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    Eine schwarze "Arielle": Nach der Netz-Kritik gibt es jetzt die erste Reaktion von Disney
    Von Christoph Petersen — 08.07.2019 um 14:55
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    Viele Internet-Kommentatoren haben offensichtlich ein Problem damit, dass mit Halle Bailey eine schwarze Schauspielerin als Meerjungfrau gecastet wurde. Jetzt gibt es die erste Reaktion aus dem Disney-Konzern.

    Freeform/Ron Tom / Disney

    Bereits vergangene Woche hat Disney bekanntgegeben, dass die Sängerin Halle Bailey die Hauptrolle im kommenden Realfilm-Remake des Zeichentrick-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ von Regisseur Rob Marshall spielen wird. Wenig überraschend folgten auf diese Bekanntgabe etliche Kommentare, aus denen hervorgeht, dass die Kommentatoren mit der Besetzung speziell einer schwarzen Schauspielerin gar nicht einverstanden sind. (Wir haben allerdings das Gefühl, dass davon doch einige wiederrum die ersten waren, die damals die Besetzung von weißen Schauspielern etwa in Ridley Scotts „Exodus: Götter und Könige“ verteidigt haben).

    Von den oberen Disney-Verantwortlichen selbst gibt es zu der Thematik rund um das „Arielle, die Meerjungfrau“-Remake noch kein offizielles Statement – und warum sollten sie sich für die Besetzung auch rechtfertigen müssen. Trotzdem gibt es nun zumindest ein erstes Statement aus dem Disney-Konzern – und zwar vom Twitter-Kanal des zu Disney gehörigen US-TV-Senders Freeform. Dort wurde bereits vor zwei Tagen der folgende Kommentar veröffentlicht:

    Ja. Der Original-Autor von „Die kleine Meerjungfrau“ war Däne. Arielle ist… eine Meerjungfrau. Sie lebt in einem Unterwasserkönigreich in internationalen Gewässern und kann deshalb schwimmen wohin sie will (selbst wenn das König Triton oft aufregt). Aber nehmen wir einfach mal an, dass Arielle auch Dänin wäre. Dänische Meerjungfrauen können schwarz sein, weil auch dänische *Menschen* schwarz sein können. […] Schwarze dänische Menschen und damit auch Meerbewohner können zudem auch *genetisch* rote Haare haben. Aber Spoiler-Alarm: Arielle ist eine fiktive Figur. Wenn du also, nachdem all dies gesagt ist, immer noch nicht mit der Idee klarkommst, dass die Besetzung der unglaublichen, sensationellen, hochtalentierten, wunderschönen Halle Bailey eine inspirierte Casting-Entscheidung ist, nur weil „sie nicht wie im Zeichentrickfilm aussieht“, dann habe ich ein paar News für dich… und zwar über dich.

    Neben Halle Bailey wurden bisher auch schon Melissa McCarthy („Ghostbusters“) als böse Meerhexe Ursula, Awkwafina („Ocean’s 8“) als Scuttle und Jacob Tremblay („Raum“) als Arielles Fisch-Freund Fabian bestätigt.

    Ein konkreter Starttermin für das Live-Action-Musical steht aktuell zwar noch nicht fest, dafür wissen wir allerdings schon, dass der vielfache Oscarpreisträger Alan Menken auch diesmal wieder für die Songs verantwortlich zeichnen wird. Neben den Originalstücken wie „Unter dem Meer“ sollen nämlich auch noch einige Songs extra für das Remake neu geschrieben werden.

    "Arielle, die Meerjungfrau": Keira Knightley verbietet ihrer Tochter Disney-Klassiker

