltspitzen auch anschließend nie zum bloßen Selbstzweck eingesetzt, was wiederum nicht heißt, dass Muschietti vor ihnen zurückschrecken würde (die fontänenartige Menstruations-Metapher im Badezimmer fällt dieses Mal sogar gleich ein paar Nummern größer aus und begeistert zugleich als eine der stärksten Szenen des Films). Letztlich darf man „Es“ in Sachen (Schock-)Handwerk - von der hochwertigen Ausstattung über das effektive Sounddesign bis hin zum kreativen Design der wahr werdenden Albträume - so ruhigen Gewissens auf einer Stufe mit den bisherigen beiden „Conjuring“-Filmen von James Wan ansiedeln.

Fazit: Die Kino-Neuauflage von „Es“ ist nicht nur sehr viel besser als die TV-Verfilmung von 1990, sondern eine der besten Stephen-King-Adaptionen überhaupt. Jetzt sind wir extrem gespannt, ob Andrés Muschietti im zweiten Teil dann auch noch das mit der parallelen Erzählung ähnlich überzeugend hinbekommt.
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Kommentare

  • sdli93

    Sauber, klingt gut, scheint nach den Trailern auch ein guter Film geworden zu sein! Wird def im Kino geschaut!

  • John K.

    Hatte das schlimmste befürchtet umso mehr freut es mich das er solide Kritiken einheimst. Werd auf jeden Fall im Kino geschaut, Einziger We̱rmutstropfen, wie schon bei Ant-Man hätte ich gern die Version des ursprünglichen Regisseurs gesehen...

  • Jimmy V.

    Super! Freut mich! Ein sinniger Horrorfilm, der auch noch erfolgreich ist und etwas mehr Geld zur Verfügung hat, dabei aber keine Kompromisse macht.

  • Evil Empire

    Yes! Nach dem schwachen "Dunklen Turm" u nd der schlechten Serien Adaption von "Der Nebel" - endlich ein King Werk, welches dieses mal voll punktet. Liste!

  • HalJordan

    Das nenne ich mal eine angenehme Überraschung. Die Trailer und Poster waren zwar allesamt sehr gelungen, dennoch war ich ein wenig skeptisch, ob der Film die immensen Erwartungen erfüllen kann. Daher freut es mich umso mehr, dass dieses Remake auch noch zu den besten Hororfilmen der letzten Jahre gehören soll. Kurzum, ich freue mich sehr auf den Kinobesuch!

  • Hans v.

    Nachdem eure Kritik zu Der Dunkle Turm so daneben war, wird das im Umkehrschluss wohl ziemlich enttäuschend sein. Naja was soll's.

  • John K.

    Edgar Wright und Cary Fukunaga sind zweifelsohne die fähgieren Regisseure ungeachtet vom Resultat der Filme ( nicht unerwähnt sollte auch bleiben das ihre Drehbücher nachwievor verwendet wurden, hat sicherlich zur Qualität des FIlms beigetragen ) .Klingt zwar nach Fantasterei aber sie hätten die Filme vielleicht zu Meisterwerken hieven können . Und so sehr ich mich für ,,Es" freue , der Nebensatz dass es mit den Conjuring-Filmen vergleichbar ist das einzig negative was mich in der Kritik stört.

  • Fain5

    Ja ich weiß Curry als Clown ist Kult aber das hatte man auch bei Jack Nicholsons Joker gesagt... Nach dem ersten Trailer wusste ich schon dass da ein feiner dreckiger Schocker auf uns zu kommt unabhängig davon, ob er der Vorlage gerecht wird. Schön dass er im Endeffekt sogar beides geschafft hat.

  • Der Eine vom Dorf

    Jawoll!!! Ich freue mich.

  • WhiteNightFalcon

    Da scheinen alle Vorschusslorbeeren wohl völlig berechtigt zu sein. Freu mich drauf.

  • TresChic

    Unvergesslicher Tim Curry?? Äh das war doch damals größter Mist. Das Zeug kam auf Video und war extrem langweilig. Wurde damals von Kritikern vernichtet.

  • TresChic

    Keiner, der die 90er Grütze gesehen hat sagt, das er Kult ist. Ich weiß nicht woher du das hast.

