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    "Phantastische Tierwesen 2"-Interview mit Eddie Redmayne und Ezra Miller: Eine menschenfressende Bettdecke!
    Von Melanie Schöppe — 14.11.2018 um 18:00
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    Am 15. November startet „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ in den Kinos. Wir haben die Stars des Films, die bekennenden Potterheads Eddie Redmayne und Ezra Miller, aus diesem Anlass in Paris zum Gespräch getroffen.

    2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Jaap Buitendijk

    FILMSTARTS: Wie war denn dieses Mal die Arbeit mit J.K. Rowling? Inzwischen kennt ihr sie ja schon ein wenig besser…

    Eddie Redmayne: Ich liebe, wie detailliert Jos [so nennen Freunde J.K. Rowling] Drehbücher sind und wie viel Spaß es macht, sie zu lesen. Das liegt nicht nur an den Dialogen, es sind auch diese atmosphärischen Beschreibungen. Aber dennoch lässt sie dir zugleich sehr viele Freiheiten. Ihre Geschichten sind nur so erfolgreich, weil sie so wahrhaftig sind. Das merkt man in „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ zum Beispiel an Newts Arbeit als Magizoologe. Um das umzusetzen, haben wir uns mit Experten getroffen, die sich tagtäglich mit den Tieren auseinandersetzen, um von ihnen zu lernen. Dazu beschreibt Jo den eigenwilligen Gang von Newt, der an Buster Keaton erinnern soll - und das alles zusammen führt dazu, dass man in diesen Figuren, obwohl sie fiktiv sind, immer auch eine gewisse Wahrhaftigkeit erkennt.

    Das grauenvollste aller Tierwesen

    FILMSTARTS: Eine Wahrhaftigkeit, die man auch den phantastischen Tierwesen und deinem Umgang mit ihnen anmerkt…

    Eddie Redmayne: Als es darum ging, die Tierwesen umzusetzen, fragte ich unseren Regisseur David Yates, wie wir das machen wollen. Aber er meinte nur: „Du verbringst jetzt erst mal zwei Monate mit einem Tänzer oder einem Bewegungs-Coach und dann sagst DU mir, wie du es machen willst.“ Manchmal gab es Puppen, manchmal aber auch nichts. Manchmal wurden die Tierwesen von Schauspieler verkörpert und manchmal sogar von den Crewmitgliedern, die sie dann hinterher am Computer animieren. So kam es dann auch, dass ein fast zwei Meter großer Kerl einen Niffler mimte und an mir herumschnüffelte.

    FILMSTARTS: Der Niffler ist ja ein echter Fanfavorit. Aber was ist denn euer Lieblings-Tierwesen?

    Eddie Redmayne: Oh, ich liebe Ezras Antwort auf die Frage!

    Ezra Miller: Ah, ja, der unheimliche Lethifold, auch „Lebendiges Leichentuch“ genannt. Das ist ein glitschiges schwarzes Stück Stoff und es schwebt nur knapp über dem Boden. Wenn du schläfst, legt es sich über dich und erstickt dich. Aber damit nicht genug: Es verdaut dich regelrecht, bis keine Spuren von der grausamen Tat mehr zu entdecken sind, außer dieses wohlgenährte Stück Stoff, das zudem noch eine Weile in deinem Haus verweilt, bis es sich zum nächsten Opfer aufmacht. Das ist einfach so gruselig und die Tatsache, dass Jo es schafft, eine Bettdecke in etwas so Schreckliches zu verwandeln, ist einfach unglaublich. Zumal ich Bettdecken liebe, ich empfand Jos Arbeit immer als eine Art Schmusedecke und zugleich die Bibel meines Lebens. Also diese Idee, dass ein Lethifold, für dich eine Schmusedecke ist, aber einfach jeden deiner Feinde urplötzlich und heimtückisch vernichtet, ist einfach unglaublich. Ich will sowas auch!

    Warner Bros.
    Das erste Mal begegnen wir dem süßen Niffler in "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind".
    FILMSTARTS: Als ihr damals als Fans von „Harry Potter“ davon geträumt habt, ein Teil dieser Welt zu werden, habt ihr euch da eher auf der guten oder auf der bösen Seite gesehen?

    Ezra Miller: Das ist es ja, was ich so an Jos Welten liebe: Diese harte Trennung gibt es bei ihr nicht. Es gibt zwar Menschen, die eine schwierige Position in der Geschichte der Zauberwelt innehaben, aber wir werden stets angehalten, daran zu denken, dass diese Person auch mal ein Kind war, das vielleicht nicht geliebt oder von seiner Familie und der Gesellschaft unterdrückt, ausgestoßen oder verachtet wurde. Und wir werden dazu motiviert, diesen Menschen oder eben Biestern mit einem größeren Mitgefühl entgegenzutreten. Und sie nicht auf etwas zu reduzieren, nur weil wir sie nicht direkt verstehen und gar nicht erst versuchen, sie als Person wahrzunehmen.

    Eddie Redmayne: Außerdem sind Jos Hauptfiguren auch immer selbst Außenseiter. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker wird mir bewusst, warum die Wizarding World so viele Menschen anspricht: Selbst bei Menschen, die sich als die coolsten Typen überhaupt präsentieren, wird uns doch oft schnell bewusst, dass sie so im Grunde nur ihre Unsicherheiten kaschieren. Jos Spezialität ist es einfach, sich darauf zu konzentrieren. Im Grunde fühlen wir uns doch alle auf die eine oder andere Art als Außenseiter und das macht diese Welt so universell.

