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    "Black Panther": So wollten Internet-Trolle einen Rekordstart verhindern
    Von Björn Becher — 19.02.2018 um 09:27
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    „Black Panther“ avancierte in den USA schon am ersten Wochenende zum Mega-Hit, übertraf alle Erwartungen und brach mehrere Rekorde. Dabei versuchten dies Internet-Trolle in letzter Minute noch zu verhindern....

    Walt Disney

    Gleich mehrere Internet-Kampagnen laufen derzeit gegen „Black Panther“. Nachdem schon vor Wochen eine Facebook-Gruppe, die sich selbst als Versammlung von DC-Fans und Marvel-Hatern bezeichnete und dazu aufrief, den Film negativ im Netz zu bewerten, publik wurde, gab es nun auch – wohl rassistisch motivierte – Attacken zum Start des Blockbusters.

    Rund um den Start von „Black Panther“ fanden sich plötzlich vor allem auf Twitter zahlreiche Berichte von angeblichen Kinobesuchern, die angaben, körperlich angegriffen worden zu sein. Die Behauptungen waren immer dieselben: Schwarze Zuschauer hätten weiße Besucher verprügelt, sie mit Worten wie „dieser Film ist nichts für euch“ aus dem Kino getrieben. Begleitet wurden die Behauptungen sehr oft von Bildern blutender oder blau geschlagener Frauen. Allerdings wurden die Postings schnell als Fake entlarvt.

    Über die umgekehrte Bildersuche von Google konnten Nutzer sehr schnell ermitteln, dass die im Zusammenhang mit diesem Postings verwendeten Bilder aus der Berichterstattung von älteren Gewalttaten oder teilweise sogar aus Make-Up-Tests stammen. Einige der Trolls verwendeten sogar Bilder von einer Anti-Gewalt-Kampagne aus Serbien, für die sich Models so schminken ließen, als seien sie verprügelt worden.

    Obwohl die Vorwürfe umgehend als Fake entlarvt wurden, erreichten sie eine so große Aufmerksamkeit, dass sich zahlreiche US-Polizeibehörden sogar zu Stellungnahmen genötigt sahen. Diese waren immer gleich: Es seien keinerlei Gewalttätigkeiten rund um „Black Panther“-Vorführungen bekannt. Twitter löschte den Großteil der als Fake entlarvten Postings und bannte zudem ganze Accounts. Auch „Guardians Of The Galaxy“-Regisseur James Gunn reagierte via Twitter:

    Die falschen Nachrichten über angebliche rassistisch motivierte Verbrechen im Zusammenhang mit den „Black Panther“-Vorführungen sind nur die Spitze einer Reihe von Kampagnen gegen den Film. Nach wie vor gibt es zahlreiche Aufrufe, negative Bewertungen auf rottentomatoes, imdb und Co. abzugeben, wobei viele der Hater dazu raten, nicht die niedrigste Bewertung zu geben und lange Begründungen zu schreiben, um die Chancen der Entdeckung zu minimieren. Daneben wurde in den USA unter anderem auch via Twitter die Falschmeldung verbreitet, dass man mit sogenannten EBT-Karten, die Sozialhilfe-Empfänger zum Beispiel zum Einkauf von Essen bekommen, den Film sehen könne. Die Idee dahinter war wohl, dass es dann zur Ansammlung zahlreicher abgewiesener und unzufriedener Besucher käme.

    All die Versuche, den Erfolg des Films kleinzureden oder zu relativieren, laufen aber letztlich ins Leere:  „Black Panther“ gelang in Nordamerika der fünftbeste Start eines Films überhaupt. Einnahmen von rund 218 Millionen Dollar werden nach dem langen Wochenende (am heutigen Montag ist der „Presidents Day“, ein Feiertag) zu Buche stehen. Die 192 Millionen Dollar von Freitag bis Sonntag sind die höchsten Einnahmen, die je im Monat Februar erzielt wurden. Dabei ließen sich auch weiße Zuschauer von den Falschmeldungen nicht abschrecken. Laut einer Untersuchung von comscore war zwar mit 37% der größte Anteil der Besucher schwarz (normalerweise im Schnitt nur 15%!), aber auch 35% der Besucher weiß sowie zudem 18% Kinogänger hispanischer Abstammung.

     

