Mary & Max - oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet? , so der offizielle tolle deutsche Titel zu einem Film, der komplett aus Knette gemacht wurde. Kennt ihr das Gefühl, wenn man bereits zu Beginn erahnt, dass hier ein toller Film gleich kommt?
Das "Penguin Cafe Orchestra"-Lied fängt an, die Stadt "Mount Waverley" wird vom weiten gezeigt, dann wird langsam herangezoomt. Man sieht die ganzen Details, die der Film zu bieten hat. Einen umgefallenen Müllkorb, Rollschuhe, einen kleinen Holzkoala am Briefkasten und dann zoomt der Film zu einem kleinen Mädchen. Aus einer tollen Idee entwickelt sich später eine 20-Jahre andauernd Freundschaft zwischen einem zuerst 8-jährigem Mädchen und einem 44-jährigem Mann mit Asperger-Syndrom.
Das ganze Design ist wundervoll, die vielen Charaktere haben ihre Eigenheiten und sind unverwechselbar. Der Film besitzt einen vollen Pool von Emotionen und Situationen. Schöne Momente, traurige Momente, lustige Momente, tragische Momente.
Mary & Max ist ein ganz wundervoller Film, der es in einem Jahr voller Film-Großgewichte (Shutter Island, Inception, Toy Story 3) schafft, fast alle ztu übertrümpfen. 9 bis 10 von 10 Punkten
Adam Elliot dürfte sicher den wenigsten ein Begriff sein. 2003 gewann er den Oscar für den besten animierten Kurzfilm „Harvey Krumpet“. Seit 1996 drehte er mehrere Animations-Kurzfilme, für sein Regiedebüt eines langen, abendfüllenden Spielfilms also, war er bestens vorbereitet. 2009 erschien „Mary & Max“. Ein fantastischer Film und wieder ein Stop-Motion-Film von 2009, der mehr als nur gut ist („Coraline“ und „Der fantastische Mr. Fox“!). 2009 war DAS Jahr für Animation, wenn man auch 3D-Animation hinzuzieht („Oben“, „Die Weihnachtsgeschichte“ mit Jim Carrey und auch „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“). „Mary & Max“ ist jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Animationsfilmen nicht für Kinder. Der Film hantiert mit ernsten und schweren Themen, wie Suizid, Asperger-Syndrom und Alkoholismus. Doch ich finde es klasse und vor allem wichtig, dass das Medium „Animation“ eben nicht nur als „Kinderkram“ abgestempelt wird. Bis heute ist es aber leider so, weshalb ich Filme wie „Mary & Max“ notwendig finde. Aber abgesehen davon ist Adam Elliots Werk einfach großartig und in meinen Augen für jeden etwas (wenn man 12 oder älter ist).
1976: Die kleine Mary wächst in Australien in einer schwierigen Familie auf. Eines Tages durchblättert sie ein Telefonbuch und findet die Adresse des Amerikaners Max Jerry Horowitz. Er ist über 40, hat das Asperger-Syndrom und keine Freunde… Zumindest bis ihm die kleine Mary einen Brief schreibt.
Wo fange ich an? Vielleicht bei der Story: Elliot schrieb auch das Drehbuch und schuf in meinen Augen eine herzerwärmende und dennoch schmerzhafte Geschichte über zwei Außenseiter. Wirklich viel passiert vielleicht nicht, denn es geht vor allem um die Geschichten, die sich die beiden erzählen, aber ich will natürlich nicht zu viel verraten. Dabei sticht vor allem die Detailverliebtheit heraus. Nicht nur vom optischen, nein gerade die Figurenzeichnung ist authentisch und manchmal erschreckend echt. Da vergisst man schnell mal, dass man einen Animationsfilm sieht… Mir gefällt in der Hinsicht auch, dass der Film sich mit den Menschen beschäftigt, die man sonst nie kennen lernt. Natürlich ist das etwas, was schon viele Filme versucht und geschafft haben, aber noch nie habe ich es so erlebt, wie hier. Ich hatte das Gefühl diese Figuren von Grund auf zu verstehen, selbst wenn ich ganz anders denke als sie. Obendrein spinnt Elliot eine wunderschöne und kunstvolle Geschichte, die vor Facettenreichtum nur so strotzt.
Der Film ist dabei sehr skurril, mitfühlend, aber auch oftmals sehr witzig und profitiert in meinen Augen zu hundert Prozent davon, dass er animiert ist. Apropos…
Die Animationen sind wundervoll und gerade im Vergleich zu bekannteren Stop-Motion-Filmen sehr anders. „Mary & Max“ wirkt nicht so glatt oder bombastisch, wie andere Animationsfilme, auch das überzogene Figurendesign ist sicherlich nicht sehr ansprechend, aber genau das ist der Punkt des Films! Und ich liebe es, wenn der optische Teil eines Films die Kernaussage der Geschichte widerspiegelt. Erwähnenswert ist für mich auch die clevere Farbauswahl.
Musikalisch wird das Ganze von einem soliden und schönen Score von Dale Cornelius unterstützt.
Zur Synchronisation: Die ist für ebenfalls toll, wobei ich mich auch auf die englische Version mit Philip Seymour Hoffman und Toni Colette freue.
Fazit: „Mary & Max“ ist nicht nur ein Filmjuwel im Animationsbereich, sondern auch ohne Zweifel einer der besten Filme von 2009! Clever, gefühlvoll, witzig und manchmal sogar schmerzhaft. Klasse!
