Man könnte jetzt natürlich - wie immer bei Remakes - fragen, ob das notwendig war. Und wie würde ich den Film bewerten, wenn ich das Original nicht kennen würde..? Beides sind aber meistens Fragen, die einen konstruktiven Blick auf den Film erschweren, daher werde ich sie nicht stellen. Dennoch muss man bei aller Objektivität festhalten, dass "Quarantäne" das spanische Original ziemlich plump, ja fast Szene für Szene, kopiert.
Remakes machen dann Sinn, wenn sie etwas Neues bringen oder dem Originalfilm neue Aspekte oder Sichtweisen hinzufügen oder gar etwas ganz grundlegend Neues kreieren. Ansonsten gibt es ja auch aus cineastischer Sicht keinen Mehrwert. In der Kinogeschichte gibt es für beide Fälle ausreichend Beispiele und oft ist - wie bei diesem Film hier - die einzige Daseinsberechtigung die reine Geldmacherei auf dem US-amerikanischen Markt, der ja bekanntlich keine ausländischen Filme zulässt.
Aber selbst wenn "Quarantäne" jetzt eine 1:1-Kopie ist, ist es nicht automatisch ein schlechter Film. Ganz im Gegenteil: Er ist sehr dynamisch und intensiv inszeniert, wie beim Original sind wir wegen des Found Footage-Stils mitten drin im Geschehen und immer direkt dabei, wenn etwas passiert. Nach einer sehr kurzen Expoistion in der Feuerwache geht es auch sofort los, mitten rein in die Action und bis zum Finale gönnt uns der Regisseur keine Ruhepause. Besonders Jennifer Carpenter dient uns da als zentrale Figur, mit der wir die ganze Sache miterleben, und die hier eine starke schauspielerische Leistung abliegert.
FAZIT: Vielleicht ein unnötiges Remake ohne echte Daseinsberechtigung, da sehr, sehr nah am Original, aber durch die beängstigend intensive Inszenierung und eine tolle Jennifer Carpenter bekommen wir dennoch einen aufregenden und spannenden Found Footage-Zombiefilm geboten. Fans des Originals werden vielleicht enttäuscht sein, aber für alle, die [REC] nicht kennen, ist "Quarantäne" auf jeden Fall eine Empfehlung!