Very British und sehr amüsant – Asterix trifft auf Teekultur, steifen Humor und römische Invasion
Asterix bei den Briten ist die fünfte Zeichentrickverfilmung der berühmten Comicreihe von René Goscinny und Albert Uderzo und basiert auf dem gleichnamigen Band. Mit viel Wortwitz, kultigen Stereotypen und einer gelungenen Mischung aus Action und Satire liefert der Film eine der rundesten und humorvollsten Adaptionen der Reihe. Besonders in der deutschen Fassung zündet der Humor auf ganzer Linie.
Handlung
Julius Cäsar startet eine Invasion Britanniens – und erobert fast ganz England. Fast! Denn ein kleines britisches Dorf leistet Widerstand. Um durchzuhalten, schickt der Brite Teefax seinen Cousin Asterix in das gallische Dorf, um Nachschub vom Zaubertrank zu holen. Asterix, Obelix und Teefax machen sich mit einem Fass voll Zaubertrank auf den Weg zurück nach Britannien – verfolgt von römischen Spionen, Piraten und allerlei Pannen. Als das Fass verloren geht, müssen die Helden improvisieren...
Stärken
Der Film ist eine überaus gelungene Parodie auf britische Eigenheiten – von der steifen Ausdrucksweise ("wir sprechen sehr förmlich") über das Essen mit heißem Wasser ("das nennen sie kochen") bis hin zum heiligen Teetrinken um fünf. Die Überspitzung ist liebevoll, nie bösartig, und in der deutschen Synchronisation besonders kreativ umgesetzt.
Die Handlung ist unterhaltsam und geradlinig erzählt, mit vielen spaßigen Episoden – z. B. bei den berüchtigten Piraten, den chaotischen Galliern oder beim Rugby-Spiel mit römischen Soldaten. Die Animation ist solide, farbenfroh und mit vielen kleinen Details angereichert. Der typisch gallische Humor trifft hier auf britische Skurrilität – eine herrliche Kombination.
Auch Obelix hat hier einige seiner besten Momente, insbesondere im Umgang mit britischer Etikette und dem ungewohnten Essen. Die Dynamik zwischen ihm, Asterix und Teefax sorgt für durchgehende Unterhaltung.
Schwächen
Manche Gags wiederholen sich etwas, vor allem rund um das britische Understatement. Zudem wirken einige Szenen, vor allem in der Mitte, etwas langgezogen – der Film hätte an Tempo stellenweise zulegen können. Auch musikalisch bleibt er im Vergleich zu Asterix erobert Rom oder Asterix und Kleopatra eher unspektakulär.
Fazit
Asterix bei den Briten ist eine charmante, witzige und kultige Comicverfilmung, die mit feinem Spott und viel Liebe zum Detail ein karikiertes Großbritannien porträtiert. Sprachlich brillant, visuell unterhaltsam und thematisch erfrischend – ein echtes Highlight der klassischen Asterix-Filme.