Neueste Kritiken: Mary & Max - oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?
Mary & Max - oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?
Durchschnitts-Wertung
4,2
179 Wertungen
22 User-Kritiken
5
12 Kritiken
4
8 Kritiken
3
1 Kritik
2
0 Kritik
1
1 Kritik
0
0 Kritik
Sortieren nach:
Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Sebastian Schlicht7
11 Follower
371 Kritiken
User folgen
5,0
Veröffentlicht am 9. September 2025
„All humans are imperfect!“
Adam Elliot dürfte sicher den wenigsten ein Begriff sein. 2003 gewann er den Oscar für den besten animierten Kurzfilm „Harvey Krumpet“. Seit 1996 drehte er mehrere Animations-Kurzfilme, für sein Regiedebüt eines langen, abendfüllenden Spielfilms also, war er bestens vorbereitet. 2009 erschien „Mary & Max“. Ein fantastischer Film und wieder ein Stop-Motion-Film von 2009, der mehr als nur gut ist („Coraline“ und „Der fantastische Mr. Fox“!). 2009 war DAS Jahr für Animation, wenn man auch 3D-Animation hinzuzieht („Oben“, „Die Weihnachtsgeschichte“ mit Jim Carrey und auch „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“). „Mary & Max“ ist jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Animationsfilmen nicht für Kinder. Der Film hantiert mit ernsten und schweren Themen, wie Suizid, Asperger-Syndrom und Alkoholismus. Doch ich finde es klasse und vor allem wichtig, dass das Medium „Animation“ eben nicht nur als „Kinderkram“ abgestempelt wird. Bis heute ist es aber leider so, weshalb ich Filme wie „Mary & Max“ notwendig finde. Aber abgesehen davon ist Adam Elliots Werk einfach großartig und in meinen Augen für jeden etwas (wenn man 12 oder älter ist).
1976: Die kleine Mary wächst in Australien in einer schwierigen Familie auf. Eines Tages durchblättert sie ein Telefonbuch und findet die Adresse des Amerikaners Max Jerry Horowitz. Er ist über 40, hat das Asperger-Syndrom und keine Freunde… Zumindest bis ihm die kleine Mary einen Brief schreibt.
Wo fange ich an? Vielleicht bei der Story: Elliot schrieb auch das Drehbuch und schuf in meinen Augen eine herzerwärmende und dennoch schmerzhafte Geschichte über zwei Außenseiter. Wirklich viel passiert vielleicht nicht, denn es geht vor allem um die Geschichten, die sich die beiden erzählen, aber ich will natürlich nicht zu viel verraten. Dabei sticht vor allem die Detailverliebtheit heraus. Nicht nur vom optischen, nein gerade die Figurenzeichnung ist authentisch und manchmal erschreckend echt. Da vergisst man schnell mal, dass man einen Animationsfilm sieht… Mir gefällt in der Hinsicht auch, dass der Film sich mit den Menschen beschäftigt, die man sonst nie kennen lernt. Natürlich ist das etwas, was schon viele Filme versucht und geschafft haben, aber noch nie habe ich es so erlebt, wie hier. Ich hatte das Gefühl diese Figuren von Grund auf zu verstehen, selbst wenn ich ganz anders denke als sie. Obendrein spinnt Elliot eine wunderschöne und kunstvolle Geschichte, die vor Facettenreichtum nur so strotzt.
Der Film ist dabei sehr skurril, mitfühlend, aber auch oftmals sehr witzig und profitiert in meinen Augen zu hundert Prozent davon, dass er animiert ist. Apropos…
Die Animationen sind wundervoll und gerade im Vergleich zu bekannteren Stop-Motion-Filmen sehr anders. „Mary & Max“ wirkt nicht so glatt oder bombastisch, wie andere Animationsfilme, auch das überzogene Figurendesign ist sicherlich nicht sehr ansprechend, aber genau das ist der Punkt des Films! Und ich liebe es, wenn der optische Teil eines Films die Kernaussage der Geschichte widerspiegelt. Erwähnenswert ist für mich auch die clevere Farbauswahl.
