Hach, was für ein cooler Film! Damals an den Kinokassen gnadenlos gefloppt, heute einfach nur Kult! Die Besetzung ist aus heutiger Sicht der Hammer: Sharon Stone in einer ungewöhnlichen Rolle, mysteriös, einfach nur „The Lady“ genannt, nach außen hin knallhart, mit eiserner Miene, aber im Verlauf wird deutlich, dass sie im Grunde tief traumatisiert ist und auf einem eiskalten Rachefeldzug ist (das ist jetzt kein Spoiler, steht so auch auf der DVD-Hülle). Gene Hackmann ist die Idealbesetzung für den wahnsinnige Despoten, herrlich bösartig und ein richtiges Arschloch. Dann noch Russell Crowe in seiner ersten großen Rolle, noch richtig jung und auch sehr undurchschaubar. Und dann kommt „The Kid“, Leonardo di Caprio, den das Studio gar nicht besetzen wollte, aber Sharon Stone seine Gage direkt aus eigener Tasche zahlte, weil sie ihn unbedingt dabeihaben wollte. Er spielt seine Rolle auch herrlich überzogen, „Verdammt bin ich schnell!“.
Überhaupt sollte man den Film nicht allzu ernst nehmen, wir haben hier halt einen echten Sam Raimi, das merkt man fast in jeder Szene. Die Story an sich ist ja schon so bescheuert, da geht’s ja schon los. Aber Raimi schafft es, jedes Duell anders zu inszenieren, es wird niemals langweilig, jedes Mal ist irgendetwas anders, vor allem ist es die Kamera, die mitunter wilde Fahrten unternimmt, das ist ein Riesenspaß. Und das große Finale ist dann natürlich auch entsprechend hochdramatisch und maximal spektakulär, das will ich aber nicht verraten.
FAZIT: Sam Raimis Version eines klassischen Westerns mit Sharon Stone mit ihrer Version des Eastwoodschen „Mann ohne Namen“ ist einfach ein verdammt vergnüglicher und unterhaltsamer Film. Man darf das alles nicht wirklich ernst nehmen und auch nicht alluvial hinterfragen, dann kann man eine tolle Zeit haben. Es sind vor allem die skurrilen Figuren, die uns Sam Raimi hier präsentiert, die den besonderen Reiz ausmachen. Ein Klassiker und im besten Sinne ein Kultfilm!