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Als Mental-Therapie: Hollywood-Star rettet einfach mal die "Hobbit"-Trilogie
Von Alexander Friedrich — 01.08.2018 um 14:00
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Topher Grace spielt in „BlackKklansman” einen Neonazi. Die Rolle soll dem Star so mental zu schaffen gemacht haben, dass dieser kurzerhand die „Hobbit”-Trilogie zu einem einzelnen Zwei-Stunden-Film umschnitt. War da nicht auch was mit „Star Wars”?

Warner Bros.

Am 23. August 2018 kommt „BlackKklansman” in die deutschen Kinos. Das neue Werk von Filmemacher Spike Lee feierte seine Premiere bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes und konnte auch uns dort mit seiner unglaublichen, aber wahren Geschichte mehr als überzeugen. In der in den 1970er-Jahren angesiedelten Polit-Krimi-Komödie geht es um den schwarzen Polizeibeamten Ron Stallworth (John David Washington), der sich undercover in den Ku-Klux-Klan einschleust. Eigentlich hält er nur einen telefonischen Kontakt zur rassistisch motivierten Sekte, doch als er persönlich für eine Versammlung eingeladen wird, schickt er seinen jüdischen Kollegen Flip (Adam Driver) hin, der wiederum Rons Stimme vom Telefon imitieren soll.

Die FILMSTARTS-Kritik zu "BlackKklansman"

Neben Denzel Washingtons Sohn John David und „Star Wars“-Entdeckung Adam Driver ist auch Topher Grace in „BlackKklansman“ dabei. Der Venom-Darsteller aus „Spider-Man 3” spielt im Film den ranghohen Neonazi David Duke, mit dem Ron Kontakt aufbaut. Für den Schauspieler Grace war die Rolle vor allem eines: geistig sehr anstrengend.

In einem Gespräch mit IndieWire erzählte Grace nun, dass er durch seine Darstellung des rechtsextremen David Duke sogar depressiv wurde. Nicht einmal die Geburt seiner Tochter soll seinen Gemütszustand geändert haben. „In dieser Zeit war ich war ich wohl ein schrecklicher Ehemann”, so der 40-Jährige. Vor allem „in der Realität zu sehen, wie diese Ideologie derzeit die Gesellschaft prägt”, soll dem Schauspieler zu schaffen gemacht haben.

Wie Topher Grace durch Peter Jackson genesen konnte

Für das „BlackKKlansman“-Trauma hatte Topher Grace jedoch eine ganz besondere Therapie: Um den Kopf freizubekommen, setzte sich dieser nämlich an Peter Jacksons „Hobbit“-Trilogie und schnitt sie zu einem einzelnen Film um. Dass er damit gerade eben fertig war, erzählte Grace uns übrigens schon weit vor dem Gespräch mit IndieWire bei den Filmfestspielen in Cannes: „Mit ‚Der Hobbit‘ bin ich übrigens auch gerade fertig geworden.“ Nur, dass er dies auch aus einer Depression heraus tat, erwähnte er damals nicht.

Exklusiv aus Cannes: Unser Interview mit Topher Grace

Schlussendlich soll seine „Hobbit“-Version eine Laufzeit von zwei Stunden gehabt haben. Grace hat also kurzerhand den Film geschaffen, den so manch Tolkien-Fan lieber hätte. Die Aufteilung der Kinderbuchverfilmung auf gleich drei überlange Filme wird nämlich bis heute sehr kontrovers gesehen (selbst der kürzeste Teil der Reihe, „Die Schlacht der fünf Heere” dauert 144 Minuten und in der Extended-Version 157 Minuten). Auch Grace hält Jacksons damalige Entscheidung für keinen guten Schritt: „Ich glaube, dass Der Hobbit nur ein Film sein sollte und jede Menge Leute würden mir da zustimmen. Viele dieser Franchises werden von Geld bestimmt, es wäre besser, wenn die Kunst das führende Mittel wäre.“

Auch "Star Wars" hat Grace schon gerettet

Für Topher Grace war dieser „Actors Cut“ übrigens nicht seine erste Schnittarbeit. Der einstige Star der Sitcom „Die wilden Siebziger“ schnitt schon vor Jahren George Lucas‘ Prequel-Trilogie von „Star Wars“ zu einem einzigen 85-minütigen Film zusammen und warf so ziemlich alles raus, an was er sowie wohl zahlreiche Fans sich so sehr gestört haben. Ein professioneller Editor (gängige Berufsbezeichnung für Filmschnitt) will der Schauspieler aber dennoch nicht werden, dafür sei er laut eigener Aussage „nicht gut genug“.

Leider hat Grace seine Arbeiten nie in die Öffentlichkeit gestellt. Vielleicht setzt sich der „BlacKkKlansman“-Star trotzdem in der Zukunft mal wieder an einen weiteren Film, den er dann zu einem eventuell besseren Werk umgestaltet. Habt ihr denn einen speziellen Wunsch? Welchen Film soll Topher Grace eurer Meinung nach „retten“? Die jüngsten zwei „Star Wars“-Episoden zählen übrigens nicht, an denen würde der Hobby-Editor nämlich gar nichts ändern wollen.

 

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