Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde

Wird der Kinohit diesmal sogar noch größer?

Von Julius Vietzen

„Klimawandel und Klohumor“: Mit diesen Worten ist die FILMSTARTS-Kritik zu „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ überschrieben, mit dem die beliebte KIKA-Wissenssendung „Checker Tobi“ 2019 den Sprung auf die große Leinwand wagte – und dort auf Anhieb knapp 550.000 Kinder und Eltern in die Kinos lockte. Eine treffende Überschrift für das Erfolgsformat, das seine kinderfreundlich aufbereiteten Erklärungen zur Entstehung unseres Planeten, zum empfindlichen Ökosystem und zum Einfluss des menschengemachten Klimawandels gern mit einer Prise Fäkalhumor aufpeppt.

2023 folgte mit „Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen“ ein zweites Leinwandabenteuer nach ähnlicher Rezeptur, das mit mehr als 1,3 Millionen verkauften Kinotickets sogar mehr als doppelt so erfolgreich war. Angesichts dieser Erfolge ist es kein Wunder, dass die Verantwortlichen auch bei „Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde“ wieder auf die bewährte Erfolgsformel „Klimawandel und Klohumor“ setzen. Das Ergebnis ist erneut eine gelungene Mischung aus Spielfilm und Naturdoku mit spektakulären Bildern sowie einem unaufdringlichen Klimaschutz-Appell – und natürlich darf auch der ein oder andere Pupswitz nicht fehlen.

Checker Tobi (Tobias Krell) erlebt auch dieses Mal wieder aufregende Abenteuer rund um den Globus. MFA
Checker Tobi (Tobias Krell) erlebt auch dieses Mal wieder aufregende Abenteuer rund um den Globus.

Einmal mehr begibt sich Checker Tobi (gewohnt charismatisch: Tobias Krell) in seinem neuen Kinofilm auf eine weltumspannende Schnitzeljagd: Beim Aufräumen im Keller finden er und seine beste Freundin Checkerin Marina (Marina Blanke) eine alte Videokassette, auf der Tobi bereits als achtjähriger Junge (gespielt von Theodor Latta) erste Schritte in Richtung Checker-Laufbahn macht. Doch der erwachsene Tobi muss feststellen, dass er sich an die Antwort auf eine Frage, die sein jüngeres Ich in dem Video stellt, nicht mehr erinnern kann: Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?

Ein Hinweis des achtjährigen Tobi führt den erwachsenen Checker zunächst nach Madagaskar, dann auf die arktische Inselgruppe Spitzbergen und schließlich nach Mexiko, wo er schon als kleiner Junge unbedingt hin wollte. Dabei kommt er der Antwort auf die Frage, wer denn nun die mächtigsten Spuren im Erdreich hinterlässt, immer näher...

Gewohnter Aufbau, aber auch gewohnt gut

„Checker Tobi 3“ beginnt mit Checker Tobi im Indiana-Jones-Look, der sich in einem nach und nach als Videospiel-Level offenbarten Abenteuer in Richtung einer Pyramide vorkämpft. Dieser Auftakt bildet eine erzählerische Klammer für den Film und etabliert zugleich einige der Themen: Tobi will kein langweiliger Erwachsener sein und endlich einige der Punkte auf seiner Wunschliste aus Kindheitstagen abhaken. Anschließend schwenkt Regisseurin und Drehbuchautorin Antonia Simm, die nach Martin Tischner (Teil 1) und Johannes Honsell (Teil 2) auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, jedoch sehr schnell auf bewährte Erzählmuster um:

Tobi stößt auf ein Rätsel und lässt alles stehen und liegen, um es zu lösen. Dafür reist er einmal um die Welt und trifft dabei vor Ort jeweils auf (fließend Deutsch sprechende) Menschen, die ihm mehr zur heimischen Flora und Fauna sowie zur Geschichte und Kultur des Landes erklären. So kommt er der – selbst für Erwachsene gar nicht mal so leicht zu erratenden – Lösung des Rätsels einen Schritt näher.

Die zerklüfteten Felsen auf Madagaskar sehen auf der großen Leinwand wahnsinnig beeindruckend aus. MFA
Die zerklüfteten Felsen auf Madagaskar sehen auf der großen Leinwand wahnsinnig beeindruckend aus.

Der schon bei den vorherigen beiden Filmen für die Kamera verantwortliche Johannes Obermaier fängt auch dieses Mal wieder Madagaskar, Spitzbergen und Mexiko in teils atemberaubenden Bildern ein. Absolut spektakulär ist etwa ein Dschungelpanorama, gefilmt von einer Maya-Pyramide oder die vom Frost glitzernde Decke eines Kohlebergwerks auf Spitzbergen. Am beeindruckendsten wirkt allerdings die farbenfrohe Vielfalt Madagaskars: Hier bewundert Checker Tobi etwa Baobab-Bäume im Morgengrauen oder erklimmt mit der einheimischen Biologin Hanitra eine zerklüftete Felslandschaft, die am ehesten noch an Mordor aus den „Der Herr der Ringe“-Filmen erinnert.

Nebenbei vermittelt Checker Tobi für die Großen und Kleinen im Publikum Wissen über unseren Planeten, etwa über endemische Tierarten (also Tierarten, die es nur in einem bestimmten Gebiet gibt), ein Aufforstungsprojekt auf Madagaskar oder die Entstehung von Kohle (und warum deren Verbrennung so problematisch für das Klima ist). Für Abwechslung sorgen zwischendurch etwa eine animierte Sequenz über die Abspaltung von Madagaskar vom afrikanischen Kontinent im Knetgummi-Look sowie die immer wiederkehrenden Interaktionen zwischen Tobi und seinem jüngeren Ich.

Checker Tobi und die madagassische Biologin Hanitra bewundern ein Chamäleon. MFA
Checker Tobi und die madagassische Biologin Hanitra bewundern ein Chamäleon.

Natürlich dürfen die „Checker Tobi“-Klassiker dabei nicht fehlen: Ein Pups, der im Kohlebergwerk auf Spitzbergen das Sauerstoffmessgerät warnend piepsen lässt, sorgte in der Pressevorführung für jede Menge Heiterkeit bei Kindern UND Erwachsenen. Und natürlich vergisst Tobi auch wieder etwas Wichtiges, was zu einer amüsanten Verfolgungsjagd mit Schlitten durch ein verschneites Städtchen auf Spitzbergen führt.

Fazit: Nach Luft und Wasser wendet sich „Checker Tobi 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde“ nun dem nächsten Element zu, gewohnt charmant präsentiert von Tobias Krell, mit tollen Bildern und viel Lehrreichem für Groß und Klein. Der für 2027 bereits angekündigte „Checker Tobi 4“ kann also gern kommen – hier soll es dann um das Element Feuer gehen und dabei erstmals Checkerin Marina ganz im Mittelpunkt stehen.

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