  • TresChic

    Dafür war the Mist als Kinofilm aber hervorragend.

  • BobRoss

    Deckt sich ziemlich gut mit den Lobeshymnen überall im Netz. Du solltest dir keine Sorgen machen.

  • Evil Empire

    Stimme ich dir vollkommen zu.

  • Darklight ..

    Krass... der Vergleich der Trailer ist echt spannend.
    Und ich finde, der neue Trailer ist in ALLEN Punkten deutlich besser. Hat deutlich die besseren Sets, Schauspieler, Ideen, den besseren Rhythmus, die besseren Einstellungen und besseren Sounds (das hört man hier natürlich nicht) - einfach die bessere Atmosphäre.
    Cool.
    Freue mich extremst auf den Film.

  • BobRoss

    Ich stimme Fain vollkommen zu. Als 90er Kind haben nahezu alle meiner gleichaltrigen Freunde den TV Zweiteiler gesehen. Ein Kultfilm muss keine Oscars gewinnen um einer zu sein, besonders nicht im Horror Genre.

  • sdli93

    Sorry, aber der dunkel Turm war schlecht. Absolut emotionsloses, aneinandergereihtes, sich lose irgendwas aus den Büchern zusammenreimendes 90 min Stephen King Referenzen einbauendes "Gäääähn" Kino ... und somit die Kritik auch berechtigt. Von daher mache ich ich mir hier durchaus Hoffnung auf einen guten Film.

  • Colin S.

    "Filmstarts" unterstützen diesen Film schon so lange Zeit, dass es mch dann immer stutzig macht, wenn sie als eine der ersten die Bestnoten zücken. Das gibt mir das Gefühl, als sei diese Bewertung nicht unabhängig.

  • Silvio B.

    Der 90er ES ist ein Fernsehfilm. Und dafür schon richtig gut. Natürlich kann man die Effekte nicht mit heutigen Fernsehfilmen vergleichen...und schon gar nicht mit aktuellen Kinofilmen.
    Er ist dennoch Kult und wird es auch bleiben.

  • TresChic

    Jetzt mal ganz im Ernst: hast du die Filme wirklich gesehen? Und btw die kamen in die Videotheken. Ich habe damals sofort zugegriffen. Leider war der Abend dann ruiniert. Da ist nichts Kult.

  • Silvio B.

    Nein, natürlich nicht. Ich rede immer über Filme, die ich nicht kenne...Es geht mir nur darum etwas gesagt zu haben.
    Wie gesagt, ein Meisterwerk ist es nicht. Aber dennoch Kult. Auf eine andere Art.

  • Fain5

    Keiner? Du bist nicht zufällig weiblich? Immer und nie und so :-P

  • FAm Dusk Till Dawn

    Eine gelungene King Verfilmung mit ein paar Spezialeffekten zu viel (das lebende Gemälde ist nun wirklich alles andere als gruselig ...)
    Das tolle Setting, die Stimmung und einige wirklich albtraumhaft schöne Sequenzen lassen die geringen Schwächen vergessen.

    Kann man nur weiter empfehlen.

  • Michael B.

    8,2/10 bei imdb. 86% bei rotten tomatoes...

  • ChiliPalmer

    Also wenn ich die Kritik so lese, hätte ich eher 7-8 von 10 Sternen erwartet... Egal wird geguckt...

  • Smarty Music

    Als Teeni-Film klasse aber als Horror-Film nicht. Der ganze Kinosaal hat sich nur ein einziges Mal erschrocken.. alles Andere war eher komisch. Der Film wäre ganz ohne "ES" genauso gut gewesen. Bedeutet ein guter Film aber kein guter Horror-Film.

  • Christian K.

    So ein blödsinn

  • Fabian C.

    Stranger Things vs. Nightmare on elm street und ich hab doch so viel erwartet von der Neuauflage. Es wirkt alles wie glatt gebügelt leider und Pennywise ist weder gruselig noch wirklich lange zu sehen in den Szenen.

