I, Tonya
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Christian Alexander Z.
Christian Alexander Z.

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5,0
Veröffentlicht am 9. Juni 2025
Deutlich hervorragender Film, im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Biografie und Sozialdrama in einem Film der fesselt. Streckenweise wie eine Dokumentation gestaltet wird der desillusionierende Charakter der traurig bösen Handlung noch verstärkt. Sehr tragisch, dass es auf einer wahren Geschichte fußt, auch dieses Wissen trägt zur Tiefe des Werks bei. Cast, Inszenierung, Schauspielleistungen und sehr gute Musikauswahl krönen diese Film. Ausgesprochen empfehlenswert!
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

11 Follower 356 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 17. Februar 2025
„I was loved for a minute, then I was hated.“

Vom Regisseur Craig Gillespie kam 2017 das Biopic „I, Tonya“ über die berühmte Eiskunstläuferin Tonya Harding. Ihre Geschichte in den 90ern war scheinbar überall in den Medien, doch ich persönlich wusste nichts über sie, absolut nichts. Zudem bin ich kein Riesen-Fan von Biopics, es sei denn sie sind gut gemacht und haben clevere und frische Ansätze wie „Steve Jobs“ (2015) zum Beispiel. Glücklicherweise war „I, Tonya“ genau das: Frisch. Vielleicht nicht in seiner kompletten Machart, aber Gillespie und Autor Steven Rogers schufen eine beeindruckende und knallharte, aber auch lustige Verfilmung dieser Eiskunstläuferin, die durch unkonventionelle Art auffiel.

Tonya Harding wird von ihrer Mutter auf jede erdenkliche Art und Weise zum Eiskunstlaufen gezwungen. Tonya liebt diesen Sport zwar, doch eine Liebe zwischen Mutter und Tochter ist nicht zu finden. Selbst als Teenager muss Tonya mit ihrer ersten großen Liebe Jeff viel Misshandlung und Erniedrigung erfahren, doch das härtet sie gleichzeitig auch ab. Doch ihre unkonventionelle Art gefällt anderen Leuten nicht, besonders der Jury, als Tonya ihre ersten Wettbewerbe austrägt. Irgendwann in ihrer langen Karriere kommt es jedoch zum berüchtigten „Vorfall“ mit Nancy Kerrigan.

Der Film erinnerte mich stellenweise an „Black Swan“. Hier spielt Natalie Portman eine Ballerina und der Zuschauer bekommt einen realistischen, erschreckenden Blick hinter die Kulissen der Tanz-Welt. Hier ist es ähnlich zum Eiskunstlaufen, doch während „Black Swan“ viel mit psychologischem Horror spielte, dominiert bei „I, Tonya“ der knallharte Witz. Die Figuren sind sicherlich überzeichnet, aber vieles ist sicherlich auch wahr. Und das soll was heißen bei diesen Charakteren: Tonyas Mutter und ihr Freund Jeff sind Paradebeispiel an völlig wahnsinnigen Menschen, mit denen man im echten Leben sicherlich nichts zu tun haben will, doch gerade weil sie so krass handeln, erzeugt der Film eine wunderbare Form von Humor, der nah an der Grenze zum Tragischen liegt. Doch genau dieser Aspekt macht den Film so intensiv, weil man sich immer fragt, was diese oder jene Figur jetzt macht.

Weiterhin spielt der Film mit der Idee, dass mehrere Personen im Film verschiedene Versionen der Vergangenheit haben. So werden Tonya, ihre Mutter, Jeff und andere Nebenfiguren nach den Ereignissen interviewt, doch der Film springt immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart. So kommt es dann auch oft vor, dass Figuren in die Kamera sprechen und die Ereignisse erzählen, so als ob sie wüssten, dass alles nur nachgestellt wird und nicht echt ist. Das hat mir sehr gefallen und machte den Film und seine Figuren für mich viel plastischer.

Die Eislaufszenen sind wirklich wunderbar umgesetzt. Natürlich hat Margot Robbie nicht alle Läufe selbst gemacht, wie auch Natalie Portman in „Black Swan“, doch sie hatte viele Trainingseinheiten und war selbst oft auf dem Eis. Doch in erster Linie geht es ja um ihre Performance als Tonya und die ist grandios! Margot Robbie ist eine gute Schauspielerin, aber nach dem fruchtbaren „Suicide Squad“ hatte ich ehrlich gesagt keine großen Erwartungen an sie, doch sie ist fantastisch in diesem Film! Sie hätte den Oscar als beste Hauptdarstellerin schon verdient, immerhin hat aber Allison Janney als
Tonyas bestialische Mutter die Trophäe abgreifen können, was mich sehr freut. Sie war ebenfalls grandios und extrem witzig, auch wenn sie wahrscheinlich den Preis für die schlimmste Mutter aller Zeiten gewinnen könnte. Sebastian Stan als Jeff hat mich auch umgehauen als rücksichtsloser und unberechenbarer Freund von Tonya.

