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    Quentin Tarantino kommentiert "Kill Bill"-Autounfall: Uma Thurman verzeiht dem Regisseur
    Von Annemarie Havran — 06.02.2018 um 11:27
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    Uma Thurman hat sich erneut zu dem Unfall am Set von „Kill Bill“ geäußert und deutlich gemacht, dass sie Quentin Tarantino sein Verhalten verzeiht – Harvey Weinstein jedoch nicht. Derweil hat auch Tarantino Stellung zu dem Vorfall bezogen.

    TFM Distribution

    Uma Thurman hat in einem umfangreichen Interview mit der New York Times nicht nur die sexuellen Angriffe durch Produzent Harvey Weinstein öffentlich gemacht, sie sprach auch über einen gefährlichen Stunt am Set von „Kill Bill“, zu dem sie Regisseur Quentin Tarantino gedrängt haben soll, und veröffentlichte ein Video von den Stuntaufnahmen. 15 Jahre lang kämpfte sie um das Recht, dieses Material zu sichten, bis es ihr Tarantino schließlich aushändigte. Während sie die Vorwürfe gegen den Regisseur zwar nicht zurücknimmt, verdeutlicht Thurman in einer Nachricht auf Instagram aber, dass sie sich dessen bewusst sei, wie leid es ihm tue. Sie sei stolz auf ihn, dass er den Mut gefunden habe, nun das Richtige zu tun. Er habe ihr das Video ausgehändigt in dem Bewusstsein, dass es ihm schaden könnte.

    Nicht verzeihen hingegen könne sie Harvey Weinstein und zwei weiteren „Kill Bill“-Produzenten, Lawrence Bender und E. Bennett Walsh. Diese drei Personen seien dafür verantwortlich, dass man den ganzen Vorfall zu vertuschen versuchte. „Sie haben gelogen, Beweise zerstört und immer weiter gelogen über den dauerhaften Schaden, den sie verursacht haben, und dann haben sie sich entschieden, es zu vertuschen“, so Thurman. Dies sei in bösartiger Absicht geschehen und die drei sollten sich bis in alle Ewigkeit schämen, heißt es im Text weiter.

    i post this clip to memorialize it’s full exposure in the nyt by Maureen Dowd. the circumstances of this event were negligent to the point of criminality. i do not believe though with malicious intent. Quentin Tarantino, was deeply regretful and remains remorseful about this sorry event, and gave me the footage years later so i could expose it and let it see the light of day, regardless of it most likely being an event for which justice will never be possible. he also did so with full knowledge it could cause him personal harm, and i am proud of him for doing the right thing and for his courage. THE COVER UP after the fact is UNFORGIVABLE. for this i hold Lawrence Bender, E. Bennett Walsh, and the notorious Harvey Weinstein solely responsible. they lied, destroyed evidence, and continue to lie about the permanent harm they caused and then chose to suppress. the cover up did have malicious intent, and shame on these three for all eternity. CAA never sent anyone to Mexico. i hope they look after other clients more respectfully if they in fact want to do the job for which they take money with any decency.

    Ein Beitrag geteilt von Uma Thurman (@ithurman) am

    Inzwischen hat sich auch Quentin Tarantino zu Wort gemeldet und Deadline ein exklusives Interview zu den aktuellen Ereignissen gegeben. Uma Thurman habe ihn gebeten, ihr das Video zu geben, das er erst einmal suchen musste – „ich war sehr froh, es Uma dann geben zu können“, so der Regisseur. Ihm sei dabei klar gewesen, dass das Video in der New York Times veröffentlicht werde, jedoch habe er nicht geahnt, dass er dabei zum Haupt-Bösewicht werde. Er habe es versäumt, sich vorher mit Autorin Maureen Dowd wegen des Artikels in Verbindung zu setzen – was wohl die Anwälte der anderen Produzenten neben Weinstein getan hätten, so dass deren Namen nicht genannt wurden. In dem Artikel sei es so dargestellt, als würde Thurman ihn wegen des Unfalls angreifen, während die Schauspielerin mit dem Material doch vor allem die Produzenten anklagen wollte. Später machte dies Thurman in ihrem Instagram-Post auch deutlich, verteidigte Tarantino und nannte die drei Produzenten „allein verantwortlich“.

    Zu dem damaligen Vorfall erklärte er, es sei vom Team nie als ein Stunt angesehen worden, nur als eine Autofahrt. „Vielleicht hätten wir es so sehen sollen, aber das haben wir nicht“, so Tarantino. Er gibt zu, vielleicht genervt gewesen zu sein und mit den Augen gerollt zu haben, als Thurman ihre Bedenken wegen der Aufnahmen äußerte: „Aber ich war sicher nicht wütend oder außer Kontrolle. Ich bin nicht in Umas Wohnwagen gestürmt und habe sie angeschrien, sie solle in das Auto steigen.“ Auch sei die Straße eine ganz normale gewesen, er sei selbst auf ihr gefahren und Thurman habe immerhin einen Führerschein.

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    Aber Tarantino gibt auch zu, dass er die Situation falsch einschätzte: „Uma und ich haben uns wegen des Unfalls gestritten. Sie hat mich dafür verantwortlich gemacht und sie hatte das Recht, mich zu beschuldigen. Ich wollte nicht, dass das passiert. Ich hab sie überredet, in das Auto zu steigen, ich habe ihr versichert, die Straße sei sicher. Und sie war es nicht. Auch das Auto könnte fragwürdig gewesen sein, auch wenn wir das damals nicht wussten.“ Dass er entschied, die Fahrtrichtung zu wechseln, die plötzliche Kurve, die sandige Straße und das überladene Auto könnten in Kombination zu dem Unfall geführt haben – was zu den Dingen in seinem Leben gehöre, die er am meisten bereue.

    Auch gab Tarantino zu, dass Thurman ihm im Vorfeld der Dreharbeiten von Harvey Weinsteins sexueller Belästigung erzählt habe. Weil Weinstein auch gerade erst Tarantinos damalige Freundin Mira Sorvino belästigt hatte, wurde dem Regisseur klar, dass ein Muster in Weinsteins Verhalten vorlag. Er habe von dem Produzenten verlangt, zu Thurman zu gehen und sich zu entschuldigen und sie müsse diese Entschuldigung akzeptieren – nur dann würden sie „Kill Bill“ zusammen machen.

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