Musikalisch wird das Ganze von einem soliden und schönen Score von Dale Cornelius unterstützt.
Zur Synchronisation: Die ist für ebenfalls toll, wobei ich mich auch auf die englische Version mit Philip Seymour Hoffman und Toni Colette freue.
Fazit: „Mary & Max“ ist nicht nur ein Filmjuwel im Animationsbereich, sondern auch ohne Zweifel einer der besten Filme von 2009! Clever, gefühlvoll, witzig und manchmal sogar schmerzhaft. Klasse!
Ein kleines Filmod, ein ungewöhnlicher Film wie ich ihn bislang nicht gesehen habe. Das markanteste ist wohl die Technik: die Story wird anhand von sehr eigenartigen Knetgummifiguren erzählt, da sind die Parallelen zu Wallace & Gromitt zwar offensichtlich, aber dennoch ist dies ne eigenständige Kiste. Ich glaube die Story hätte auch als Realfilm funktioniert, wenngleich ich mir nicht vorstellen kann wer in den Rollen brilliert hätte – aber ist so ja auch egal. Ich habe selten einen Film gesehen der von Anfang bis Ende mit einer so unfassbar tiefgehenden Traurigkeit durchsetzt war. Nicht zynisch und hoffnungslos, einfach trist und bedrückend. Im direkten Kontrast dazu ist der Film aber ebenso wunderschön: die Story reiht so viele bizarre und lustige und teils auch makabere Ideen aneinander und bringt dabei zwei unglaubliche seelenvolle Hauptfiguren zustande. Selten gab es zwei so liebe Figuren und selten lauscht man so gebannt wie die beiden sich und ihren Alltag beschreiben – die Ideen die hier drin stecken reichen locker für 2 Filme dieser Art. Man merkt, ich bin richtig angetan – wenngleich ich nicht glaube dass ich den Film „der breisen Masse“ schmackhaft machen könnte. Wer sich aber auf so was einlassen kann wird überrascht sein wie viel Gefühl ein wenig Knete hinkriegt …
Fazit: Gleichzeitig zum schluchzen traurig und herzerwärmend schön mit tränenziehendem Ende!
Ein rührender Film über zwei Außenseiter, die per Zufall zusammenfinden und mit ihrer eigenwilligen Sicht auf die Welt einem Tränen in die Augen treiben, sei es wegen der Tragik oder des rabenschwarzen Humors. Ein fantastischer Film mit hässlich schönen Bildern und tollen "Dialogen", eine Tragikkomödie, die ihresgleichen sucht.
Über Mary & Max gibt es ja hier schon genügend positive Kritiken welche auch alle ihre daseinsberechtigung haben. Mit vielen Dingen kann ich übereinstimmen. Lustiger schwarzer Humor, tiefe der Charaktere, tolle Musik und eine tolle Atmoshpere durch die unterschiedliche Farben in New York und Australien.
Jedoch hat mich das Gesamtwerk nicht überzeugt. Einzeln betrachtet gibt es viele tolle Szenen und Ideen welche der Regisseur eingebracht hat. Viele sehen es positiv, dass bei diesem Film lachen und weinen so nahe beieinander liegt und das die Geschichte ohne Happy End bleibt.
Sehr gut hat mir gefallen die für mich zwei zentralen Botschaften welche der Film rüberbringen möchte. Zum ersten die Bedeutung von Freundschaft, das besondere eine enge und gute Freundschaft zu führen und wie wichtig es auch ist gute Freunde zu finden und sie zu behalten. Die zweite Botschaft ist die Kunst zu verzeihen und zu vergeben. Als Max das Buch von Mary über seine Krankheit erhält wird er sehr sauer und erst nachdem er einen Obdachlosen würgt und der "Sorry" sagt merkt er wie wichtig es ist sich bei ihr zu entschuldigen und ihr zu verzeihen. Er schreibt ihr etwas von "Alle Menschen sind unvollkommen". Das war auch eine berührende Szene, welche manche Menschen sich gerne wieder ins Bewusstsein rufen sollten.