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    Kommentare
    • Ortrun
      Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank für diese sehr klare und differenzierte Ausführung, die alles darlegt, was mir auch zu diesem Thema durch den Kopf geht.
    • Ortrun
      Ein feudales China mit sprechendem Drachen und lebhaften Ahnengeistern ist auch fiktiv und fantastisch.
    • Ortrun
      Wale geben auch mehr als Blubbergeräusche von sich.
    • Ortrun
      Und dabei ist bei Disney so ein Projekt anscheinend sogar aktiv in der Entwicklung.Zitat: Disney is developing its first fairytale film starring an African princess. The House of Mouse has tapped Dope director Rick Famuyiwa to produce Sadé, a live-action fantasy film featuring the studio’s very first African princess.Disney has bought the pitch to Sadé from writers Ola Shokunbi and Lindsey Reed Palmer, according to Variety. The pair is set to co-write the screenplay about “a young African girl named Sadé whose kingdom is threatened by a mysterious evil force and accepts her newly discovered magical powers to protect her people, with the help of the kingdom’s prince,” Variety reports. (Stand Juli 2018)Damit steht eine afrikanische Prinzessin (in einer eigenen Geschichte!) ja fast in den Startlöchern und darum hat es mich besonders kalt erwischt, dass sie jetzt bei Ariel völlig überflüssig vorpreschen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass in einer originären Geschichte die erste afrikanische Disneyprinzessin vorkommt, und nicht, dass eine unnötiger Weise umgefärbte Ariel ihr zuvorkommt.
    • Ortrun
      Dafür (USA und Gegenwart) gibt es bisher keine Anhaltspunkte.WENN dem so wäre, könnte ich mit dem Casting leben.Lieber wäre es mir, sie würden den Film (die Szenen an Land) in einem (fiktiven) karibischen Märchenkönigreich spielen lassen. Dieser kulturelle Aspekt könnte sich dann auch in der an die Küste dieses Landes angrenzenden Unterwasserwelt wiederfinden. Das fantastische Märchenflair wäre gewahrt, das Ambiente würde gut zu den karibisch klingenden Liedern passen und der Geschichte würde ein neuer Aspekt abgewonnen.
    • Ortrun
      In dem Märchen von Hans Christian Andersen, das dem Zeichentrickfilm von 1989 zugrunde liegt, wird die Hautfarbe der kleinen Meerjungfrau eindeutig als weiß beschrieben:Es wurde still und ruhig auf dem Schiffe, nur der Steuermann stand am Ruder, die kleine Seejungfrau legte ihre weißen Arme an die Reling und blickte gegen Osten nach der Morgenröte;
    • Ortrun
      Bei Thor wurde ja auch nicht die nordische Mythologie verfilmt, sondern der Marvel Comic. Und mich hat z.B. auch Idris Elba als Heimdahl nicht gestört (da eben Comicverfilmung, wo es sich bei den Asgardianern um Außerirdische handelt, nicht Verfilmung der nordischen Mythologie wo die Asen nordische Götter sind - wichtig ist der Kontext - die Rassismuskarte sticht bei mir nicht!).Hier lautete Disneys Ansage: Remake des Zeichentrickfilms von 1989. Diesem liegt das Märchen von Andersen zugrunde. Sowohl in diesem wie auch im Zeichentrickfilm ist die Meerjungfrau hellhäutig beschrieben bzw. dargestellt.Die Meerjungfrau lebt in einem Meer , das (zumindest im Zeichentrickfilm und in Andersens Vorlage) an ein fiktives (nord-)europäisches Königreich des 19. Jahrhunderts angrenzt, in dem die Menschen (im Kontext von Ort und Zeit) hellhäutig sind. Die ebenfalls hellhäutige an Land gespülte Meerjungfrau fällt dort nicht weiter auf (außer dass sie stumm ist, hat sie nichts Exotisches aus Sicht der Landbewohner an sich).Wenn die Szenen an Land im Remake z.B. in einem fiktiven karibischen Königreich spielen (und dann auch das an die Küste dieses Landes grenzende Unterwasserreich karibisch angehaucht wäre), würde ich mit der Wahl der Schauspielerin durchaus zufrieden sein. Es würde dann nämlich wieder in den Kontext der Geschichte passen. Das ist im Augenblick meine Hoffnung für den Film.Und da die Musik bzw. die Lieder durchaus einen karibischen Einschlag haben, würde ich das Gesamtpaket sehr schlüssig finden.
    • Ortrun
      Bei Thor wurde ja auch nicht die nordische Mythologie verfilmt, sondern der Marvel Comic. Und mich hat z.B. auch Idris Elba als Heimdahl nicht gestört (da eben Comicverfilmung, wo es sich bei den Asgardianern um Außerirdische handelt, nicht Verfilmung der nordischen Mythologie wo die Asen nordische Götter sind - wichtig ist der Kontext - die Rassismuskarte sticht bei mir nicht!). Hier lautete Disneys Ansage: Remake des Zeichentrickfilms von 1989. Diesem liegt das Märchen von Andersen zugrunde. Sowohl in diesem wie auch im Zeichentrickfilm ist die Meerjungfrau hellhäutig beschrieben bzw. dargestellt. Die Meerjungfrau lebt in einem Meer , das (zumindest im Zeichentrickfilm und in Andersens Vorlage) an ein fiktives (nord-)europäisches Königreich des 19. Jahrhunderts angrenzt, in dem die Menschen (im Kontext von Ort und Zeit) hellhäutig sind. Die ebenfalls hellhäutige an Land gespülte Meerjungfrau fällt dort nicht weiter auf (außer dass sie stumm ist, hat sie nichts Exotisches aus Sicht der Landbewohner an sich). Wenn die Szenen an Land im Remake z.B. in einem fiktiven karibischen Königreich spielen (und dann auch das an die Küste dieses Landes grenzende Unterwasserreich karibisch angehaucht wäre), würde ich mit der Wahl der Schauspielerin durchaus zufrieden sein. Es würde dann nämlich wieder in den Kontext der Geschichte passen. Das ist im Augenblick meine Hoffnung für den Film.Und da die Musik bzw. die Lieder durchaus einen karibischen Einschlag haben, würde ich das Gesamtpaket sehr schlüssig finden.
