Der Film selbst ist ein Selbstmordkommando!
Vor dem Film:
David Ayer hat einige gute Dinge hervorgebracht im Filmgeschäft, zum Beispiel schrieb er das Drehbuch für „Training Day“. Doch mit „Fury“ hat er 2014 schon absoluten Müll verzapft. Doch die Hoffnungen für „Suicide Squad“ waren dennoch groß und warum auch nicht? Der erste richtige Film über Comic-Bösewichte und ein neuer Joker nach Heath Ledger's genialer Interpretation in „The Dark Knight“, dazu der erste Auftritt von Harley Quinn, was kann da schief gehen?
Nach dem Film:
Was frag ich auch so blöd?
Nun, um ehrlich zu sein, ich wusste, dass der Film schlechte Kritiken hatte und wollte mir dennoch ein eigenes Bild machen, wie auch bei „Batman V Superman“. Bei eben genanntem Film wurde ich recht positiv überrascht, auch wenn „BvS“ echt schwach war, doch „Suicide Squad“ ist nicht nur der schlechteste Film aus dem DC-Universum, er ist in meinen Augen sogar der schlechteste Superhelden-Comic-Film, den ich je gesehen hab. Ja, schlechter, als der neue „Fantastic Four“-Streifen…
Die Story ist recht simpel: Eine böse, übernatürliche Hexe will die Weltherrschaft und um das zu stoppen, werden hochgefährliche Kriminelle zusammengetrommelt und sollen in das Einsatzgebiet, um der Vernichtung der Welt entgegen zu wirken…
Spoilergefahr wird es hier nicht geben, aber ich kann auch ehrlich gesagt nichts verraten, denn es passiert nichts.
Selten war ich so wütend und ratlos nach einem Kinobesuch. Mir ist völlig klar, dass es schlechtere Filme gibt. Es gibt Trash, wie „Sharknado“ oder „Birdemic“ und dann gibt es Filme, die so schlecht sind, dass sie wieder gut sind, wie einige Shayamalan-Filme. Und dann gibt es Filme, die so schlecht sind, dass sie schlecht sind. Und DC hat ein Händchen für dieses Genre: Die Nolan-Dark Knight-Trilogie ist eine Ausnahme, klar, auch die ersten beiden Burton-„Batman“- und die „Superman“-Filme von Richard Donner und Richard Lester sind gut, doch dann folgen viele klägliche Versuche… Mit „Man Of Steel“ sollte das große Reboot beginnen und DC wollte mit Marvel konkurrieren, doch ups: Der Film war langweilig und wurde sehr gespalten aufgenommen. Die Fortsetzung kam noch schlimmer davon, war in meinen Augen aber etwas besser, wegen Afflecks Batman. Mit „Suicide Squad“ wollte DC nun offenbar was Revolutionäres schaffen: Den ersten Anti-Avengers-Film. Doch diese Revolution ist zum Scheitern verurteilt.
Der Film ist ein unbeschreibliches Chaos! Vom Script, über die Kamera, bis hin zum Schnitt, ist dieser Film ein Beweis, dass DC versagt hat und so bald nicht mehr zurückkommen wird. Zwar werden wir neue Filme bekommen, aber ich habe keine Hoffnung mehr, dass da noch was Gutes bei rumkommt.
David Ayer zeigt uns, wie man einen Film NICHT macht. Ernsthaft, wer Ahnung vom Medium Film hat, wird sich hier nur an den Kopf fassen. Die Story wird so zerstückelt und zusammenhangslos erzählt, dass einem schlecht wird. Kaum etwas hängt zusammen, die Szenen wirken wie aneinander gereiht, die Figuren entfalten nie Charme oder Charakter, und vor allem ist „Suicide Squad“ qualvoll langweilig. Wie schafft man das? Das Potential hier ist pures Gold, ein Film über ein Team von Bösewichten, mit Harley Quinn und dem Joker an der Front, wie kann man das nur so verhunzen? Jede Figur ist nur da, um da zu sein. Einige haben etwas Hintergrund, wie etwa Will Smith's Deadshot, der noch am ehesten eine Figur ist. Doch dann sind da Leute, wie Croc, Captain Boomerang oder Diablo, die nur herumstehen und krampfhaft versuchen Teil der Geschichte zu sein, aber nichts dazu beitragen. Harley Quinn ist zwar ganz ok, liefert aber nur Trailer-Punchlines ab und hat selbst kaum Tiefe. Sie ist (wie viele andere) nur eine verrückte Figur, die außer dem „Verrückten“ keinen anderen Zweck hat. Man versucht ihr hier eine Geschichte mit dem Joker zu geben, doch das funktioniert nur ganz selten… Und der Joker selbst? Nun Ledger's Joker würde wohl sagen „Ich dachte meine Witze wären schlecht!“ Insgesamt haben wir vielleicht 5 Minuten Screentime für den wohl berühmtesten Comic-Schurken aller Zeiten und er wird nicht mal als die ikonische Figur behandelt, die er eigentlich ist: Er ist da, lacht ein paar Mal und verschwindet dann. What?! Stattdessen haben wir eine übermächtige Hexe, die tragischer Weise mit dem Chefsoldaten der „Suice Squad“-Truppe zusammenhängt… Gähn! Ach und von den riesigen Logiklöchern möchte ich gar nicht anfangen!
Darstellerisch sind hier alle ok, Will Smith ist akzeptabel, Margot Robbie ist natürlich ein Hingucker, ebenso wie Cara Delevingne. Doch Jared Leto's Joker ist leider ein Reinfall! Ob das am Darsteller selbst liegt, kann ich nicht sagen, doch seine Interpretation ist leider ganz schwach und oberflächlich. Kein Funke von dem, was Jack Nicholson oder Heath Ledger noch so großartig in die Figur gegeben haben.
Aber nicht nur Story-mäßig versagt der Film: Die Kamera ist verwackelt, viel zu dunkel und die Action ist erbärmlich. Nie sieht man, was passiert, ich hatte nie das Gefühl von Räumlichkeit und der Schnitt ist ebenfalls schrecklich. Plötzlich springt der Film in die nächste Szene und man muss sich erstmal neu ordnen.
Und der Soundtrack? Nun, der ist eigentlich ok, der Score von Stephen Price ist gut und die Songauswahl ist klasse, doch der Film benutzt alle zwei Minuten einen neuen Song und versucht damit sehr krampfhaft stellenweise an das Erfolgsrezept von „Guardians Of The Galaxy“ anzuknüpfen, in dem man auch ältere Songs benutzt hat…
Der 3D-Effekt ist so überflüssig, wie der gesamte Film!
Fazit: Der neue „Fantastic Four“ war schon eine Katastrophe, aber er war angenehmer zu gucken und hatte mehr rote Fäden, als dieser Mist! „Suice Squad“ ist ein schrecklicher Film, zusammenhangslos, ohne Gefühl für Tempo, langweilige Figuren, ohne Charakter, eine erbärmliche Version des Jokers, miese Action und das Schlimmste: Dieser Film versucht dabei tiefgründig, emotional, witzig und cool zu sein.
Dagegen wirken Filme, wie „Green Lantern“ oder „Batman V Superman“ wie Meisterwerke. Ich will den Film nicht einfach wie jeder andere haten, aber ich kann leider auch nichts Positives nennen, außer ein paar guten Songs und einigen guten Darstellern. „Suicide Squad“ ist ein Fiasko und in meinen Augen DC's Tiefpunkt!