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    Marvels neuer Held nach "Avengers 4: Endgame": "Shang-Chi" soll mit Stereotypen aufräumen
    Von Christian Fußy — 13.09.2019 um 15:35
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    Regisseur Destin Daniel Cretton hat versprochen, bei seiner Adaption des 70er-Jahre-Kung-Fu-Fantasy-Comics „Shang-Chi“ von Marvel nicht auf ausgetretene Klischees zurückgreifen, sondern stattdessen Aufklärungsarbeit leisten zu wollen.

    Marvel

    Destin Daniel Crettons Justizdrama „Just Mercy“ mit den Marvel-Stars Michael B. Jordan und Brie Larson feierte am 6. September 2019 seine Premiere auf dem Toronto International Film Festival. In diesem Rahmen wurde der Regisseur auch zu seinem kommenden Marvel-Blockbuster „Shang-Chi“ befragt. Der Film zur Comicreihe, die historisch gesehen in einem zwiespältigen Verhältnis zur asiatischen und insbesondere der chinesischen Kultur steht, ist für Cretton das erste Projekt dieser Größenordnung und damit eine große Herausforderung. Wie er im Interview mit IndieWire verrät, biete ihm das Projekt jedoch auch eine hervorragende Möglichkeit, mit Stereotypen und Hollywood-Klischees aufzuräumen, die ihn bereits sein ganzes (Berufs-)Leben lang begleiten:

    Wir versuchen mit ‚Shang-Chi‘ etwas zu erschaffen, das die Erfahrungen von asiatischen Amerikanern und Asiaten heutzutage widerspiegelt. Es gibt einen Haufen Stereotype, mit denen unser Film hoffentlich bricht. [...] Als ich von Maui nach Kalifornien gezogen bin, erlebte ich zum ersten Mal, dass mich ein Fremder zum Spaß Bruce Lee genannt hat und Leute scherzhaft Karate-Schläge in meine Richtung gemacht haben. 

    Ich denke, je mehr wir Figuren unterschiedlicher ethnischer Herkunft sehen, die sich genau wie wir verhalten, die Erfahrungen machen, in die wir uns selbst hineinfühlen können, ihnen dabei zusehen, wie sie mit ihren Familien umgehen, lieben und lachen, verletzt werden und wieder aufstehen, desto mehr werden diese Stereotypen in die Brüche gehen. Desto weniger wahrscheinlich wird es, dass jemand jemanden mit asiatischen Gesichtszügen sieht und annimmt, er könne Kung-Fu oder sei verwandt mit Bruce Lee und ich hoffe, dass unser Film dieser Konversation zuträglich ist.“

    Eine Geschichte voller Missverständnisse

    Bei „Shang-Chi“ handelt es sich um eine Comicreihe aus den 70er-Jahren, deren Mythologie teilweise recht stark auf heutzutage als problematisch wahrgenommenen Chinesen-Klischees beruht. Abgesehen davon, dass es sich bei Hauptfigur Shang-Chi um einen teilweise von Bruce Lee inspirierten Kampfkünstler handelt, was für sich genommen ja noch niemanden stören sollte, fußen viele klassische Geschichten der Reihe sowie auch Shang-Chis eigene Familiengeschichte auf Klischees von fernöstlichem Mystizismus, wie sie vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts in Literatur und Film verbreitet wurden. So handelt es sich bei Shang-Chis eigenem Vater um den bösen Zauberer Fu Manchu, eine ursprünglich vom britischen Autor Sax Rohmer erschaffene Figur, die als Paradebeispiel für die Manifestation westlicher Bedrohungsängste in der Darstellung von Asiaten als „Gelbe Gefahr“ hergenommen werden kann.

    Marvel
    Fu Manchu und Shang-Chi

    Dass Cretton bei Marvel als Regisseur eine Figur behandeln wird, die in genau diesem Kosmos existiert, ist sicherlich kein Zufall. Der Filmemacher scheint sehr selbstbewusst in seiner selbstauferlegten Mission, die Vorlage gleichermaßen respektvoll adaptieren wie modernisieren und dabei gleichzeitig auch mit alten wie neuen Klischees brechen zu wollen. Trotzdem gibt Cretton auch zu, von der Aufgabe anfangs ganz schön eingeschüchtert gewesen zu sein.

