Da sagt Diane Keaton an einer Stelle zu Woody Allen: “Sie finden mich bestimmt etwas zu hirnbetont...” und ich möchte laut aufrufen: “Scheiße, ja!” Denn das ist genau das Problem an diesem Film. Es wird nahezu ununterbrochen geredet, es gibt kaum mal eine Minute, in der nicht irgendjemand etwas sagt. Und es ist die ganze Zeit nur intellektuelles und elevated sophisticated Zeugs gefaselt, da kann ich als Durchschnittsmensch kaum folgen. Zudem haben alle Figuren irgendeine Art von psychischer Belastung oder Neurose, alle benehmen sich auch so. Es geht nur um Liebe oder Sex oder beides, da sagt Woody Allen am Telefon zu einer Frau, die er eigentlich noch gar nicht wirklich kennt: “Ich blätter die Anzeigen für Damenunterwäsche durch, da komme ich nie dran vorbei, die sind so erotisch.” Ja, meine Güte, ist das etwa etwas, was man mal so am Telefon einfach so sagt...?
Mich hat der Film extrem angestrengt, das ist das Gegenteil von unterhaltsam und ich habe mich durch die 96 Minuten wirklich durchquälen müssen. Ich glaube jetzt doch, dass Woody Allen und ich sicher keine Freunde mehr werden, bis auf wenige Ausnahmen komme ich mit seinen Filmen und seinem Humor nicht zurecht. Zudem hat sich ja kürzlich auch herausgestellt, dass er mit Jeffrey Epstein lange Jahre offenbar eng befreundet war, auch nachdem dieser bereits wegen seiner Sexualdelikte rechtskräftig verurteilt war. Das wirft kein besonders gutes Licht auf Allen und macht ihn mir am Ende gerade ziemlich unsympathisch.