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Paul Jekat
5 Kritiken
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4,0
Veröffentlicht am 18. August 2026
Greta Gerwigs Verfilmung von Little Women aus dem Jahr 2019 gehört zu den gelungensten Literaturadaptionen der letzten Jahre. Obwohl Louisa May Alcotts Roman von 1868 bereits mehrfach verfilmt wurde, gelingt Gerwig etwas Besonderes: Sie erzählt die bekannte Geschichte der vier March-Schwestern frisch, emotional und überraschend modern, ohne den Geist der Vorlage zu verlieren.
Nachdem ich den Roman gelesen hatte, war ich zunächst skeptisch, ob eine weitere Verfilmung dem Buch gerecht werden könnte. Alcotts Werk lebt von seinen feinen Charakterzeichnungen, den alltäglichen Momenten und den moralischen Fragen, die die Schwestern auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben begleiten. Der Film übernimmt diese Grundidee, verändert jedoch die Erzählstruktur. Statt die Handlung chronologisch zu erzählen, springt Gerwig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Diese Entscheidung wirkt zunächst ungewohnt, entwickelt aber schnell eine große erzählerische Stärke: Die Entwicklung der Figuren wird unmittelbarer sichtbar, und emotionale Höhepunkte erhalten dadurch noch mehr Gewicht.
Besonders beeindruckend ist die Besetzung. Saoirse Ronan verkörpert Jo March mit einer Mischung aus Energie, Verletzlichkeit und Entschlossenheit, die der Romanfigur sehr nahekommt. Florence Pugh überzeugt als Amy und verleiht einer Figur Tiefe, die im Buch häufig weniger sympathisch wirkt. Emma Watson als Meg und Eliza Scanlen als Beth ergänzen das Schwesternquartett überzeugend. Auch Timothée Chalamet als Laurie bringt den Charme und die Unsicherheit der Figur glaubwürdig auf die Leinwand.
Im Vergleich zum Buch nimmt sich der Film einige Freiheiten. Einzelne Episoden werden gekürzt oder zusammengelegt, und manche Nebenfiguren treten stärker in den Hintergrund. Das ist angesichts der Länge des Romans nachvollziehbar. Besonders interessant ist jedoch das Ende. Während Alcotts Roman Jo ein klassisch glückliches Ende beschert, deutet Gerwig an, dass dieses Ende möglicherweise eher den Erwartungen der damaligen Verleger entspricht als Jos eigentlichem Lebensweg. Diese Metaebene eröffnet eine spannende Interpretation über weibliche Autorschaft und die Frage, wie viel Freiheit Schriftstellerinnen früher tatsächlich besaßen. Dieser Aspekt ist im Roman nur indirekt vorhanden und gehört zu den kreativsten Ergänzungen der Verfilmung.
Auch visuell überzeugt Little Women auf ganzer Linie. Die warmen Farben, das natürliche Licht und die detailreichen Kostüme schaffen eine Atmosphäre, die den Zuschauer unmittelbar ins Neuengland des 19. Jahrhunderts versetzt. Alexandre Desplats Filmmusik unterstützt die emotionalen Momente dezent, ohne jemals aufdringlich zu wirken.
Trotz aller Stärken ersetzt der Film den Roman nicht vollständig. Das Buch bietet mehr Raum für die inneren Gedanken der Figuren und schildert ihren Alltag ausführlicher. Gerade die langsame Entwicklung der Beziehungen und die kleinen moralischen Lektionen kommen dort noch intensiver zur Geltung. Wer den Roman gelesen hat, wird daher manche Nuancen vermissen. Gleichzeitig gelingt es dem Film, dessen zentrale Botschaften – Familie, Selbstbestimmung, Liebe und persönliches Wachstum – auf eine zeitgemäße Weise zu vermitteln.
Insgesamt ist Greta Gerwigs Little Women eine außergewöhnlich gelungene Literaturverfilmung. Sie respektiert die Vorlage, wagt aber gleichzeitig neue erzählerische Wege. Für Leserinnen und Leser des Romans bietet sie spannende neue Perspektiven, während sie auch ohne Vorkenntnisse als emotionales und hervorragend gespieltes Filmdrama überzeugt.
Verführt von den guten Bewertungen und dem attraktiven Cast hatte ich mich auf einen schönen Kinoabend gefreut. Selten habe ich so etwas kitschiges und klischeehaftes gesehen. Da ist im Plot aber auch wirklich keine Idee, die den Film bereichert. Die Story ist wie aus dem Rosamunde Pilcher - Geschichten- Synthetisierer, dazu passen die Bilder und die viel zu bunten Kostüme. Ein Gutes hat das Ganze: den schlechtesten Film 2024, hätte ich damit wohl "hinter" mir.
Greta Gerwig knüpft an ihr Konzept von starken und unabhängigen Frauenfiguren an und liefert einen wunderschönen Kostümfilm, mit tollen Dialogen und einem erstklassigen Cast. Gerade Saiorse Ronan und Florence Pugh ist große Klasse. Aber auch Timothée Chalamet oder Laura Dern dürfen wieder zeigen von welchem Format die Darsteller sind. Da verzeiht man sogar die ein oder andere Länge im Film.
War leider nicht so mein Fall. Für mich ein feministischer Schnulzenfilm, bei dem ich mich am falschen Platz gefühlt habe. Es passiert einfach zu wenig, was nachhaltig in Erinnerung bleibt. Sicher spielen die 4 jungen Damen durchweg gut, aber das reißt die lahme Story auch nicht raus.
