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    Netflix will Nolan, Tarantino und ein eigenes "Star Wars"
    Von Björn Becher — 04.08.2020 um 08:55
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    Seit Jahren mischt Netflix das klassische Studiosystem Hollywoods auf und macht erfolgreich Filme. Doch einiges fehlt dem Streamingdienst noch – wie ein eigenes großes Mega-Franchise für die ganze Familie wie „Star Wars“ oder „Harry Potter“.

    Lucasfilm / Netflix

    Tendo Nagenda ist seit seinem Wechsel von Disney zu Netflix bei dem Streamingdienst als Vize-Präsident für Originalfilme dafür verantwortlich, welche großen Filmprojekte auf den Weg gebracht werden. Der gefeierte heiße Oscar-Kandidat „Da 5 Bloods“ sowie der vielgeschaute Actionfilm „The Old Guard“ fallen unter seine Verantwortung.

    Doch obwohl Netflix im Bereich der eigenen Filmproduktionen so große Erfolg feiert, hat der Streamer noch Traumprojekte, die es in Zukunft geben soll. Dies verriet Nagenda nun im Gespräch mit dem Branchenmagazin Hollywood Reporter.

    Netflix sucht das Mega-Franchise

    Man suche nach dem großen Abenteuerfilm-Franchise für ein breites Publikum, so Nagenda. Als Vergleich nennt er den ersten „Star Wars“-Film und die ersten beiden „Harry Potter“-Filme und führt aus: „Viel Familien-Live-Action, Fantasy, Spektakel-Filme, die groß sind und groß ankommen. Eine ‚Jumanji‘-ähnliche Story. Das ist die nächste Grenze!“

    Dabei suche der Streamingdienst zudem nach einer neuen Idee, will also keine existierende Buchreihe übertragen. Als Vergleich fällt hier wieder „Star Wars“, das George Lucas erfunden habe, oder die „Matrix“-Reihe der Wachowski-Schwestern.

    Es brauche daher Filmemacher*innen mit innovativen Idee und Netflix sei bereit, das Risiko einzugehen, eine solche neue Idee umzusetzen.

    Netflix will Ausnahmeregisseure

    Auch einige Namen, die bereits für innovative Ideen bekannt sind, hätte man gerne bei Netflix. Nach seinen Traum-Regisseuren gefragt, die er unbedingt für einen Netflix-Film haben wolle, antwortet Nagenda so: „Ich würde es lieben, Jordan Peele dazu zu bringen, einen Netflix-Film zu machen. Wir lieben Chris Nolan, wir lieben Quentin Tarantino.“

    Den Kino-Verfechter Nolan für einen Netflix-Film zu bekommen, scheint ähnlich unrealistisch wie Tarantino, bei dem aber zumindest eine Serie für den Streamingdienst im Bereich des Möglichen ist.

    Dass Nolan und Tarantino keine Filme für Netflix machen werden, scheint auch Nagenda klar, der daher im Gespräch mit dem Hollywood Reporter auch einen alternativen Ansatz zur Verpflichtung von ihnen wählt: „Wir müssen unsere Bemühungen darauf konzentrieren, Leute auf diesem Talent-Level zu finden, mit denen wir so früh wie möglich arbeiten und sie dazu bringen können, Filme nur für Netflix zu machen.“

    Es bleibt also abzuwarten, was Netflix uns demnächst für ein großes, neues Franchise bringt und ob es dem Streamingdienst gelingt, auch ohne das Kinoerlebnis ein so verbindendes, über Jahre oder sogar Jahrzehnte Fans so beschäftigendes Ereignis wie „Harry Potter“ oder „Star Wars“ zu schaffen. Und wir sind sehr gespannt, ob der Streamingdienst wirklich den „nächsten Nolan“ oder den „nächsten Tarantino“ entdeckt.

    Erst einmal gibt es im August aber viele andere Filme und Serien neu auf Netflix. Den Überblick gibt es wie immer in unserer monatlichen Übersichtsnews:

    Neu bei Netflix im August 2020: Ein echter Skandalfilm, "Aquaman" und mehr – alle Filme und Serien als Liste

