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Drama für Terry Gilliam: Kult-Regisseur verliert alle Rechte an "The Man Who Killed Don Quixote" – Kinostart in Gefahr
Von Carsten Baumgardt — 20.06.2018 um 19:00
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Mehr als 20 Jahre plagt sich Regisseur Terry Gilliam nun schon mit seinem Traumprojekt „The Man Who Killed Don Quixote“ herum, jetzt entschied ein Pariser Gericht in einem Rechtsstreit gegen den Briten. Doch was bedeutet das für den Film?

Einen Monat nachdem alles nach einem glorreichen Happy End für Terry Gilliam („12 Monkeys“, „Fear And Loathing in Las Vegas“) ausgesehen hatte und der Ex-Monty-Python mit seiner parodistischen Abenteuer-Komödie „The Man Who Killed Don Quixote“ beim Filmfestival in Cannes eine rauschende und umjubelte Weltpremiere feierte, ist der Katzenjammer kolossal groß. Terry Gilliam ist jetzt nicht mehr offizieller Eigentümer der Filmrechte von „The Man Who Killed Don Quixote“, sondern Produzent Paulo Branco, mit dem der Regisseur seit Jahren im Streit liegt.

Illegale Produktion

„Das Urteil bedeutet, dass alle Rechte an dem Film Alfama [Brancos Firma] gehören. Jede Veröffentlichung und Aufführung bis zum jetzigen Zeitpunkt war komplett illegal, ohne die Zustimmung von Alfama“, sagte Paulo Branco in einem Interview mit Screen Daily. Der ganze Film sei illegal produziert worden. Dazu muss Gilliam auch noch (die läppische Summe von) 11.600 Dollar an Branco bezahlen.

Branco wollte „The Man Who Killed Don Quixote“ ursprünglich produzieren, überwarf sich dann aber mit Gilliam – aus Sicht des Regisseurs, weil der Produzent das vereinbarte Budget nicht bereitstellen konnte. Gilliam machte trotz eines Vertrages, der für ihn nicht erfüllt wurde, auf eigene Faust weiter und beschaffte Finanziers. Letztendlich hatte die chaosbeladene Produktion von „The Man Who Killed Don Quixote“ ein Budget von 18 Millionen Dollar. Adam Driver und Jonathan Pryce sind in den Hauptrollen zu sehen.

Bereits in Frankreich gelaufen

Nicht nur in Cannes ist „The Man Who Killed Don Quixote“ schon gelaufen, der Film hatte in Frankreich bereits einen regulären Kinostart, wo rund 100.000 Franzosen Eintrittskarten lösten. Auch in Spanien lief der Abenteuerfilm schon – vor der jüngsten Gerichtsentscheidung. Doch wie geht es nun weiter? Wir haben Terry Gilliam beim Filmfestival in Cannes interviewt. Dort gab sich der 77-Jährige sehr gelöst und sehr erleichtert, weil kurz vor dem Start des Festivals ein französisches Gericht die Forderung nach einem Aufführungsverbot von Paulo Branco abgelehnt hatte. Für ihn war die gefühlt unendliche Odyssee „The Man Who Killed Don Quixote“ zu Ende. Pläne für weitere Filme habe er erstmal nicht, meinte er. Zu groß war der Stress. Aber Entwarnung für seine Fans: Trotzdem werde Gilliam noch weitere Werke in Angriff nehmen.

Concorde
Adam Driver und Jonathan Pryce in "The Man Who Killed Don Quixote"

Kinostart in Deutschland noch unklar

Ob das deutsche Publikum „The Man Who Killed Don Quixote“ tatsächlich ab dem 16. September 2018 zu Gesicht bekommt (oder auch wie geplant Ende des Monats beim Filmfest München), wird sich zeigen. Zudem ist davon auszugehen, dass Produzent Branco seinen Feldzug gegen Gilliam fortsetzen wird. „Wir werden Schadensersatz mit Zinsen von allen fordern, die an der illegalen Produktion und Verbreitung beteiligt waren. Alle werden zur Verantwortung gezogen“, droht der Portugiese Branco, der jetzt selbst Deals aushandeln darf.

Gemeint mit der Drohung sind die Produktionsfirma Kinology, die „The Man Who Killed Don Quixote“ schließlich produzierte, und der französische Verleih Ocean Films, der den Film in Frankreich in die Kinos brachte. Auch die Verantwortlichen des Filmfestivals in Cannes sollen belangt werden, weil das Werk dort im Mai als Abschlussfilm lief.

FILMSTARTS-Kritik zu "The Man Who Killed Don Quixote"

Keine rosigen Aussichten für Terry Gilliam, der vor dem Festival in Cannes einen leichten Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich schnell erholt hatte, wie wir bei unserem Interview eine Woche später bezeugen können. Wie wir ihn kennen, wird sich Gilliam auch von diesem Tiefschlag nicht unterkriegen lassen. Schließlich hat er fast 25 Jahre gegen Windmühlen angekämpft, um diesen Film zu machen.

Zur Einstimmung läuft oben auf der Seite der brandneue Trailer von „The Man Who Killed Don Quixote“. Bei der internationalen Filmkritik kam das Fantasy-Abenteuer übrigens durchwachsen an. Bei der Aggregatorenplattform Rotten Tomatoes erreichte „The Man Who Killed Don Quixote“ einen Score von 57 Prozent „fresh“ (bei 21 Kritiken), bei Metacritic waren es 54 von 100 Punkten (bei 10 Kritiken).

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