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Josi1957
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5,0
Veröffentlicht am 8. September 2023
Jean-Luc Godard vermischt kunstvoll den intimen Blick auf eine Ehe in der Krise mit einer bitteren Hommage an das Kino der 1960er. Unvergessen: die herrliche Mittelmeer-Optik, die bezaubernde Bardot und der legendäre gesprochene Vorspann.
Mehr Filmkunst geht nicht! Die Rahmenhandlung ist nur Vehikel für die Darstellung des gestörte Vertrauensverhältnis' in der Ehe der Javals (unfassbar stark: B.B. und M. Piccoli). Godard hält den Film in der Balance (Film/Theaterstück) indem er mit zeitraffenden Rückblenden Bezüge zu den Handlungslinien bildet. Und mit einer Bildgewalt, die ihres Gleichen sucht, das alles in Eastman Farben und mit Musik von Delerue. Es ist wirklich unfassbar!
Regisseur Jean-Luc Godard hat mit der Verachtung (Originaltitel ,,Le Mépris") einer ganzen Generation den Kopf verdreht. Fritz Lang (,,Metropolis") spielt einen Regisseur und erscheint als einzige Stimme der Vernunft. Alexander von Roon hatte das Glück kurz nach dem Tod des Nouvelle Vague ("Atemlos") Genies ,,Verachtung" in einer ausgezeichneten Version auf ARTE zu sehen. Die Musik von Georges Delerue, Piero Piccioni, Giuseppe Piccioni in Verbindung mit Capri und vielen Da Da ähnlichen Details machen den Film zu einem "Gesamtkunstwerk" par Excellence. Während ,,Breathless" den Jump Cut etablierte, der vielen Produzenten und Regisseuren das Leben erleichtert, liefert "Die Verachtung" Bilder, die junge Liebende Köpfe nicht mehr verlassen. Wieviele Liebes-Beziehungen sind zum scheitern vorprogrammiert nachdem man diesen Film gesehen hat? Brigitte Bardon verdreht uns allen die Köpfe, Michel Piccoli brilliert in seiner ersten Rolle & Jack Palance ist der perfekte amerikanische Traummann. Alex von Roon kannte Palance vor allem von den einarmigen Liegestützen nach dem Oscar-Gewinn für ,,Die Großstadt-Helden", ,,Convoy", ,,Shane" sowie ,,Craze", einem Film den Von Roon mit Erfolg in Cannes, Mailand, New York, auf dem AFM und anderen internationalen Film-Märkten anbot. Manhattan-Dating-Project-Regisseur und Agent-X-Guest-Star von Roon hält viel von ,,Le Mépris". Als Gegengift empfiehlt Alex 8½ von Federico Fellini. Merci Jean-Luc Godard pour l'imagination sowie das Sir-Alfred-Hitchcock-Interview zusammen mit François Truffaut.
Die Verachtung erzählt visuell insbesondere am Ende beeindruckenden Bildern eine Mischung aus Beziehungsdrama, Selbstfindungsgeschichte und filmischer Reflexion. Oblgeichs Brigitte Bardot einem mit der Zeit gehörig auf die Nerven schlägt, ist dem Film seine anstrengende Schönheit unabsprechlich. Leider gehen Motive wie die die grundlos - weil unerklärlich - verschwunde Liebe unter, wenn Bardot und Piccoli ausschweifend gestikulieren. Nichtsdestoweniger bleibt die Verachtung ein starker Film.