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    Wegen "radikaler Änderungen": "Doctor Strange"-Regisseur verweigert Nachdrehs für "Snowpiercer"-Serie
    Von Annemarie Havran — 02.07.2018 um 14:02
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    Es gibt massiv Ärger bei der Produktion von „Snowpiercer“, dem Serien-Nachfolger des 2013er Kinofilms. Regisseur Scott Derrickson weigert sich, die Pilotfolge weiter zu betreuen, nachdem es einen Wechsel des Showrunners gab.

    Wild Side Films / Le Pacte - Bild aus dem Kinofilm "Snowpiercer"

    Als sich „Doctor Strange“-Regisseur Scott Derrickson dafür entschied, die Pilotfolge der Sci-Fi-Serie „Snowpiercer“ zu inszenieren, stand er voll hinter dem Projekt und dem Drehbuch von Showrunner Josh Friedman („Terminator: S. C. C.“, „Avatar 2“), verließ dafür sogar den Regieposten der Serie „Locke And Key“. Weil das Konzept von „Snowpiercer“ aber nun anscheinend komplett über den Haufen geworfen und Friedman als Showrunner durch Graeme Manson ersetzt wurde, lehnt es Derrickson laut Deadline ab, für Nachdrehs zurückzukehren. Diese wurden notwendig, da man die Serie offenbar komplett neu definierte, und eben jene „radikal andere Vision“ kann Scott Derrickson nicht mehr unterstützen.

    Auf Twitter machte der Filmemacher seinen Unmut über die Änderungen und seinen Unwillen, weiter an dem Projekt beteiligt zu sein, öffentlich: „Das 72-seitige ‚Snowpiercer‘-TV-Pilot-Drehbuch von @Josh_Friedman ist das Beste, was ich je gelesen habe“, lobte Derrickson seinen Kollegen und im Nachgang auch sich selbst: „Der spielfilmlange Pilot, den ich aus diesem Skript gemacht habe, dürfte meine beste Arbeit sein. Der neue Showrunner hat eine radikal andere Vision für die Serie. Ich verzichte auf meine Option, die extremen Neudrehs zu inszenieren.“

    Josh Friedman verließ die „Snowpiercer“-Serie des US-Senders TNT bereits im Januar 2018 und wurde durch den „Orphan Black“-Co-Schöpfer Graeme Manson ersetzt. Grund für die personelle Veränderung sollen die vielbesungenen „kreativen Differenzen“ gewesen sein, die öffentlich häufig als Grund für einen personellen Wechsel bei einem Film oder einer Serie genannt werden – die in diesem Fall, so legt es Derricksons Kommentar nahe, wirklich massiv ausgefallen sein dürften.

    Friedman äußerte sich im Februar auf Twitter zu den Vorgängen und betonte dort allerdings, er sei nicht wegen kreativer Differenzen „gegangen“, vielmehr habe TNT auf seinen Rausschmiss bestanden, da er ihnen nicht gefügig genug erschien. „Hoffentlich haben sie jemanden gefunden, der mehr nach ihrem Geschmack ist“, schloss Friedman.

    Kurze Zeit später schoss Friedman dann auch noch gegen seinen Nachfolger Manson, weil ihn dieser nicht kontaktiert haben soll, um die Übergabe des Projekts zu besprechen. „Wenn man dich bittet, jemanden zu überschreiben [sein Drehbuch] oder seine Serie zu übernehmen, dann scheint es vernünftig und zeugt von gutem Karma, wenn man Kontakt zu dieser Person sucht und a) herausfindet, unter welchen Umständen sie gegangen ist und b) sich bei ihr bedankt, dass sie die Arbeit gemacht hat, von der man nun profitiert“, schrieb Friedman und ließ noch einige weitere verärgerte Tweets folgen. Unter anderem nannte er denjenigen, der seinen Job übernehmen und sich nicht mal bei ihm melden würde, einen „Idiot, einen Feigling oder einen verräterischen Motherfucker“.

    Die Serie „Snowpiercer“ basiert wie auch schon der gleichnamige Kinofilm auf der Graphic Novel „Le Transperceneige“ von Jacques Lob und Jean-Marc Rochette. Die Handlung soll, falls sich daran nichts geändert hat, sieben Jahre nach der globalen Katastrophe angesiedelt sein, die die gesamte Welt mit Schnee und Eis überzog. Nur wenige Überlebende haben es geschafft, sich in einen Zug zu retten, in dem jedoch strikte Klassentrennung herrscht. Als Hauptdarsteller sind Jennifer Connelly („A Beautiful Mind“) und Daveed Diggs („Hamilton“) an Bord. In den meisten berichterstattenden Medien aus den USA heißt es, dass an der Serie weitergearbeitet werde und Graeme Manson als Showrunner gesetzt sei, einen offiziellen Kommentar zu der Angelegenheit gab es jedoch noch nicht.

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    Kommentare
    • greek freak
      Wenn ich mich nicht irre,war das so:nachdem der Regisseur damals Weinstein mit einer Klage gedroht hatte,kam der Film in Europa und Asien,in der ungeschnittenen Version in die Kinos,in den USA gab´s aber den Director´s Cut für´s Heimkino. Die Argumentation,von Seiten Weinstein´s war tatsächlich,das der Film,das US Publikum überfordern würde.
    • Gravur51
      Aber der Film war doch dann der Directors Cut, oder?
    • Man Drake
      Fiel in dem Zusammenhang nicht auch die Aussage, dass die Amis zu dumm für solche Filmen wären? Oder sowas in der Art?
    • greek freak
      Ich hab grad ein Deja-Vu mit dem Film,damals hatte ja auch der Regisseur mächtig Ärger mit Harvey Weinstein,der an den Film rumschnippeln lies.
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