    Spoiler:

    Die Angangsszene mit dem Gulli war schon grotten schlecht. Der Biss in den Arm des Jungen sah aus wie eine ganz billige Plastikpuppe die zuschnappt und auch der Rest der Dämonenfiguren wirken lächerlich im ganzen Film. Die Mama aus dem Film Mama hat übrigens genauso mies ausgesehen. Das schlimmste war aber die "Spinne" :) Falls man das noch sagen kann dazu weil es 0 Prozent Thrill oder Atmosphäre hat diesen Wirrwarr von Verwandlungen mit anzusehen. Die Leute im Kino haben Reihenweise gelacht über die billige Achterbahnfahrt in die Kanalisation. Auch das Drama was die Kids zu Hause erleben ist ganz schlecht ausgefeilt. Immer wenn etwas Spannung aufkommt wird siw sofort abgebaut durch Dem Film fehlt eine gewisse Führung um wirklich "gut" zu sein. Ein sehr schlechtes i

  • Peter Roseneder

    ich werde mir in zukunft überlegen müssen, ob filmstarts noch die richtige seite für mich ist. in letzter zeit liegt ihr für mich mit den kritiken oft massiv daneben, das war früher anders.

    womit dieser film 9/10 verdient haben soll, ist mir schleierhaft. allenfalls sehr schreckhafte damen hebt es da manchmal aus dem sitz, aber ich hätte auch daneben zeitung lesen können (und im saal ging es vielen leuten so). Keine Überraschungseffekte, eine zusammenhangslose Handlung, kurzum: absoluter 08/15-kinderkram zum wegschlafen.

    wenn man bedenkt wie sehr filmstarts den film gehyped hat im vorgang und dann auch noch sieht, dass es in der ganzen kritik vielleicht in 5 % des textes um den eigentlichen film geht, fragt man sich ob da nicht evtl. am marketingbudget mitgenascht wurde.

  • Peter Roseneder

    maximal 2,5/5

  • Fain5

    Wow Leute im Ernst? Zuerst Star Wars und jetzt dieser Film? 4,5 Sterne? Für was? Aber erstmal vorweg: Der Film ist gut. Er ist unterhaltsam und die Schauspieler machen einen guten Job. Aber er hat mich als Coming of Age Film besser unterhalten als als Horrorfilm. Der Film war zu keiner Sekunde gruselig und das obwohl ich nach Mama richtig Hoffnung hatte. Also Christoph wo siehst du hier 4,5 Sterne? Achso und die Effekte werden gelobt? Wirklich? Das kann man 2017 doch besser hinbekommen.

  • Fain5

    Das gleiche sag ich schon seit Star Wars 7

  • Fain5

    Auch das sag ich schon seit Star Wars 7 :D

  • Fain5

    Wow warum so zickig? Du bist bisher als einziger anderer Meinung und greifst schon die anderen deswegen an?

  • Evil Empire

    Fand den Film sehr gut. Hier und da hat mir was gefehlt, weshalb ich dem Film eher 4 von 5 Sterne gegeben hätte. Kommt aber an das Buch recht nahe ran.

  • Fain5

    also nach all den miesepetern muss ich nun auch meinen senf dazugeben

  • sdli93

    Zuerst, guter Film. Aber, nicht gruselig. Meine Erwartungen nach dem Trailer wurden nicht erfüllt. Für die Länge des Films gab es keine "längen", was schon mal positiv zu bewerten ist. Jedoch war der Film weder fies, noch böse, was ich mir nach den Trailern irgendwie gedacht / erhofft hatte. Die Kinder Truppe ist sehr symphatisch, zerstört aber mit Ihren Witzen sofort jede im Ansatz gruselige Szene, und es werden auch nur 3 der Kinder näher vorgestellt. Die anderen verkommen im Laufe des Films zu Randfiguren und tauchen auf wenn man sie mal braucht. Dazu wirken die Szenen mit Pennywise lange Zeit wie eingestreute kurze Stelldicheins bis es wieder nur mit den Kids weitergeht, somit konnte der Film bei mir keinen Sog entwickeln, er tritt spannungsmäßig irgendwie auf der Stelle. Die Darstellung von ES habe ich mir auch irgendwie einfach fieser vorgestellt, er war dann im Endeffekt nicht der böse Clown den man erwartet. Wie gesagt, ich finde den Film nicht schlecht, und vll hatte ich auch die falschen Erwartungen (hab das Buch vor fast 20 Jahren gelesen), aber die Stimmung die ich damals hatte kam null auf (Muschietti hat den Film ja seinen Empfindungen als er das Buch mit 13 gelesen hat nachempfunden - so unterschiedlich kann das also sein) und was mich der Trailer erwarten ließ wurde auch nicht erfüllt. Allein das Haus in dem ES wohnt, bzw. wo der Zugang in die Kanalisation ist hat mich eher kalt gelassen. Auch die anderen Inkarnationen waren mir zu ersichtlich CGI um den an sich guten Gedanken der Visualisierung gruselig oder fies rüber zu bringen. Bis auf die Projektor Szene in der Garage und die Szene wo ES im Busch sitzt war das alles eher mau ...

