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Weil der Autor das Skript nicht leiden kann: Verfilmung des Bestsellers "Metro 2033" wird abgesagt
Von Alexander Friedrich — 12.12.2018 um 19:30
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Die „Metro”-Bücher wie auch die Videospiele sind bereits Kult und sollten sogar einen Kinofilm bekommen. Seit Jahren ist das Projekt in Arbeit, nun jedoch wird „Metro 2033” auf Eis gelegt. Dem Autor der Bücher passte die Umsetzung überhaupt nicht.

Deep Silver

Mehr als zwei Jahre ist es schon her, dass wir zuletzt über die Verfilmung von „Metro 2033“ berichteten. Der russische Endzeit-Roman von Dmitry Glukhovsky, der 2005 veröffentlicht wurde, ist ein internationaler Bestseller, der große Popularität genießt. Mit „Metro 2034“ und „Metro 2035“ gibt es auch schon zwei literarische Nachfolger, sowie zahlreiche weitere Romane im gleichen erzählerischen Universum. Bekannt ist die Marke aber auch durch die erfolgreiche Videospieladapation: Der stimmige Ego-Shooter „Metro 2033“, der vom ukrainischen Entwickler 4A Games im Jahr 2010 geschaffen wurde, galt zu seiner Zeit sogar als technischer Meilenstein. Mit einer Leinwandadaption des Romans „Metro 2033“ sollte die Dystopie zudem auch die Kinos erobern, doch daraus wird nun erst mal nichts. Nach Jahren der Stille wurde das Projekt nun vorerst auf Eis gelegt, wie das Gaming-Nachrichtenmagazin VG 24/7 berichtet. Und das liegt ausgerechnet am Autor der Vorlage selbst.

So seien die Rechte von Hollywoodstudio Metro Goldwyn Mayer, kurz MGM, nun wieder zurück an Dmitry Glukhovsky gewandert und die Produktion des Films damit bis auf weiteres gestoppt worden. Glukhovsky sei unter anderem nicht mit dem Drehbuchentwurf einverstanden gewesen, beziehungsweise sei man einfach „zu nichts gekommen“, wie der Schriftsteller gegenüber VG 24/7 erzählt. Glukhovsky spricht von einem „sehr langen und schwierigen Prozess“ und dass „sie“ seine Geschichte in eine „sehr generische Sache“ verwandelt hätten.

Die wirklichen Gründe für den Abbruch

Mit „sie“ meint der russische Sci-Fi-Schreiber das Studio MGM und Autor F. Scott Frazier („ : Die Rückkehr des Xander Cage”), der für das Drehbuch zuständig war. Glukhovsky wirft den Verantwortlichen vor allem vor, die wichtigsten Fundamente seines Werkes missachtet oder falsch umgesetzt zu haben. Denn offenbar sollte die Handlung der Verfilmung, anders als in der Vorlage, gar nicht in Moskau, sondern in der US-Hauptstadt Washington DC angesiedelt sein. Es sah also ganz danach aus, dass der „Metro“-Film eine stark amerikanisierte Interpretation von Glukhovskys Roman geworden wäre. Dass man aber nicht einfach diese Welt samt ihrer Geschichten und Konflikten von Russland in die Vereinigten Staaten verlegen kann, weiß der Autor der Vorlage auch: Glukhovsky spricht vor allem die gesellschaftlichen Aspekte an, die sich bei den Schauplätzen stark unterscheiden. Nationalsozialismus wie auch der Kommunismus sind Ideologien, die in Washington längst nicht so präsent vertreten werden wie in der russischen Metropole. Stattdessen sei Washington eine sehr afroamerikanisch geprägte Stadt, der Film hätte sich also vielmehr mit dieser Thematik, also wie etwa vergleichsweise „Black Panther“ zuletzt, auseinandersetzen müssen.

Deep Silver
Szene aus der restaurierten Fassung des Computerspiels „Metro 2033”

Eventuell wollte MGM mit dem US-Publikum und dessen ihm vertrauter Hauptstadt eine größere Zielgruppe ansprechen. Stimmungsvolle Endzeit-Atmosphäre und spannender Action-Horror im Untergrund würden zwar sicherlich auch in den Staaten funktionieren, nur hätte man laut Glukhovsky amerikanische Apokalypsen schon oft genug auf der Leinwand gesehen. Davon abgesehen ist auch das gigantische U-Bahn-Netzwerk von Moskau nicht vergleichbar mit dem von Washington. Die Geschichte der Vorlage spielt nämlich überwiegend im Untergrund. Für Glukhovsky hat all das jedenfalls schlichtweg nicht funktioniert. Derzeit suche man deshalb nach neuen Produzenten, die das Projekt stemmen könnten, um sein Werk doch noch für das Kino adaptieren zu können.

Es gibt noch Hoffnung

Glukhovsky meint nämlich, dass noch nichts verloren sei und ein „Metro“-Film noch nicht vom Tisch wäre. So sagt der Autor, dass er weiterhin optimistisch sei und verweist vor allem auf das Videospiel „Metro Exodus“. Der dritte Ableger der „Metro“-Action-Spiele erscheint am 22. Februar 2019 für den PC und die aktuelle Konsolengeneration und könnte den Wunsch und die Begeisterung für einen Kinofilm noch einmal neu entfachen. Zumindest erhofft sich das Glukhovsky: Somit wäre es möglich, dass durch einen Erfolg des Spiels neue Produzenten aus Hollywood auf die Marke aufmerksam werden. Entwickelt wird der Open-World-Shooter erneut von 4A Games, bei denen viele der Angestellten vom früheren, mittlerweile aufgelösten Studio GSC Gameworld stammen, die mit dem 2007 veröffentlichten „S.T.A.L.K.E.R.“ eines der einflussreichsten Spiele überhaupt produziert haben. Der Titel nimmt sich übrigens viele inhaltliche Anleihen von Andrei Tarkowskis gleichnamigen Filmklassiker.

Worum geht es in „Metro 2033“?

Die Spezialität von 4A Games liegt im Erschaffen von ganz besonders immersiven wie faszinierenden Welten. „Metro Exodus“ könnte daher eventuell tatsächlich für mediale Beachtung sorgen. Interessant wäre eine „Metro 2033“-Verfilmung in diesem, wohlgemerkt russischen, Setting allemal, denn die düstere, postapokalyptische Welt, die Glukhovsky einst schuf, eignet sich sehr gut für ein spannendes Leinwandabenteuer mit Horror-Elementen und gesellschaftskritischen Botschaften und soziologischen Themen.

Angesiedelt ist die Geschichte in einem zukünftigen Moskau, das durch einen Atomkrieg fast vollständig zerstört wurde. Die Überlebenden haben sich mittlerweile in den Untergrund zurückgezogen und leben in den U-Bahn-Tunneln der russischen Metropole. Doch in diesen wüten auch jede Menge bösartige, mutierte Kreaturen und verfeindete, teils faschistische Organisationen, die sich bekriegen. Trotz des gesellschaftlichen Untergangs an der Oberfläche ist die Menschheit im Untergrund also nicht etwa zusammengewachsen, sondern noch zerrissener denn je. Ein höchst spannendes Konzept, das hoffentlich eines Tages doch noch die Kinoleinwand erblickt.

 

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