Mit Venom wagte Sony eine Solo-Verfilmung des ikonischen Spider-Man-Antagonisten – allerdings ohne Spider-Man. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, aber tonal ungewöhnlicher Antiheldenfilm, der vor allem durch die starke Performance von Tom Hardy getragen wird. Der Film ist kein Horror-Thriller, wie viele Fans zunächst gehofft hatten, sondern eher eine Mischung aus Action, Sci-Fi und schräger Buddy-Komödie zwischen Eddie Brock und dem Symbionten.
Handlung
Der investigative Journalist Eddie Brock (Tom Hardy) verliert seinen Job und seine Beziehung, nachdem er versucht hat, den skrupellosen Industriellen Carlton Drake bloßzustellen. Gleichzeitig entdeckt Drake außerirdische Symbionten – und einer davon verbindet sich mit Eddie.
Von da an teilt Eddie seinen Körper und Geist mit Venom, einer brutalen, aber überraschend humorvollen Lebensform. Gemeinsam müssen sie nicht nur mit ihrer unfreiwilligen Partnerschaft zurechtkommen, sondern auch Drakes gefährliche Pläne stoppen.
Stärken
Tom Hardy: Seine Darstellung ist der größte Trumpf des Films. Hardy spielt Eddie chaotisch, verletzlich und zugleich witzig. Seine Interaktionen mit Venom sind das Highlight.
Eddie & Venom als Duo: Das unerwartet humorvolle Zusammenspiel sorgt für viele denkwürdige Szenen („Wir sind Venom“).
Design des Symbionten: Venom sieht bedrohlich, kräftig und comicgetreu aus – ohne Spider-Man-Symbole, aber dennoch ikonisch.
Unterhaltsames Tempo: Der Film ist leicht verdaulich, flott erzählt und nie langweilig.
Schwächen
Tonale Uneinheitlichkeit: Der Film schwankt zwischen Horror, Comedy und Action, ohne sich für einen klaren Stil zu entscheiden.
Zu wenig Venom-Horror: Viele Fans hätten sich einen düstereren, brutaleren Venom gewünscht. Das PG-13-Rating nimmt dem Charakter etwas von seiner Wildheit.
Schurke bleibt blass: Carlton Drake/Riot ist kein besonders fesselnder Antagonist.
Story eher simpel: Die Handlung bietet wenig Überraschungen und wirkt teilweise formelhaft.
Fazit
Venom ist kein perfekter Film, aber ein ungewöhnlich spaßiges Antihelden-Abenteuer mit starkem Hauptdarsteller. Wer Tom Hardy mag oder sich auf die witzig-chaotische Dynamik zwischen Eddie und Venom einlassen kann, wird gut unterhalten. Wer hingegen eine düstere, brutale, comicgetreue Venom-Origin erwartet, wird eher enttäuscht sein.