Mit 196 Minuten ist „Winterschlaf“ sicher einer der längsten Filme, die ich kenne, da kommt so mancher 60ies-Monumentalschinken nicht ran. Da muss uns der Regisseur dann aber auch schon etwas ganz Besonderes anbieten, dass das Ganze nicht langweilig wird. Und da bin ich mir gerade nicht so ganz sicher, ob das Nuri Bilge Ceylan hier gelungen ist…
„Winterschlaf“ ist extrem dialoglastig, an äußerer Handlung passiert wahrlich nicht viel, das meiste und vor allem die Handlung im engeren Sinne spielt sich über die Gespräche zwischen Aydin und seinen Mitmenschen ab. Dabei spricht er oft hinter seinem Schreibtisch sitzend mit seiner Frau oder auch mit seiner Schwester, manchmal auch mit anderen Menschen. Dabei sind viele der Szenen, vor allem die in Aydins Schreibzimmer auch sehr dunkel gehalten, es gibt wenig Licht, die Szenerie ist maximal unspektakulär. Und das macht den Film dann aber auch sehr schwer zugänglich und ist dann am Ende wohl auch nur etwas für ein sehr ausgesuchtes Nischenpublikum.
Mich konnte der Film nicht so richtig erreichen, wenngleich ich auch nicht sagen würde, „Winterschlaf“ ist ein schlechter Film. In den Dialogen werden nicht selten existenzielle, philosophisch-intellektuelle Themen verhandelt, man muss da auch wachsam bleiben, um den Inhalten folgen zu können. Für mich war das dann am Ende auch ziemlich ermüdend und irgendwie auch zermürbend. Dennoch hat der Film einen gewissen inneren Sog an sich, so dass ich auch nicht ausschalten konnte. Auf meiner Doppel-DVD sind nochmal fast 3 Stunden Extras enthalten, da hatte ich jetzt gerade keinen Nerv, mir das auch noch anzuschauen, vielleicht mache ich das nochmal zu einem späteren Zeitpunkt und ich bekomme vielleicht einen anderen (besseren?) Zugang zum Film.