Erschreckend, wie krampfhaft hier versucht wird, den Geist von „Stand By Me“ einzufangen, wie offensichtlich der Film im Fahrwasser des Meisterwerks zu schwimmen versucht und am Ende doch Lichtjahre davon entfernt auf der Strecke bleibt. „Kings of Summer“ ist in erster Linie ein langweilig inszeniertes und auffallend unemotionales Coming-of-Age-Drama, bei dem weniger die Jungs, als deren Eltern in Erinnerung bleiben. Denn die sind so gnadenlos lächerliche und satirisch überhöhte Karikaturen darstellen, dass man die unmöglich ernst nehmen kann. Da ist dieser Vater, der seinem Sohn das Telefon aus der Hand reißt und dem Mädchen am anderen Ende mitteilt, sein Sohn dürfe jetzt nicht mehr telefonieren. Oder wie er den Lieferando-Boten zusammenscheißt und sich gar nicht mehr einkriegt, bis ihn seine Tochter endlich ausbremst. Und dann die anderen Eltern, die sich bei der Gartenarbeit darüber lustig machen, dass ihr Sohn nichts mit Mädchen am Laufen hat. Was soll der Quatsch? Das kann doch unmöglich ernst gemeint sein? Oder soll durch diese alberne Überzeichnung auf billige Art die Motivation der Jungs verdeutlicht werden, diesem Wahnsinn zu entfliehen? Wenn ja, ist das zwar dramaturgisch schlecht gemacht, aber zumindest in jedem Fall nachvollziehbar.
FAZIT: Langweiliges und uninspiriertes Drama, das zu sehr andere große Coming-of-Age-Filme kopiert, dabei aber furchtbar lahm an der Oberfläche bleibt. Alle zentralen Themen auf dem Weg zum Erwachsenwerden werden angeschnitten und keines konsequent ausdiskutiert oder irgendwie substanziell verhandelt. Fades Möchtegern-Drama, von mir gibt’s keine Empfehlung.