    Ich hoffe auf den zweiten Teil ohne Kinder, und das es dort etwas mehr zur Sache geht.

    Alles im allen ohne Hype ne solide 3,5.

  • Luke M.

    Egal was ihr darüber denkt oder sagt.
    Den alten Klassiker fand ich um weiten besser. Der klassiker ist wärmer und ehrlich gesagt - der Clown ( Tim Curry) hatte seine Rolle ausgezeichnet rüber gebracht.

    Hatte wenigsten mit der Neuauflage auf etwas gehofft, was ich noch nicht gesehen hatte, wie zb. an das Buch zu halten ! Auch hier würden diese leider nicht erfüllt.
    Von daher ist die Neuauflage nur Geldmacherrei, mehr Brutalität und schon pervers - viele hatten sich eben was anders erhofft.

    Der zweite Teil wird ein Flopp, dass kann ich euch jetzt schon schreiben.

  • Asmundr

    Ich kann diese Einschätzung nachvollziehen. Doch eins sollte man bei diesem Dualismus Buch <> Adaption nie außer Acht lassen; ein Buch hat einfach von Natur aus den größeren Umfang und es kann nie der ganze Inhalt / Charakterdarstellung in den Film transportiert werden. Kings Vorlage hat aktuell immerhin über 1500 (!) Seiten (auch wenn in diesem Film natürlich nur die Kinderzeitlinie beleuchtet wurde). Da ist doch im Prinzip ganz klar, dass einiges auf der Strecke bleibt.
    Deshalb wird, sofern man die Vorlage kennt (und womöglich in all seiner Tiefe liebt), eine mächtige Erwartungshaltung aufgebaut, die leider nur zerstört werden kann.
    Deshalb spreche ich mich auch immer dafür aus, eine Adaption als eigenständiges Werk und möglichst unverfänglich auf sich Wirken zu lassen.

  • Lukas H.

    Ich hab den Film gestern gesehen und bin mit hohen Erwartungen rein gegangen. 9 von 10 für einen Horrorfilm - da dachte ich mir "nicht schlecht". Das letzte Mal habt ihr das Rating soweit ich mich erinnere für "The Conjuring" gezückt und da lagt ihr m.M. wesentlich präziser.

    Vorab: Ich habe weder das Buch, noch die TV-Verfilmung gesehen, mich aber im Vorfeld informiert.

    Im Grunde ein solider Film, der aufgrund von klasse Kinderdarstellern und einer Coming of Age-Story gut funktioniert, aber eben kein Horrorfilm für mich, da der Film sein Pulver unfassbar schnell verschießt. Ein etwas spärlicher Einsatz von Pennywise hätte dem Film sicherlich gut getan. Und dann schreibt einem dieser Film (wie aktuell so ziemlich jeder Horrorfilm) auch noch durch seine Jump-Scare-Soundkulisse vor, wann man sich gefälligst zu erschrecken hat. Mir geht dieser Trend sowas von gegen den Strich.

    Der Horror/Grusel findet doch eben im Kopf statt. Deshalb wundert es mich, dass Pennywise so oft vorkommt. Und dann fast immer während des Tages. Es gibt diese Szene am Anfang wo Georgie das Wachs im Keller holt und etwas sieht, das wie 2 leuchtende Augen aussieht. Bis er das Licht anmacht und sieht, dass es nur 2 Glaskugeln sind. DAS ist für mich ein Hauch von ätmosphärischem Grusel. Jeder kennt doch die Situation als Kind, wenn man an einen Ort geht vor dem man sich fürchtet und Sachen sieht, die eigentlich garnicht da sind. Das hat sich in dieser kleinen Szene gut übertragen. Als dann später Bill in den Keller geht, kommt wieder so ein CGI-Murks bei raus und Pennywise fliegt ihm entgegen...WOW!