    • Ash
      Ja und? Thor ist eigentlich auch kein Superheld und dennoch regt sich niemand über die Verwurstung der nordischen Mythologie in den Marvel Comics auf. Ach ja, ich weiss warum, weil es ein Blonder weisser Mann ist.Es ist eine Interpretation der Geschichte und nicht eine 1:1 nacherzählung. Das Evil Dead Remake war auch nur so gut weil es keine 1:1 Umsetzung des Originals war.Auch schon die erste Disney version war keine 1:1 Umsetzung des Stoffes und jetzt stört man sich plötzlich wegen der Hautfarbe, ach bitte!Noch ein weiterer Schock: Disney hat selten eins der Märchen, die sie verfilmten getreu Umgesetzt.Aber man regt sich über die Hautfarbe eines Fantasiewesens auf. Also was rassistischeres und zurückgebliebeneres kann ich mir ehrlichgesagt kaum vorstellen.
    • Deliah C. Darhk
      Vor Allem @WhiteNightFalcon und @Darklight haben schon des Öfteren versucht mich mittels ihrer Kommentare mit meiner Milch zu ersäufen. Vielleicht sollte FS mal eine Sicherheitswarnung an den Kommentarbereich tackern. Sonst kommt noch einer zu Schaden. ;)
    • Ortrun
      In dem Märchen von Hans Christian Andersen, das dem Zeichentrickfilm von 1989 zugrunde liegt, wird die Hautfarbe der kleinen Meerjungfrau eindeutig als weiß beschrieben: Es wurde still und ruhig auf dem Schiffe, nur der Steuermann stand am Ruder, die kleine Seejungfrau legte ihre weißen Arme an die Reling und blickte gegen Osten nach der Morgenröte;
    • Ortrun
      Dafür (USA und Gegenwart) gibt es bisher keine Anhaltspunkte. WENN dem so wäre, könnte ich mit dem Casting leben. Lieber wäre es mir, sie würden den Film (die Szenen an Land) in einem (fiktiven) karibischen Märchenkönigreich spielen lassen. Dieser kulturelle Aspekt könnte sich dann auch in der an die Küste dieses Landes angrenzenden Unterwasserwelt wiederfinden. Das fantastische Märchenflair wäre gewahrt, das Ambiente würde gut zu den karibisch klingenden Liedern passen und der Geschichte würde ein neuer Aspekt abgewonnen.
    • Ortrun
      Ein feudales China mit sprechendem Drachen und lebhaften Ahnengeistern ist auch fiktiv und fantastisch.
    • Saints ofchaos Deluxe
      Klar darf man Hassen was man will. Jeder hat seinen persöhnlichen Feind. Der Eine den Imperator, der andere Skeletor und wieder andere den Exkrement Vogel von der DUH ( war KEINE Beleidung FS;-) Aber hier im Filmbuisness wirds immer schlimmer und damit meine ich tatsächlich das Studios gegen Fans pöbeln und umgekehrt. Man ...Filme sind nur ein Hobby für den Konsumenten.....wenns mir nicht gefällt guck ichs nicht nochmal- oder gar nicht!.......könnte ich sagen.Aber diese Ignoranz gegenüber dem Publikum ist echt ein Hohn!
    • Silvio B.
      In dem Fall nicht.
    • Werner Teppich
      Volle Zustimmung in allen Punkten!
    • Ash
      Gut gesagt, weil Arielle keine Dänin ist sondern eine Meerjungfrau und sie eine Fantasy Figur ist. Du kennst den Unterschied zwischen Fantasy und Realität?
    • greekfreak
      Ist so ähnlich wie beim MCU seit Jahren verlangten die Fans einen Black Widow Solofilm und mit Sc.Johansson hat man auch einen zugkräftigen Star,stattdessen haben sie Capt.Muh Face is so tired rausgebracht.
    • Ortrun
      Und dabei ist bei Disney so ein Projekt anscheinend sogar aktiv in der Entwicklung.Zitat: Disney is developing its first fairytale film starring an African princess. The House of Mouse has tapped Dope director Rick Famuyiwa to produce Sadé, a live-action fantasy film featuring the studio’s very first African princess.Disney has bought the pitch to Sadé from writers Ola Shokunbi and Lindsey Reed Palmer, according to Variety. The pair is set to co-write the screenplay about “a young African girl named Sadé whose kingdom is threatened by a mysterious evil force and accepts her newly discovered magical powers to protect her people, with the help of the kingdom’s prince,” Variety reports. (Stand Juli 2018)Damit steht eine afrikanische Prinzessin (in einer eigenen Geschichte!) ja fast in den Startlöchern und darum hat es mich besonders kalt erwischt, dass sie jetzt bei Ariel völlig überflüssig vorpreschen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass in einer originären Geschichte die erste afrikanische Disneyprinzessin vorkommt, und nicht, dass eine unnötiger Weise umgefärbte Ariel ihr zuvorkommt.
    • Ortrun
      Wale geben auch mehr als Blubbergeräusche von sich.
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