Einen weiteren Film mit starken Frauenrollen und einer Frau auf dem Regiestuhl. Emma Watson ist mal wieder in einem Film zu sehen, wo mich interessiert hat. Sie wirkt aber im Vergleich zu dem anderen Darsteller etwas blass. Besonders gut hat mir Florence Pugh gefallen, sie spielt stark und bekam zurecht eine Oscarnominierung. Der Film selbst erzählt so eine Art «heile Welt» Geschichte, was ich nicht so besonders mag. Die Kostüme sind super, da gibt es nichts zu bemängeln. Er ist sehr ruhig erzählt, was eigentlich nicht schlimm ist, doch manchmal ist er auch langatmig. Timothée Chalamet spielt mal wieder ein Frauenheld oder auch Schönling, wie man es nennen will. Es wird langsam Zeit, dass er mal eine andere Rolle spielt. Getragen wird dieser Streifen eigentlich durch die starke schauspielerische Leistung der Stars. Ich finde das wertet einen Film sehr auf, wenn man seine Rolle gut und überzeugend spielt. Mässige Geschichte, mit sehr gut gespielten Rollen. Das ist so meine Zusammenfassung.
Ich bin kein Experte für die Materie, ich habe lediglich die Verfilmung „Betty und ihre Schwestern“ im Jahre 1995 im Kino geschaut, sonst aber keine Verfilmung oder das Buch genossen. Daher erinnerte ich mich lose an einzelne Entwicklungen und kleine Wendungen, aber im Kern habe ich die Geschichte wie zum ersten Mal geschaut. Aber es gibt ja zahlreiche Gründe die den Film interessant machen, vor allem natprlich die Mitweirkenden. Greta Gerwig holt sich nach „Lady Bird“ erneut Saoirse Ronan in die Hauptrolle, des weiteren sind Darstellerinnen wie Laura Dern, Florence Pugh, Emma Watson und Meryl Streep am Start, ebenso wie männliche Schwergewichte wie Timothee Chalamet, Bob Odenkirk und Chris Cooper. Und der Film an sich mag wie ein „Mädchenfilm“ oder „Frauenstreifen“ wirken, weil eigentlich nur die Frauen im Zentrum wirken und es in zahlreichen Momenten leicht und beschwingt zugeht – aber wer sollte was dagegen haben. Der Film bringt das Kusnttück fertig ein handfester Kostümfilm zu sein, auch so auszusehen, aber nicht so angestaubt und lahm zu wirken sondern frisch, beschwingt und belebend. Vermutlich ist das auch zum großen Teil der Verdienst der literarischen Vorlage – trotzdem hat Greta Gerwig eine gute Arbeit geleistet.
Fazit: Emotional, witzig und trotz langer Laufzeit kurweilig und herzlich – großartige Buchverfilmung!
Ich habe bisher noch keine andere Verfilmung dieses Werkes gesehen oder das Werk gelesen. Die erste Hälfte des Films zeigt mit geschickten Zeitsprüngen die Vergangenheit der Protagonistinnen und ihre Beziehung zueinander. Jedes der vier Mädchen hat ihr eigenes Talent, entweder komponiert sie Musik, schreibt Geschichten, malt oder schauspielert. Die Familie wird als "arm" dargestellt, obwohl ich dies im Film nicht ganz nachvollziehen konnte. In der zweiten Hälfte beginnt der Niedergang der Handlung. Die vorher so gut aufgebauten Figuren werden für ein erzwungenes "Friede - Freude - Eierkuchen" happy end geopfert. Besonders bei der Geschichte mit den Nachbarsjungen ist dies absolut gebogen worden. Handwerklich war es ein sehr schönes Kostüm Drama. Der Schnitt der Kamera irritiert bei einigen Szenen etwas (sehr häufig wird viel von der oberen Seite geschnitten). Ansonsten sind manche Bilder grandios. Die Schauspielerinnen sind durch die Bank weg überzeugend, besonders Meryl Streep weiß immer zu gefallen. Fazit : Ein gut gespielter Film mit wunderbarer Ausstattung und Kulisse. Leider zerstört das gezwungen happy end die Komplexität der Figuren.
Wer in Amerika die Bücher von Louisa May Alcott als Jugendliche(r) gelesen hat, mag sich an der schönen Verfilmung erfreuen, für alle anderen gilt, man muss schon sehr viel Freude an Romanze haben, um diesem Film positive Aspekte abzugewinnen. Schöne Verfilmung, aber doch eher uninteressant; not my cup of tea
trotz gute schauspieler und schöne reale geschichtemuss ich sagen mussman im film genau hinschauen das man merkt das es berfließen in die vergangenheit un gegenwart im fil geht.Wenn man nicht aufpasst kann man sich bischen durcheinander kommen.
Obwohl ich bei der Inhaltsangabe schon einigermaßen skeptisch war, hab ich mich von der glänzenden Bewertung hier verführen lassen. Aber welche Enttäuschung! Einen derart langweiligen Kitschstreifen hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Total klischeehafte, vorhersehbare Story. spoiler: Schon bei dem Streit zwischen Jo und ihrem Professor ist klar, dass sie den am Ende heiraten wird. (Womit ihr ganzes angebliches Emanzipationsstreben ad absurdum geführt ist.) Gegen diesen Mist ist selbst jede noch so missglückte Jane-Austen-Verfilmung ein Feuerwerk an Esprit. Totaler Reinfall!