    „Bevor ich losgegangen bin, um meine finalen Ideen vorzustellen, fing ich an, mir Gedanken zu machen: ‚Oh, Scheiße, ist das tatsächlich, was ich machen will?‘  Dann habe ich mit Brie [Larson] gesprochen und mit [‚Black Panther‘-Regisseur] Ryan Coogler telefoniert. Am Tag, bevor ich [zu Marvel] gegangen bin, habe ich tatsächlich rein zufällig auch noch Taika Waititi in einer Kneipe getroffen und mit ihm geredet, er war auch unglaublich hilfreich.“

    Die Begegnungen mit den anderen Marvel-Mitwirkenden überzeugten Cretton davon, trotz anfänglicher Bedenken den Sprung ins MCU zu wagen und sein Ding durchzuziehen. Was dabei herauskommt, bekommen wir in Deutschland ab dem 11. Februar 2021 zu sehen. Dann startet „Shang-Chi“ mit Simu Liu hierzulande im Kino.  

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    Kommentare
    • greekfreak
      Bei Wu Assasins hat Netwixx komplett ins Klo gegriffen.Du hast Iko Uwais,Mark Dacascos,einen Haufen anderer Darsteller die Martial Arts Background haben,plus das The Raid Fight Team.Was machste draus?Eine kompromisslose,auf die Fresse Actionserie,mit vielleicht so ein bisschen Mystik?Nein,nein,das würde zu viel Sinn ergeben.Stattdessen,haben sie draus eine laue Kung Fu Highlander/Avatar-Herr der Elemente Ding draus gemacht,mit CGI das so billig war, das selbst die Effekte in Mortal Kombat Annihilation aus den 90ern besser aussahen. Dazu haben sie Dacascos quasi nur für ein paar Cameo Auftritte verheizt,nervige Nebenfiguren wie dieser Tommy(Uh,ich bin ein Junkie Loser,weil meine Helikopter Eltern nie zufireden waren,buhuuu..),Dialoge zum fremdschämen,der obligatorische SJW-Kram der bei Netwixx wohl Pflicht ist(diese peinliche Szene im Diner,wo Byron Mann der rassistischen Kellnerin einen Vortrag über die History der chin.Immigranten in den US of A gibt,bevor dann gekloppt wird),die üblichen Filler Episoden und als i-Tüpfelchen dieser grausame Hip-Hop Soundtrack.Wenn´s wenigstens Wu Tang Clan oder was in der Art wäre,nein noderner Trap Hip-Hop,weil das ist voll angesagt.Das depressive ist,es gibt ein-zwei Fightszenen,die richtig auf die Zwölf gehen,wie in Folge 1 oder wenn Byron Mann´s Leibwächterin die Freundin von Iko in diesem Underground Fightclub vermöbelt,da kommt das The Raid-feeling auf,um in nächsten Moment wieder mit dummen Dialogen und billigem CGI unterzugehen.
    • Tyrantino
      Mein Kommentar bezog sich auf dein Gemecker über Wu Assassin ;) Und auch wenn man sich nicht an die Biographie hält, kann man Wing Tsun realistisch darstellen, so wie zum größten Teil des 1. Teils.
    • greekfreak
      Falls du`s noch nicht mitbekommen hast: die Filme haben nix mit der Biografie des echten Yip Man oder sowas wie Realismus zu tun. Es gab auch nie einen Fight gegen 10 japan. Black Belts oder einen General.Der echte Yip Man,war ein Aristokrat der seine Kampfkunst an andere reiche Chinesen lehrte,nach WWII und der komm.Machtünebernahme ist er dann nach Hong Kong immigriert und hat dort die Sprösslinge der reichen Oberschicht, Wing Chun gelehrt.(Bruce Lee´s Dad war ein berühmter Peking Oper Star).
    • Tyrantino
      Ich habe mir vor kurzem endlich mal Ip Man zu Gemüte geführt. Während mich der erste wirklich gut unterhalten hat war beim zweiten Schluss. Also bitte als er mit der Pallette gegen was, 20 Gegner (?) gekämpft hat. Das hat dann mit Wing Tsun nichts mehr zu tun.
    • greekfreak
      Ausnahmen wie Warrior oder Into the Badlands gibt´s immer.
    • Deliah C. Darhk
      Versucht einfach, wenn n Film nicht mit irgendeiner 'Message' zu versauen.Für real Life muss ich kein Kinoticket lösen und im will ich eben auch mal für zwei Stunden die Realität ausblenden und mich mit etwas Abstand von eben dieser entspannen.
    • Citizenpete
      Aber mit Warrior hat die Industrie gezeigt, dass sie es noch können.
    • WhiteNightFalcon
      Danke für die Tipps. 👍🏼
    • greekfreak