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    Kommentare
    • HalJordan
      Ja, da ist sicherlich etwas dran. Netflix versucht inzwischen ALLE zufrieden zu stellen. Amazon hat zwar ein paar vielversprechende Eisen im Feuer. The Report mit Adam Driver war sehenswert und Serien wie The Expanse oder in naher Zukunft die Herr der Ringe-Serie werden auch immer Abnehmer finden Bei den Filmen hat Netflix mMn die Nase vorn. Marriage Story, Uncut Gems, Roma, The Irishman. Diese Streifen sind allesamt top und da hat Amazon an eigenem Movie-Content nicht viel zu bieten. Zugegeben hatte Amazon bei den letzten Neuerscheinungen im Filmbereich ordentlich gepunktet, teilweise war man Netflix überlegen. Hier handelte es sich jedoch um eingekaufte Filme und keine exklusiven Titel.
    • Max Müller
      Das Problem bei einem Multiversum ist ja meist, dass das Genre und die Machart meist gleich bleiben.Etwas, was das durchbrechen könnte wäre eine Verfilmung des Cosmere. Sicherlich alles Fantasy, aber komplett unterschiedliche Welten, auf die man gut unterschiedliche Stile anwenden kann. Elantris (düsterer Gruselfilm), Mistborn Ära 1 (YA), Mistborn Ära 2 (Western), White Sand (Animated) und als Kernpunkt Stormlight Archive als komplexe High Fantasy. Da wäre für jeden etwas dabei und Sanderson schreibt etwas schneller als Martin...
    • Jimmy v
      Ich meinte halt, dass Netflix schon mal verstärkter nur an Qualität interessiert war, jetzt aber alles macht. Deshalb würde ich auf deine Frage hin mutmaßen, dass Netflix weiterhin irgendwie alles versucht. Wie gesagt, da finde ich den Move von Amazon Prime im Vergleich smarter. Auch dort ist viel Scheiße dabei, aber irgendwie wirken die meisten Projekte interessant. The Man in the High Castle fand ich bspw. extrem enttäuschend und dümmlich geschrieben - aber es war ein herausfordernder Stoff (sollte unbedingt ein Remake bekommen).
    • Tanisha Lübke
      Alles. Nur bitte den Namen „Jumanji“ streichen. Das ist ja wohl der absolut größte Scheiß. Nichts, aber auch rein gar nichts, das aus dem Jumanji-Kosmos kommt, sollte je ernsthaft Einzug in ein Märchen finden, in ein Abenteuererlebnis, das auf Story, Charakterentwicklung und Gefühl sowie Heldenreisen aufbaut. Jumanjizeug ist Stoff, um mal EINE Komödie fürs Kino zu machen, dann ist aber auch schon Schluss. Ein Abenteuer, bei dem man sich mal kaputtlacht, Spaß hat und dann war es das. Wer aber ernsthaft Interesse daran hat, ein großes Universum zu gründen, in dem Geschichten für Bücher erzählt werden, der verzichtet bitte auf zu komödiantische Ausuferungen à la Jumanji. Humor? Na, klar. Nur auf Humor aufbauen? Vollkommener Unsinn und der Tod für ein ernsthaftes Universum, das man für voll nehmen soll.
    • Tobias D.
      Da muss ich vor allem bezüglich Arrival widersprechen.
    • Tobias D.
      Es ging nicht um kreativ oder überraschend, sondern einfach um neu. Und da sind zumindest, Arrival und Ex Machina definitv neue Sachen, die ich nicht vor dem Millenium finde.Und zu La Flor: Die 14 h haben sich voll gelohnt. Wenn mich nun jemand fragt, was ich für Kino halte, kann ich nur den nennen.
    • niman7
      Man will große Filme für die ganze Familie drehen und denkt dann an Peele, Nolan und Tarantino? :DHat er sich denn jemals einen der Filme angesehen?
    • S-Markt
      soso, ein eigenes star wars. da hätte man ja denn einfach sich mal nicht the expanse von amazone wegschnappen lassen müssen!!! btw. the old guard war zwar eine der eigenproduktionen, die ich bis zum ende geschaut habe, aber im kino hätte ich da kein geld für ausgegeben. der film hatte doch das gewisse nichts.
    • WhiteNightFalcon
      Könnte glatt ein Rezept von mir sein. Als Kamikazekocher werfe ich gern mal spontan Dinge zusammen. 😂
    • HalJordan
