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    "Onward": Darum ist der Pixar-Animationsfilm in einigen Ländern verboten
    Von Daniel Fabian — 09.03.2020 um 17:30
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    Es ist eine fast schon beiläufige Aussage in einer unscheinbaren Szene in „Onward“, die nun dafür sorgt, dass der Animationsfilm in einigen Ländern nicht gezeigt wird. Grund dafür ist die erste LGBTQ-Figur in einem Pixar-Film.

    2019 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

    In seinem neuen Animationsfilm „Onward: Keine halben Sachen“ erzählt Regisseur und Autor Dan Scanlon die Geschichte zweier Elfen-Brüder, die die Gelegenheit bekommen, ihren verstorbenen Vater für einen Tag zurückzuholen  und findet darin auch Gelegenheit, erstmals eine LGBTQ-Figur in einen Pixar-Film einzubauen. Zwar waren in Pixar-Filmen wie beispielsweise „Toy Story 4“ auch schon gleichgeschlechtliche Paare zu sehen, die Kinder z. B. zur Schule brachten, doch wurde deren Sexualität darin nicht klar adressiert, es hätte sich auch um Freunde/Freundinnen ohne sexuelle Beziehung handeln können.

    In einigen Ländern kommt die nun ganz offen homosexuelle Figur so gar nicht gut an, sodass der neue Film der Kult-Animationsfilm-Schmiede entweder zensiert bzw. abgeändert oder gleich komplett verboten wurde.

    Kein Kinostart in Saudi Arabien & Co.

    Es ist nur eine kleine Szene, in der die Zyklopenfrau Specter (im Original gesprochen von Lena Waithe) Office Bronco (Mel Rodriguez) von ihrer Freundin („girlfriend“ im Original) und deren Tochter erzählt  ein klarer Hinweis auf eine homosexuelle Liebesbeziehung, wie sie im Mittleren Osten bis heute in vielen Ländern illegal ist und mit Strafmaßen bis hin zur Todesstrafe (zum Beispeil in Saudi-Arabien) bestraft wird.

    „Onward“ wurde deswegen in Kuwait, Katar, Saudi-Arabian sowie im Oman verboten und taucht folglich in jenen Ländern nicht im Kinoprogramm auf.

    Zensur in Russland

    In Russland wiederum sind homosexuelle Handlungen auf dem Papier zwar legal, doch die Realität sieht ganz anders aus. Homosexualität wird in der Gesellschaft größtenteils tabuisiert, positive Bezugnahme darauf in den Medien ist beispielsweise strafbar - und dementsprechend werden auch Inhalte in Filmen, die auf Homosexualität hinweisen, nur in zensierter Form veröffentlicht. Nach „Avengers 4“ und „Rocketman“ trifft es jetzt auch „Onward“.

    In der russischen „Onward“-Verison wird Specters Geschlecht nie erwähnt, außerdem hat man die Bezeichnung „Freundin“ durch „Partner“ ersetzt, so Deadline. Abgesehen davon unterscheidet sich das neue Pixar-Abenteuer aber nicht von der internationalen Fassung.

    "Onward": Platz 2 in den deutschen Kino-Charts

    „Onward“ läuft seit dem 5. März 2020 in den deutschen Kinos und hat sich an seinem Startwochenende mit 185.000 Zuschauern laut Insidekino auf Platz 2 der Kinocharts gesetzt (Platz 1 ging an „Die Känguru-Chroniken“ mit 375.000 Zuschauern). Das ist zwar alles andere als miserabel, für einen Pixar-Blockbuster aber eher schwach – „Toy Story 4“ startete im Vergleich mit 240.000 Zuschauern.

    In den USA gibt sich ein ähnliches Bild. Dort belegte „Onward“ mit 40 Millionen Dollar zwar locker den ersten Rang der Charts, blieb gleichzeitig aber auch hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt hält der Film derzeit bei 68 Millionen Dollar (Stand vom 9. März 2020) – das genaue Budget des Films ist hingegen unbekannt und soll irgendwo zwischen 100 und 200 Millionen Dollar liegen. Um seine Produktions- und Werbekosten wieder reinzukriegen, muss der Film am Ende aber wohl mindestens 300, eher noch über 400 Millionen Dollar einspielen.

    Ab 24. März gibt’s den Disney-Streamingdienst Disney+ in Deutschland, wo ihr unter anderem auch beliebte Pixar-Filme wie „Findet Nemo“, „Alles steht Kopf“ oder „Toy Story 4“ schauen könnt. Wer bis zum 23. März das Frühbucher-Jahres-Abo zu Disney+* abschließt, spart Geld.

     

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