Ja, der Film hat gute Momente, welche einen auch emotional packen können. Mir fehlte aber ein Happy End oder eine positive Wendung in der Geschichte. Der Film lässt eigentlich einen sehr negative Sichtweise auf die Menschheit zurück. In dem Film ist eigentlich keiner normal, alle sind psychisch oder körperlich irgendwie krank. Der Tod steht auch immer wieder im Mittelpunkt des Films. Alle Figuren in dem Film verenden mehr oder weniger tragisch. Der Film hat auch viele gesellschaftskritische Punkte drin, abgesehn von den psychischen Problemen der Protagonisten und das Übergewicht von Max sind es auch der viele Müll in New York und die Kippen auf den Straßen, sowie die vielen komischen Charaktere.
Meiner Meinung nach hat der Film enorm viele gute Ansätze und auch wirklich tolle Szenen einzeln betrachtet. Die negative Stimmung und Menschenbild was der Film hinterlässt, wenn man ihn als Gesamtwerk betrachtet machen ihn zu einem schlechten Film. Der Film gehört in die Kategorie "Probleme ohne Lösungen". Er zeigt deutlich zu viel Dinge die schief gehen und bittet keine Lösungen abgesehen von der Bedeutung der Freundschaft und dem Bewusstsein für die Unvollkommenheit eines jeden Menschen.
Film Allgemein 3 von 5 Sterne Film Genre zwischen 1 und 5 Sterne alles dabei, es kommt auf die betrachtweise drauf an!
Es geht nicht anders: Um gegen aufgepumptes und überbewertetes "Kino von der Stange" ein Zeichen zu setzen MUSS man Mary & Max einfach fünf Sterne geben. (Ich glaube ohne Nick Park gäbe es wohl auch Mary & Max nicht - ein Hoch auf die Knetfiguren !)
Das ist das berührenste, bittersüßeste Stück Animationskino das ich bislang gesehen habe. Und überholt so manch ähnlich gelagerten "Real-Problemfilm" um Längen.
Es gibt wenige Filme, die eine Geschichte in einem eigenen Stil erzählen, dabei fesseln, immer wieder absurde Situationen erzeugen und ganz elegant zwischen Tragödie und Komödie wechseln. All das schafft "Mary und Max". Es werden liebenswerte und gleichzeitig herrlich abstruse Charaktere vorgestellt, mit denen man mitfühlt, obwohl es sich nur um Knethaufen handelt. Der einzige Nachteil des Filmes ist: seine Produktionsdauer waren 5 Jahre. Das bedeutet, Fans werden so schnell keinen Nachschub bekommen. Deswegen lohnt es sich, den oscar-prämierten Kurzfilm anzuschauen, der ebenfalls auf der DVD zu finden ist.
'Mary & Max' hat mich wirklich erschüttert und tief berührt. Und auch ich habe eine Träne vergossen (oder 2 oder 3), leider konnte dies Max aus dem Film nie. Dieser Animationsfilm ist wirklich nur beeindruckend. Eigentlich normale Charaktere, die keine Freunde haben und im Leben nie wirklich belohnt wurden. Durch vielen Briefe kann man sehr gut in die Charaktere hineinschauen und fühlt sehr wohl mit ihnen. Dadurch entstehen beim Zuschauer auch großes Mitleid und Hilfsbedarf. Der Film hat eine sehr düstere und eigentlich traurige Atmosphäre, aber diese passt wirklich sehr gut zu dem Film. Zudem bietet 'Mary & Max' eine so süße und ruhige Erzählweise, dass einem warm ums Herz wird. Der Film rührt einem aber nicht nur ''zu Tode'' (höhö :-( ) sondern beinhaltet auch sehr viele Rückblenden, die sehr viel schwarzen Humor beinhalten, dass man nahezu, im Gegensatz zu den Protagonisten, ein Dauergrinsen im Gesicht hat. Hier wird gekonnt mit Tiefgang und ungewollten Humor (der Protagonisten) kombiniert. Besonders die naive Art der jungen Mary macht einem noch mehr Spaß. Das Ende ist für meinen Geschmack perfekt gewählt und einfach nur rührend und traurig. Ihre Fantasie war in ihren Briefen und sie haben wahre Freundschaften geschlossen. Der Film zeigt die knallharten Wahrheiten des Lebens über Probleme und Aggressionen von scheinbar normalen Leuten. Man erkennt, dass jeder Mensch Liebe braucht, egal wie derjenige damit umgehen kann. Der Film ist wohl nun einer meiner Lieblings-Animationsfilme geworden, weil er einfach viel mehr Tiefgang (und teilweise auch Humor!) bietet als viele stupiden Animationsfilme a la Madagascar oder Ice Age. Einfach ein toller Film.