    Mich wundert, dass der Regisseur von Mama hier so mit dem Mainstream geht. Mama fand ich gut, die Angst vor dem Ungewissen, die Angst die sich im Kopf abspielt, hat 3/4 des Films dominiert. Bis man halt dieses CGI-Wesen sieht...dann verfliegt der Grusel schnell, weil man seiner Angst nun ein Gesicht gibt. Aber dann doch lieber so.

    Einfach schade und verschenktes Potential. In Zeiten von immer schlechter werdenden Filmen, die du einen Tag später schon wieder vergessen hast, ist doch gerade der Einstieg in den Film sehr gut. Wann wird sich denn nochmal für Charaktereinführungen Zeit gelassen bzw. diese werden so prägnant inszeniert, dass ich mich recht schnell mit ihnen identifzieren kann. ( Das hat zuletzt "The Force Awakens" mit Rey und Finn echt gut hinbekommen, wobei dann der Rest des Films eher etwas vor sich hin geplätschert ist - anderes Thema.) Und genau da muss sich der Film die Frage stellen - was will er eigentlich? Will ich coming-of-age Story mit sympathischen Charakteren oder einen Horrorfilm. Oder beides? Genau das ist dabei rausgekommen. Man hätte den Cast schmälern sollen, denn ein paar Kids (das jüdische Kind & farbige Kind) tragen eigentlich kaum zur Handlung bei. Und dann sich mehr mit den individuellen Ängsten der Kids befassen sollen und diese dann gut inszenieren. Die Anfangsszene mit Georgie und dem Schiff hat doch gezeigt, dass es geht. Mir schwant böses wenn ich an den zweiten Teil mit erwachsenen Darstellern denke. Denn seine kindliche Angst auf einen Clown zu übertragen funtioniert doch besser, als im Erwachsenenstadium. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mit euren Kritiken meistens konform bin, nur diesmal finde ich die 9 von 10 echt lächerlich.

    Genau wie die 10 von 10 bei Dunkirk... das musste ich noch loswerden :)

  • Fain5

    Kann dir nur zustimmen, du hast sehr gut beschrieben, was auch ich an dem Film nicht gut fand. Bei Mama hab ich total angespannt da gesessen und gedacht "öffne bitte nicht den Schrank!" hier war keinerlei Grusel. Aber die Darsteller waren toll.

  • Evvil E.

    Sehr gut geschrieben. Ich habe mich leider kaum gegruselt. Irgendwie hat das gewisse Etwas gefehlt. Unabhängig davon, dass dieser Film angeblich näher am Buch sein soll ist der alte Penny Wise wesentlich grusliger. Er blödelt herum, reisst Witze aber verliert nie dieses unheimlich bedrohliche - dieses gewisse Etwas. Der neue Clown ist over the top. Dezent in Szene gesetzt gruselt man sich aber das Pulver wird so schnell verschossen. Irgendwann ist es einfach nur noch gähn. Zudem wirken die Szenen so seltsam aneinandergereiht. Finde ihn nicht schlecht aber 9 von 10 auf keinen Fall. 7 von 10 - ja.

  • Hans H.

    Also die Werbemaschinerie hat bei diesem Film ja bestens funktioniert. Kein Wunder, dass dieser der erfolgreichste Horror-Film aller Zeiten ist. Es wurde ja auch unglaublicher Hype darum gesponnen. Die Ernüchterung lies jedoch nicht auf sich warten. Ein guter Film, mehr nicht. Wer nicht grusel- oder horrorverwöhnt ist, der kann ES schon etwas abgewinnen, ansonsten hebt er sich nicht aus der breiten Masse ab. 6 von 10 Punkte, mehr nicht. Mal sehen, was der zweite Teil bringt, wenn die Clique erwachsen geworden ist.

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