    FILMSTARTS: Auch Credence ist ein Außenseiter, der sich in „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ vor allem auf die Suche nach sich und seinen Wurzeln selbst begibt. Ezra, ist es nicht frustrierend, nicht genau zu wissen, wer oder was deine Rolle ist? Hättest du Credence von Beginn an anders gespielt, wenn du von Anfang an mehr über ihn und seine Herkunft gewusst hättest?

    Ezra Miller: Nein, das stört mich nicht. Ich vertraue einfach den Autoren und allen Verantwortlichen des kreativen Prozesses. Ich denke, manchmal ist es für einen Schauspieler sogar besser, eine Rolle etwas unbewusster anzugehen. Ich finde es eher hilfreich, weil ich mir so nicht zu viele Gedanken darüber mache, etwas in meine Darstellung fließen zu lassen, was in der Geschichte noch lange keine Rolle spielt.

    In „Phantastische Tierwesen 3 – 5“ gibt’s Krieg!

    FILMSTARTS: Mit „Phantastische Tierwesen 2“ tauchen wir immer weiter in den düsteren Machtrausch von Gellert Grindelwald ein. Fast so, als wären diese beiden ersten Filme der auf fünf Teile angelegten Reihe nur der harmlose Auftakt. Beginnt die wahre Geschichte also erst jetzt?

    Eddie Redmayne: Nein, aber ich denke, dass sich jetzt Teams gebildet haben und diese bald gegeneinander antreten werden. Und diese Teams, die sich gebildet haben, sind sehr intensiv.

    Ezra Miller: Naja, es ist schon so, dass „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ uns auf drei Filme voller Krieg vorbereiten. Im Grunde starten wir ab jetzt eine Kriegs-Trilogie. Der große Kampf zwischen Dumbledore und Grindelwald. Es ist ja eigentlich wie bei „Titanic“: Wir wissen zwar, wie es ausgeht, aber wir sind so gespannt darauf, wie wir zu diesem Punkt kommen. Ich hoffe nur, dass Jack am Ende nicht stirbt. [grinst]

    2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Jaap Buitendijk
    Nicht nur Newt und sein Bruder Theseus (Callum Turner) müssen sich auf eine wahre Kriegs-Trilogie gefasst machen.
    FILMSTARTS: Mit jedem „Phantastische Tierwesen“-Film wächst auch eure Fangemeinde. Auch Robert Pattinson, der in „Harry Potter und der Feuerkelch“ als Cedric Diggory zu sehen war, wurde besonders nach dem „Twilight“-Erfolg regelrecht von seinen Anhängern überrannt. Wie geht ihr damit um?

    Ezra Miller: Robert Pattinson schaut jetzt bei unseren Premieren vorbei und schreit nach Eddie!

    Eddie Redmayne: Ich denke, es geht vielmehr um Jos Welt und Jos Figuren. Wie Ezra schon bemerkte, sind das Fans, die die Welt schon seit ihren Kindertagen lieben und wir sind im Grunde die Erweiterung, die Fortsetzung dieser Welt. Wenn wir die Filme drehen, dann geschieht das in London hinter verschlossenen Türen und hohen Mauern. Aber jetzt, wenn wir den Film nach außen tragen und Schicht um Schicht freilegen, dann erleben wir auch diese große Liebe für die Figuren. Und ich denke, dass die Fans vielmehr auf die Welt, die Figuren und auf ihre Zuneigung zu Jo reagieren als auf uns.

    „Harry Potter“-Filme ohne Buchvorlage

    FILMSTARTS: Im Gegensatz zu den bekannten Figuren aus den „Harry Potter“-Büchern basieren eure Rollen nicht auf einer Romanvorlage. Macht sich dieser Unterschied auch in Sachen Leistungsdruck bemerkbar?

    Eddie Redmayne: Figuren wie James Bond oder auch Harry Potter sind fiktive Charaktere, auf denen bereits eine Menge Erwartungen lasten. Wir haben das Glück, dass die Zuschauer unsere Filme genießen oder eben nicht genießen können, weil wir die Figuren ganz neu kreieren.

    Ezra Miller [mit einem breiten Grinsen]: Außer Jude Law natürlich! Er ist diesem Druck ausgesetzt und er wird daran zerbrechen!

    2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. / Jaap Buitendijk
    Jude Law als der junge Professor Dumbledore
    FILMSTARTS:Und wenn der Druck dennoch aufkommt?

    Eddie Redmayne: Ich kann immer noch in London in die Bahn steigen und mein Leben leben. Diese besonderen Momente wie diese Weltpremiere hier in Paris sind extrem surreal, wenn da 1.000 Menschen nach dir rufen. Das ist umwerfend, aber das ist nicht der Alltag und so sollte man es auch nie sehen.

    Ezra Miller: Im Grunde kann man dem Trubel auch einfach aus dem Weg gehen. Natürlich leben die meisten Menschen, die in dieser Branche arbeiten, in den Hochburgen der Entertainment-Welt und machen dann auch diese surrealen Erfahrungen. Aber am Ende des Tages zwingt dich niemand, diesen Job zu machen. Es ist ironisch, aber egal wie berühmt du bist, du könntest dir auch einfach einen Schnurrbart oder eine prothetische Nase ankleben.

    Eddie Redmayne: Obwohl das ja sehr nach Stress am Morgen klingt.

    Ezra Miller: Vor allem wird es schwierig, wenn man jemanden neu kennenlernt und dann kommt irgendwann dieser große Enthüllungsmoment.

    Eddie Redmayne: Hi, ich bin Voldemort!

    „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ startet am 15. November 2018 in den deutschen Kinos.

     

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