Es gibt wenige Filme, die eine Geschichte in einem eigenen Stil erzählen, dabei fesseln, immer wieder absurde Situationen erzeugen und ganz elegant zwischen Tragödie und Komödie wechseln. All das schafft "Mary und Max". Es werden liebenswerte und gleichzeitig herrlich abstruse Charaktere vorgestellt, mit denen man mitfühlt, obwohl es sich nur um Knethaufen handelt. Der einzige Nachteil des Filmes ist: seine Produktionsdauer waren 5 Jahre. Das bedeutet, Fans werden so schnell keinen Nachschub bekommen. Deswegen lohnt es sich, den oscar-prämierten Kurzfilm anzuschauen, der ebenfalls auf der DVD zu finden ist.
Über Mary & Max gibt es ja hier schon genügend positive Kritiken welche auch alle ihre daseinsberechtigung haben. Mit vielen Dingen kann ich übereinstimmen. Lustiger schwarzer Humor, tiefe der Charaktere, tolle Musik und eine tolle Atmoshpere durch die unterschiedliche Farben in New York und Australien.
Jedoch hat mich das Gesamtwerk nicht überzeugt. Einzeln betrachtet gibt es viele tolle Szenen und Ideen welche der Regisseur eingebracht hat. Viele sehen es positiv, dass bei diesem Film lachen und weinen so nahe beieinander liegt und das die Geschichte ohne Happy End bleibt.
Sehr gut hat mir gefallen die für mich zwei zentralen Botschaften welche der Film rüberbringen möchte. Zum ersten die Bedeutung von Freundschaft, das besondere eine enge und gute Freundschaft zu führen und wie wichtig es auch ist gute Freunde zu finden und sie zu behalten. Die zweite Botschaft ist die Kunst zu verzeihen und zu vergeben. Als Max das Buch von Mary über seine Krankheit erhält wird er sehr sauer und erst nachdem er einen Obdachlosen würgt und der "Sorry" sagt merkt er wie wichtig es ist sich bei ihr zu entschuldigen und ihr zu verzeihen. Er schreibt ihr etwas von "Alle Menschen sind unvollkommen". Das war auch eine berührende Szene, welche manche Menschen sich gerne wieder ins Bewusstsein rufen sollten.
Ja, der Film hat gute Momente, welche einen auch emotional packen können. Mir fehlte aber ein Happy End oder eine positive Wendung in der Geschichte. Der Film lässt eigentlich einen sehr negative Sichtweise auf die Menschheit zurück. In dem Film ist eigentlich keiner normal, alle sind psychisch oder körperlich irgendwie krank. Der Tod steht auch immer wieder im Mittelpunkt des Films. Alle Figuren in dem Film verenden mehr oder weniger tragisch. Der Film hat auch viele gesellschaftskritische Punkte drin, abgesehn von den psychischen Problemen der Protagonisten und das Übergewicht von Max sind es auch der viele Müll in New York und die Kippen auf den Straßen, sowie die vielen komischen Charaktere.
Meiner Meinung nach hat der Film enorm viele gute Ansätze und auch wirklich tolle Szenen einzeln betrachtet. Die negative Stimmung und Menschenbild was der Film hinterlässt, wenn man ihn als Gesamtwerk betrachtet machen ihn zu einem schlechten Film. Der Film gehört in die Kategorie "Probleme ohne Lösungen". Er zeigt deutlich zu viel Dinge die schief gehen und bittet keine Lösungen abgesehen von der Bedeutung der Freundschaft und dem Bewusstsein für die Unvollkommenheit eines jeden Menschen.
Film Allgemein 3 von 5 Sterne Film Genre zwischen 1 und 5 Sterne alles dabei, es kommt auf die betrachtweise drauf an!
Eine wunderbare, bittersüße Geschichte um zwei Außenseiter. Zum Heulen schön. Dabei sind die Inhalte tieftraurig, der Humor teilweise mehr als rabenschwarz und das Lachen bleibt einem öfter als einmal im Halse stecken. Und es besteht doch immer noch Hoffnung. Und es lohnt sich doch, weiterzuleben. Auch wenn es immer schlimmer wird und man keinen Ausweg mehr sieht.
Mir fehlen teilweise die Worte, um auszudrücken, was dieses kleine Meisterwerk in mir an Gefühlen auslöst. Weit abseits des Mainstream wurde hier ein tiefer, authentischer Einblick in die Gefühlswelt zweier vom Leben gebeutelter Außenseiter geschaffen.
Außergewöhnlich und lustig, erinnert ein wenig an Filme wie Coraline oder Corps Bride. Ich fand den Film sehr sehenswert, vor allem für Fans von den oben genannten Filmen. Er hat tolle Figuren, eine interessante und lustige Handlung voll von schwarzem Humor.
Die kleine Mary aus Australien schreibt einen Brief an Max aus New York, um ihm die Fragen zu stellen, die ihr zuhause keiner beantwortet. Daraus entwickelt sich schnell eine tiefe Brieffreundschaft zweier durch ihre Außenseiterstellung verbundenen Menschen. Mary muss in der Schule Hänseleien wegen ihres hässlichen Muttermals ertragen, Max leidet unter Übergewicht und Asperger, kann also kaum Gefühle ausdrücken bzw. interpretieren, bekommt schnell Panikanfälle und ist depressiv. Wie diese beiden höchst interessanten Persönlichkeiten zueinander finden, sich unterstützen und auch streiten, all das zeigt „Mary und Max“ in meisterhaft inszenierten und geschriebenen Momenten, stets hin- und herpendelnd zwischen Tragik und oft hintergründiger, im Detail verborgener Komik. Einen Erzähler hätte es für dieses Animationsjuwel gar nicht gebraucht – aber das ist wirklich Kritik auf höchsten Niveau.