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    Kommentare
    • natchan
      Würde ich vermutlich genauso machen, wenn ich ein Schwarzer in den USA wäre.
    • Vincent
      Noch vor ein paar hunder Jahren waren 99 % aller Menschen Rassisten. Jetzt sinds vielleicht 10-20%. Keine Ahnung. Jedenfalls gibt es keinen Grund den Planeten wegzuballern nur weil ein paar Idioten nen Film nicht mögen.
    • Pink Panther
      Es geht um die konstruiert gesellschaftspolitische Komponente, die besonders beim Ghostbusters-Remake, Wonder Woman und Black Panther negativ auffiel und selbstverständlich Hater produziert:Es ging in den Medienberichten primär um die Bedeutung der Geschlechter und Hautfarben der Charaktere und nicht die Qualität der Filme selbst. Diese Filme wurden unabhängig von ihrer Qualität als Meisterwerke gefeiert (ja, sogar Ghostbusters...), was sie alle drei nicht sind, wenngleich letztere beiden sicherlich über dem Durchschnitt liegen.Dass diese Filme Rassisten bzw. Chauvinisten eine Steilvorlage bieten, das bezweifle ich nicht. Allerdings verfehlt es die positive Wirkung solcher politisch-korrekten Filme, wenn der Erziehungseffekt per Holzhammer kommt und das potentielle Publikum täglich mehrmals von den Massenmedien um die Ohren gehauen bekommt, wie wichtig diese Filme doch sind.Man erinnert sich an Berichte von mehreren Migliedern der Academy Awards, die für 12 Years a Slave stimmten, obwohl sie den Film gar nicht gesehen hatten. Sie fanden es einfach wichtig, dass er gewinnt.Wichtig bzw. fortschrittlich sind diese Filme. Aber zu dieser Erkenntnis muss das Publikum von sich selbst aus kommen. Wenn die Massenmedien dem Publikum diese freie Entscheidung nehmen, dann nimmt man in Kauf, dass viele potentielle Zuschauer diese Filme aus Prinzip ablehnen, weil es zu durchsichtig scheint, dass sie nicht nur unterhalten, sondern auch belehren wollen.
    • Thomas
      Aber irgendwie ist es doch auch sehr traurig, dass ein Film jetzt auf einmal schon kurz nach dem Start, nicht mehr allein für seinen Inhalt gefeiert wird, sondern er jetzt quasi schon durch solch eine böse und primitive Hasskampagne auch so eine politische Färbung bekommt. Eigentlich sollte man ja aus Freude und Spass ins Kino gehen können und als Fan den Film feiern, und nicht weil man damit ein Signal setzen muss und um gegen Rassismus zu demonstieren. Mehr als traurig, dass es so weit schon ist.
    • WhiteNightFalcon
      Denke auch, dass viele Schwarze sagen werden: Jetzt erst recht!
    • WhiteNightFalcon
      Der war gut. 👍🏼👍🏼
    • WhiteNightFalcon
      Deine Theorie fällt schon deswegen in sich zusammen, weil so eine Kampagne dann jedem Marvel Film entgegen schlagen müsste, der in letzter Zeit gestartet ist und zum anderen dann auch in mehr Ländern zu beobachten sein müsste, als nur den USA. Wenn wie hier über alle möglichen Kanäle aber nur Black Panther schlecht gemacht werden soll und es sich nur auf die USA beschränkt, ist das recht eindeutig, zumal das rassistische Gesocks in den USA legaler agieren kann, als hier. Da wollten schlicht einige den Eindruck erwecken, Black Panther würde ähnliche Unruhen verursachen, wie die Zulassung schwarzer Studenten an den Unis in den 60er.... zum Glück ohne Erfolg..... Social Media sei Dank.
    • natchan
      Mit dieser Aktion sage ich dem Film voraus, dass er sich viele Wochen in den Top10 halten wird und viele Schwarze aus Prinzip mehrmals in den Film reingehen werden. Mal schauen wie gut er wirklich ist. Aber vor Avengers 3 hab ich erstmmal keine Lust auf nen Marvel Solofilm im Kino. Ich warte auf den Bluray Release.
    • Platinumx
      Da wird sich der ein oder andere Rassist aber ganz schön schwarzärgern.
    • Pink Panther
      Es ist lächerlich, hinter allem Rassismus, Sexismus und Homophobie zu vermuten, nur weil sich immer mehr Menschen zunehmend gegen massiv inszenierte Hypes der Unterhaltungs- und Medienindustrie stellen, die eine sozialpolitische Richtung vorgeben wollen und alle Menschen in eine Schmuddelecke drängen wollen, die diese Filme nicht unterstützen.
    • Deliah C. Darhk
      *lachflash*Haven bestimmt alle grosse runde Ohren, oben am Kopf.XD
    • Deliah C. Darhk
      Danke. :)
    • g
      ist
    • Alias
      Wird lustig bei Filmen wie Warcraft: Asian/Other 90% ;-)
    • WhiteNightFalcon
      Traurig, dass Amerika auch fast 160 Jahre nach der Sklavenbefreiung den Rassismus nicht los wird.Nur gut, dass das meiste davon schnell als Schwindel entlarvt wurde und Black Panther nen Megastart hingelegt hat. Kann man dem Film nur ein gutes Standig in den Folgewochen wünschen. An Marvels Stelle würd ich glatt nen Statement veröffentlichen:Nen Bild von T'Challa und drunter gaaaanz groß:Black Superhero triumphants over Racists!
    • EvilCyano
      Lachhaft! Nennt mich Zyniker aber da kann man mal sehen wie behindert die Menschen in ihren Köpfen sind... Hoffentlich ballert mal irgendeiner den Planeten weg denn nach tausenden von Jahren haben die Menschen immer noch nicht gerafft dass diese Rassismussschiene Bullshit ist und das wird auch niemals passieren denn egal für wie Schlau wir uns halten, wir sind dumm...
    • Larry Lapinsky
      Wen wundert's, wenn man sich den gesellschaftlichen Klimawandel unter Herrn Trump in den USA anguckt? Der Fisch stinkt halt vom Kopf her, und hier geht's auch bald los, wenn wir solche Rassisten wie Poggenburg & Co. gewähren lassen. Bis jetzt war ich ja vorsichtig mit der Nazi-Keule, aber irgendwann ist das Maß voll. Wehret den Anfängen!
    • Bj?rn Becher, FILMSTARTS.de
      Die 4. Gruppe heißt in den ComScore-Statistiken einfach nur Asian/Other und das sind dann die übrigen 10% (was übrigens in diesem Fall auch dem typischen Schnitt bei US-Ticketverkäufen entspricht)
    • Sentenza93
      Ohne Worte!
    • Sentenza93
      Der Rest waren Disney-Mitarbeiter. Die zählen als eigene Volksgruppe. ;D
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