      Donnie Yen ist ja erst mit der Ip Man Reihe ausserhalb Asiens bekannt geworden,dabei ist er seit Jahrzehnten im Geschäft.Ich empfehle Wing Chun (mit Michelle Yeoh),Dragon Tiger Gate (das ist eine aberwitzige Manga Adaption),die 2 Iron Monkey Filme,Kung Fu Killer (ist auch als Kung Fu Jungle bekannt), Kill Zone SPL (mit Sammo Hung als Schurken),Tiger Cage II,Special ID und und und....Vor allem die ganzen oldschool Sachen aus den späten 80ern-90ern sind richtig kultig.Oh und Dragon Tiger Gate,SO sollte Shan-Qi und Iron Fist aussehen.
    • Defence
      Anstatt Aufklärungsarbeit leisten zu wollen, sollte man sich lieber darauf konzentrieren, einen unterhaltsamen Film zu machen, sonst könnte es bald vorbei sein mit all der MCU-Pracht, was überragende Einspielergebnisse betrifft...^^
    • Black Mask
      Wird sie nicht.
    • WhiteNightFalcon
      Auf Donnie Yen bin ich damals das erste Mal bei Highlander 4 richtig aufmerksam geworden. Hab zwar nicht viel - Rogue One zb - von ihm gesehen, aber bei den Ip-Man Filmen fand ich ihn beeindruckend.
    • FilmFan
      ....die sich genau wie wir verhalten....Da musste ich lachen. Scheint ne moderne Person zu sein die sich des Stoffes annimmt. Endlich jemand der uns aufklärt wie Asiaten ticken. Wirklich lustig. Mir ist es Scheißegal woher die kommen. Aber ich bin seit jeher nicht an asiatischen Filmen oder Charakteren interessiert. Wenn der Vogel in Zukunft in einem Avengers oder ähnlichen Film des MCU mitspielt bekomme ich ihn genau da zum ersten mal zu sehen. Solo interessiert mich der Charakter kein Stück.
    • Rafkam
      So ein dummes Gerede. Jetzt ist man schon Rassist, weil man sich bei einem Film über asiatische Helden auf Kung Fu freut.
    • Supersanjajin
      Nach dem großartigen Finale in Endgame bin ich eigentlich fertig mit den Marvel.Shang-shi ist der letzte Film der mich noch einmal davon überzeugen kann, dass ich für einen Marvel Film ins Kino gehe. Ich erhoffe mir enur annähernd die Action von Daredevil(Serie) und ich wäre sehr glücklich
    • greekfreak
      Donnie Yen bringt noch dieses Jahr Ip Man 4 raus,mit Scott Adkins als Schurken.
    • Rex_Kramer
      Ich hätte da lieber Donnie Yen gesehen, der Typ hatte es echt drauf. Weiß gar nicht was er in der letzten Zeit gemacht hat.
    • Captain Schleckerhöschen
      Man merkt richtig wie verzweifelt das Marvel Marketing einem nun die C und D Helden als A-Liga verkaufen will.^^ Ganz ehrlich wer achtet dann auf den Mist den die da von sich geben? Die Leute wollen einen geilen Comicactionfilm sehen, noch dazu am besten mit einer Besetzung die sie kennen! Aber naja, manchmal muss man erst untergehen bevor es wieder besser wird. Wir kennen das ja, Stichwort steigender Meeresspiegel und so.^^Zeit für einen Witz:Ein Amerikaner, ein Chinese und ein Pole sind auf einer einsamen Insel gestrandet.Auf einmal springt der Amerikaner auf, zieht sich nackig aus und brüllt: Auf nach Amerika! und schwimmt los.Fünf Minuten später zieht sich der Chinese aus und schreit: Auf nach China! und schwimmt los.Der Pole vergewissert sich, dass keiner hinsieht, nimmt alle zurückgelassen Sachen mit und sagt: Auf zum Flohmarkt!
    • greekfreak
      Ja ne?Du denkst dir: Shan-Qi das ist ein Kung Fu Superhero,ergo es wird toll choreografierte Kloppereien geben,mit einer Prise mystischen Hokus Pokus und Exotik.Ja geil,hab ich Bock drauf!Dann fällt dir Netflix´s vermurkste Iron Fist Serie ein,wo sie das selbe Konzept mit Schmackes an die Wand gefahren haben oder aktuell Wu Assasins das kompleter Trash ist (das CGI Feuer *rollt mit den Augen*) und sagst dir:Ne du,die werden davon was gelernt haben.Dann siehst du wen sie als Regisseur und Hauptdarsteller geholt haben und liest das prätentiöse Geschwurbel vom Regisseur und sagst dir:F*ck it,ich guck mir noch mal Into The Badlands an und trauere dem vorzeitigen Ende dieser Serie nach.
    • Sentenza93
      Immer wieder erstaunlich, wie es Marvel in letzter Zeit schafft jeden noch so kleinen Funken Interesse direkt wieder zu töten.
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