Ich gebe zu, ich habe die Spiele nie gespielt, tatsächlich habe ich zuvor auch noch nie etwas von ihnen gehört. Ich war sehr überrascht, zu lesen, dass es seit 2014 mindestens neun Teile davon erschienen sind. Naja, sei’s drum, wahrscheinlich ist das Desaster mit diesem Film noch viel größer, wenn man die Spiele gespielt hat. Denn “Five Nights At Freddy’s” ist absolut kein guter Film, das kann man drehen und wenden, wie man will. Ich habe mir den Film sogar – in Vorbereitung auf gerade veröffentlichten zweiten Teil – noch ein zweites Mal angeschaut. Und da fand ich ihn sogar noch mieser, als beim ersten Mal.
Möglicherweise hat das auch damit zu tun, dass ich zwischenzeitlich “Willy’s Wonderland” gesehen habe, der ja thematisch ganz ähnlich angelegt ist, aber um Lichtjahre besser funktioniert. Okay WW hat Nicolas Cage, FNAF muss mit Josh Hutcherson auskommen... Und dass der kein wirklich guter Schauspieler ist, ist ja auch gemeinhin bekannt. Aber auch die Story ist einfach total langweilig und wird auch extrem langweilig erzählt. Es wäre ja so viel knackiger und spannender gewesen, wenn sich alles innerhalb einer Nacht zugetragen hätte, so zieht sich das Elend über mehrere Tage (Wochen?) dahin, ohne dass irgendetwas Substanzielles passiert. Auch ist der Film viel zu ernst für das, was er darstellen möchte. Also hallo? Animatronische Figuren meucheln Menschen... kann man das wirklich ernst nehmen? Ein größerer Spaß-Faktor und ein knackigerer Gewalt- und Gore-Level hätten dem Film wesentlich besser gestanden, als dieses bierernste, super-verkrampfte Rumgekasper hier. Na, immerhin passt da Josh Hutcherson ständig gleicher, verkniffener Gesichtsausdruck dazu...
Ja, und auch die Geschichte um seinen entführten Bruder ist ja wirklich selten bescheuert. Nicht nur dass diese Storyline komplett unnötig ist und null Bedeutung für den Film hat, auch die Ausgestaltung ist ja völliger Schwachsinn. Mike schläft also während der Arbeit, um in seinen Träumen Hinweise auf den Verbleib seines Bruders zu bekommen... ernsthaft???? Offenbar hat ihm aber auch noch niemand gesagt, dass Schlafmittel (zumindest das, was man gemeinhin als Schlafmittel verordnet bekommt: Benzodiazepine oder Z-Drugs) den REM-Schlaf unterdrücken, man also mit Schlafmitteln gerade NICHT träumt...
FAZIT: Unheimlich bescheuertes Drehbuch, gepaart mit einem wenig talentierten Hauptdarsteller in einem komplett spaßbefreiten und viel zu zahmen Möchtegern-Horrorfilm. Echten Grusel oder zumindest etwas Spannung gibt es zu keinem Zeitpunkt. Was für eine Enttäuschung!