      Nicht unbedingt. Klar, Netflix haut haufenweise Filme heraus, aber es gibt auch dort einige wirkliche Perlen zu begutachten. Die spannendere Frage sollte eher sein, wohin soll die Reise hingehen? Möchte man nur ein eigenes Mega-Franchise oder ist es ihnen wichtig weiterhin im Oscar-Rennen zu bleiben, evtl. sogar die ersten wichtigen Goldjungen mit nach Hause zu nehmen?Gerade hier sehe ich Netflix in einer guten Position. Nicht jeder Regisseur darf ala Nolan sein Wunschprojekt mit einem Megabudget verfilmen. The Irishman oder Da 5 Bloods liefen nicht ohne Grund auf Netflix.
    • Jaaay
      Dann sind Sie vom Geschmack her, eher im Arthouse Kino angesiedelt und sollten dort auch suchen und nicht bei Hollywood oder nicht?Ein Vergleich zu mir mit Videospielen. Ich spiele fast nur Indie Titel, weil mich der Mainstream Einheitsbrei einfach nicht mehr berührt bzw. nur sehr selten.
    • DER Dunkle Lord
      Ich hab jetzt den Artikel gelesen und bin genauso schlau wie vorher.
    • Jimmy v
      Na ja, das ist immer so eine Sache. Das Kino ist inflationär durchschnittlich, das stimmt. Aber so viele gute Serien sind in den letzten Jahren entstanden, sodass man nicht umsonst vom golden Age of TV Series sprach. Und auch im Indie-Bereich gibt es viele Entwicklungen. Großes Budget dafür? Sicher nicht. Aber viele interessante Stoffe kann man schon rumbekommen.In diesem Sinne bin ich auch der Meinung, dass ein del Toro seinen Lovecraft mittlerweile bekäme.
    • Defence
      Um Hochwertig geht es prinzipiell auch gar nicht, da gibt es durchaus genug Beispiele für, ob im Kino, Streaming- o. TV-Breich (HBO z.b.).Allerdings haben es wirklich neue Ideen, entsprechend künstlerische o. kreative Freiheiten heutzutage (gefühlt?) schwerer, vor allem im Kinobereich.Was aber auch nicht wirklich überrascht, wenn man bedenkt, was für eine geradezu inflationäre Entwicklung die Budgets genommen haben, ein potenzieller Kassenflop immer in Reichweite ist und man dadurch bedingt lieber auf Nummer sicher geht, altbewährtes nutzt und es eine Schwemme an Fortsetzungen, Remakes o. Reboots gibt, die am besten auf PG13 getrimmt werden.Sowas wie New Hollywood o. Regisseure wie ein Sam Peckinpah und Co hätten es heute schwerer denn je bzw würden vermutlich kaum bis kein Projekt mehr finanziert bekommen.Man sieht es ja z.b. an del Toro, der gerne eine Lovecraftverfilmung angehen würde, aber durch seine Kompromisslosigkeit, was eine mögliche Altersfreigabe betrifft (eine PG13 Lovecraftverfilmung? Nein danke), nicht vorankommt.
    • Sentenza93
      Damit habe ich so das Gefühl würden die sich eher überheben.
    • Defence
      Abgesehen von vlt La Flor, was eher Kunstprojekt als Film ist, zudem saulang (16 Stunden oder so?) und ein einziger Genremischmasch, was schlicht nicht für ein breites Publikum konzipiert ist, sehe ich da bloß Komödien, (Psycho)dramen, Comicverfilmungen/-Adaptionen, Dramen u.ä., die zudem nicht selten konventioneller sind als ihr Ruf.Was neues, wirklich kreatives o. überraschendes ist das in deiner Liste nun wirklich nicht.^^
    • Defence
      Ein neues SW oder HP wäre dann aber auch wieder bloß sattsam bekanntes - Innovativ ist was anderes...^^Und warum man immer wieder gleich eine Filmreihe, ein Franchise oder ein Multiversum anstrebt, bevor auch nur ein Film abgedreht wurde, werde ich wohl auch nie verstehen.(Nahezu) ALLE erfolgreichen Filmreihen und Franchises entstanden ursprünglich aus einen Film ohne Fortsetzungsgedanken. Die sehr wenigen Ausnahmen, die mir spontan einfallen, wie HdR o. die HP-Reihe sind und waren Sonderfälle z.b. aufgrund der Buchvorlage und selbst da hat man es, wie z.b. bei HP langsam angehen lassen, erstmal den Erfolg der Filme abgewartet und versucht in sich abgeschlossene Filme zu erschaffen.Ein Problem, was u.a. das YA-Genre gekillt hat, waren eben die unvollendeten Reihen samt unaufgelösten Storylines o. Cliffhangern.
    • CineMan
      Ich dachte an einen Eintopf.
    • Bond, James Bond
      Inception, The Dark Knight, neue Planet der Affen Trilogie (neu = bahnbrechende Visualisierung), Mission: Impossible (bahnbrechende, reale Action), Nightcrawler, Herr der Ringe Trilogie, Prestige, Kill Bill, Wall-E....Aber auf Netflix?
    • ObiWann
      Wobei HBO für mich jetzt kein Streaming Dienst ist .
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