Mission to Mars
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2,7
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2,5
Veröffentlicht am 19. Mai 2026
Der Film ist nicht direkt schlecht, streckenweise sogar einigermaßen unterhaltsam. Was mich (als Hobby-Physiker) aber maximal genervt hat sind die ganzen physikalischen Unkorrektheiten und logischen Aussetzer, die der Film sich leider viel zu oft leistet.

Es geht ja schon damit los, dass niemand bei Verstand ein Ehepaar (!) auf eine einjährige Mission zu einem fremden Planeten schicken würde. Grundvoraussetzung, dass so eine so lange und aufwändige (und mutmaßlich exorbitant teure) Mission überhaupt gelingt, ist absolute Professionalität und Zuverlässigkeit der Crew zu jedem Zeitpunkt. Wenn einzelne Mitglieder der Mannschaft emotional involviert sind, kommt ein unberechenbarer menschlicher Faktor hinzu, der ein nicht kalkulierbares Risiko für das gesamte Unternehmen darstellt. Das macht doch überhaupt keinen Sinn, warum sollte man das überhaupt so machen? Es geht ja schon ganz am Anfang los, als die beiden irgendwie rummachen und zu einem Meeting gerufen werden. Und dann kommen die einfach nicht, Woody ruft nur zurück, er habe Wichtigeres zu tun und könne jetzt nicht kommen. Das ist sicher keine kritische Situation, zeigt aber schon bei solchen Kleinigkeiten, dass die Zusammenarbeit im Team nicht funktioniert und die emotionale Verstrickung eine Gefahrenpotenzial birgt. Naja, für die Dramatik des Drehbuchs war das wohl notwendig.

Aus physikalischer Sicht gibt es dann aber doch einige ärgerliche Fehler, die für mich nur schwer zu übersehen waren. Hier ein paar Beispiele:
- Im Film nimmt jemand im Weltraum seinen Helm ab und sein Gesicht gefriert instant, er ist offenbar sofort tot. Da es im Vakuum aber keine Luft gibt, findet auch keine Wärmeleitung oder Konvektion statt. Eine Abkühlung würde also nur sehr langsam vonstattengehen, vielleicht innerhalb von 30 Minuten (!), aufgrund des fehlenden Gegendrucks würden freiliegende Flüssigkeiten (wie die Tränenflüssigkeit oder der Speichel) verdampfen, was dann an dem Ort vielleicht zu Erfrierungen führen würde. Der Tod würde eher aufgrund des Sauerstoffmangels eintreten, das würde aber auch mindestens 90 Sekunden dauern. So oder so, der Gute würde nicht so zu Eis erstarren, wie es da dargestellt wird.

- In einer Szene fällt der Atmosphärendruck im Raumschiff langsam ab, eine freundliche Stimme hält uns in 10%-Schritten auf dem Laufenden. Einer der Crewmitglieder bleibt ohne Helm und torkelt irgendwie rum, bei 10% Atmosphärendruck hockt er am Boden, vielleicht vor Schwäche? Tatsächlich würde ein Mensch aber schon lange vorher an Erstickung versterben. Aufgrund des niedrigen Sauerstoffpartialdrucks würde er selbst bei ausreichend hoher Sauerstoffkonzentration keine Luft in seine Lungen bekommen, wenn der Atmosphärendruck also bei 10% liegt, wäre er schon lange tot.

- In einer Szene schweben vier Astronauten schwerelos im Weltraum, drei sind bereits zum Halten gekommen (was auch ohne klare Bezugspunkte im Weltraum kein wirkliches Halten ist!), der vierte kommt von hinten angeflogen und wird durch die drei anderen abgebremst, so dass alle hintereinander zum Stehen kommen. Tatsächlich würde der vierte aber in der Schwerelosigkeit nicht abgebremst werden, sondern würde seinen Impuls an seinen Vordermann übertragen, der dann wieder an seinen Vordermann usw. Wie bei einem Newton-Pendel würde also am Ende der vorderste mit der Geschwindigkeit davonschießen, mit der der hinterste angekommen war.

- Das Design des Raumschiffs ist unsinnig, vielleicht sogar richtig gefährlich. Raumstationen werden absichtlich relativ eng konstruiert, damit die Astronauten nicht Gefahr laufen, in der Schwerelosigkeit gefangen zu sein. Wenn du dich in der Mitte des Raumes ohne Impuls befindest, kommst du da nicht weg, man kann ja nicht schwimmen wie im Wasser, sondern du bleibst einfach für immer an dieser Stelle gefangen und kommst ohne Hilfe von außen nicht mehr weg. Ein so riesiges Raumschiff mit so riesigen Räumen wäre völlig unsinnig und viel zu riskant. Die vermeintliche künstliche Schwerkraft, die offenbar durch Rotation, also Fliehkraft erzeugt wird, würde so auch nicht funktionieren, da der Radius zu gering ist, der Ring müsste sehr viel schneller rotieren, um eine solche erdähnliche Schwerkraft zu erzeugen.

Und solche Dinge passieren den ganzen Film über, das sieht teilweise sehr stylisch aus, auch sind machen Entscheidungen dramaturgisch nachvollziehbar, aber mein laienhaftes Physikverständnis wurde insgesamt zu stark überstrapaziert. Das mag euch wie Haarspalterei erscheinen, ich kann auch mit physikalischen Unkorrektheiten leben und das bei einem guten Film auch aushalten. Hier war es aber einfach zu dolle und der Film selbst ist jetzt nicht so überragend, dass es das rausreißen würde.

FAZIT: Lange Rede, kurzer Sinn. Mittelmäßiger, vorhersehbarer, aber streckenweise optisch durchaus schicker Science-Fiction-Film, der für meinen Geschmack aber zu viele physikalische Fehler und Unkorrektheiten birgt. Von mir gibt’s keine Empfehlung.
Lord Borzi
Lord Borzi

364 Follower 747 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 31. Januar 2021
Am Anfang wurde großer Wert auf eine realistische Story gelegt, die aber leider häufig unnötig in die Länge gezogen wurde. Dabei fühlte ich mich sehr an „Apollo 13“ erinnert. In der Mitte von „Mission To Mars“ gab es jedoch einen deutlichen Bruch in der Story, die ab dann immer mehr ins Utopische abdriftete. Das holprige Ende war für meinen Geschmack zu unrealistisch und passte nicht recht zum Anfang der Geschichte. Ich hatte das Gefühl, dass der Film nicht so recht wusste, was er denn nun sein wollte: realistischer Raumfahrt- oder abgehobener Science-Fiction-Film.
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