Es gibt Filme, die sieht man sich an und denkt sich hinterher: ja, war nett. Und man schaut sie nie mehr. Dann gibt es Filme, die schaut man und denkt sich hinterher: was ein Mist. Und man schaut sie nie mehr. Es gibt auch Filme, bei denen man sogar vorzeitig aus dem Kino geht oder den Film zuhause vorzeitig abschaltet, weil man es einfach nicht mehr aushält. Es gibt auch Filme, die finden große Zustimmung und man denkt sich anschließend: den muß ich mir kaufen. Oder: den muß ich mir noch einmal ansehen. Oder: was für ein Meisterwerk! Warum habe ich davon noch nie etwas gehört?!
Mary & Max gehört definitiv in die letzte Kategorie.
Das Cover des Films wirbt vielsagend mit "Wallace & Gromit", wobei man hier aber nichts verwechseln darf! Weder ist dieser Film von den Machern von Wallace & Gromit, noch handelt es sich um dessen typisch komödiantische Erzählweise. Vergleichbar ist der Stil auch nicht notwendigerweise, nur weil es sich gleichsam um einen Trickfilm handelt, der sich derselben Knet-Technik bedient.
Vielmehr handelt sich um einen Film für Erwachsene. Eine rührende Geschichte, über eine Brieffreundschaft, die über viele Jahre andauert und den einzigen Lebenssinn der beiden Protagonisten darstellt. Mary ist zu Beginn des Films ein kleines Mädchen, das darunter leidet, keine Freunde zu haben, daß ihre Stirn ein Muttermal prägt und daß sich ihre Eltern nicht wirklich für sie interessieren, respektive die Mutter sich lieber den ganzen Tag betrinkt und der Vater lieber tote Tiere ausstopft. Max hingegen fristet ein Junggesellendasein, leidet gleichsam darunter, keine Freunde zu haben und ist mit sich und der Welt ganz allgemein im Unreinen und kommt aufgrund einer psychischen Störung schlicht nicht mit ihr zurecht. Mary lebt in Australien; Max lebt in New York. Und so verschieden die Welten des Kindes und des Mannes sind, so ähnlich sind sich die beiden dennoch.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so rührend, so herzzerreißend, so erquickend und freudebringend, daß es einem schier die Fassung raubt; beständig wird man durch die Hochs und Tiefs der Charaktere gejagt, fühlt mit und wünscht sich immerzu, daß es ihnen doch alsbald gelänge, sich zu sehen, sich zu helfen, ihre Probleme in den Griff zubekommen usw. Adam Elliot zeichnet wundervolle Bilder, die den Zuschauer in eine liebevoll gestaltete Welt eintauchen lassen, die man in dieser Art lange nicht mehr bewundern durfte.
Bewußt verzichte ich hier auf entsprechende Beispiele der Erzählkunst des Autors, denn jedes Wort zuviel ist hier wirklich eine grausame Vorwegnahme. Schon der Titel des Films gibt einen hübschen Ausblick in die skurrile Welt, die einen erwartet.
Der Film ist eine klassische Tragikomödie, die ohne jeden Firlefanz und ohne jedwede Effekthascherei zu begeistern weiß. Schwarzer Humor, feiner Witz, grausame Schicksale und herzliches Drama wechseln sich in hohem Tempo ab, sodaß man ununterbrochen im Sog der kauzigen Geschichte eintaucht und in ihr aufgeht.
An diesem Film kommt niemand mit einem gewissen Qualitätsanspruch vorbei!