„I, Tonya“ kann aber weiterhin auch mit wunderschönen Kamerafahrten auftrumpfen, nicht nur während der spektakulären Eiskunstlauf-Szenen, sondern auch in den zwischenmenschlichen Momenten. Und der Soundtrack? Eine perfekte Mischung aus großartigen Evergreens der 70er, 80er und 90er, obendrauf ein guter Score von Peter Nashel.

Fazit: Ein ehrlicher und gnadenloser Blick auf die Sportwelt, besonders auf die Eiskunstläufer. Dazu eine unglaublich tragische, aber wahnsinnige Geschichte über eine außergewöhnliche Frau, die niemals den Kampf gegen ihre Umwelt aufgegeben hat. Ein wunderbares Biopic und ein toller Film!
Josi1957
Josi1957

172 Follower 828 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 10. März 2023
Die Tragikomödie erzählt die wahre Geschichte (!) der Eiskunstläuferin Tonya Harding, deren Ex 1994 ein Attentat auf Hardings Konkurrentin Nancy Kerrigan in Auftrag gab. Schrill-witzig und genial gespielt!
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 27. Februar 2021
Als ich den Plot las, dachte ich, nicht sehenswert. Irrtum, musste ich später feststellen. Auch wenn mir die Geschichte der ehemaligen Olympia-Eiskunstläuferin Tonya Harding bis dato nicht zu Ohren gekommen ist, und mich aus rein dokumentarischer Perspektive auch nicht interessiert hätte, hier kommt ein Film, der sie zu einem absolut sehenswerten Film verarbeitet. Meisterhaft gespielt von Margot Robbie und Allison Janney. Bitterböse und urkomisch zugleich. Unterhaltung pur und grandioser Soundtrack dazu! Habe ihn gleich nochmal geschaut. :)
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 9. März 2019
...seit Kati Witt geht mir Eiskunstlauf ja mal völlig am A....vorbei, aber dieser Streifen sorgt für Lacher und 'ne Menge Fremdschämen. Im Grunde ist das 'ne Satire, von der man nur hoffen kann, daß sie noch weiter von der Realität entfernt ist, als das es nötig wäre. Eine Figur krasser als die andere...
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 3. März 2019
Das Vollführen einer Sportart mit der Aufführung auf einer Bühne zu vergleichen, hat sich in das Vokabular der zeitgenössischen Berichterstattung eingebürgert. Die Konstellationen in großen Stadien mit heller Beleuchtung und regem Zuschauerinteresse, das in Vergöttlichung der Athleten ausartet, kommt einem Personenkult gleich, wie ihn in längst vergangenen Tagen Performer in edlen Theaterhäusern aufzubauen wussten. Als Eiskunstlaufen, bei der es sich um eine Sportart handelt, welche wirklich fruchtbaren Boden ohne künstlich hinzugefügte Elemente, die von der eigentlichen sportlichen Ausführung ablenken, für die oben angesprochene Assoziation bietet, sein lautestes Medienecho zelebrierte, stand dies jedoch nicht mit den Akten der Körperbeherrschung auf gefrorenem Grund in Zusammenhang. Das Bühnenlicht von der Eisfläche wurde auf den auf sie zulaufenden Gang, wo Nancy Kerrigan bitterlich weinte, gerichtet. Die Favoritin auf eine Medaille bei den anstehenden olympischen Spielen 1994 in Lillehammer war Opfer einer Attacke geworden. Mit einem Schlag auf das Knie sollte den Ambitionen ein medizinisch unausweichliches Ende gesetzt werden. Der Fall erreichte Seifenoper-Charakter als bald Tonya Harding mit ihrer Entourage, die sich aus ihrem Ehemann, der zeitgleich auch als Manager agierte, und ihrem Leibwächter zusammensetzte, in den Blickpunkt des ermittelnden FBIs geriet. Die Medien stürzten sich auf die Story, sodass der olympische Wettbewerb in den Mittelpunkt des kollektiven Interesses an der Olympiade rückte. Nancy Kerrigan triumphierte mit einer Silbermedaille, während Tonya Harding lediglich eine Platzierung in der zweiten Hälfte der Liste der führenden zehn Teilnehmerrinnen erreichte.

Rund um dieses Kapitel der Sportgeschichte liefert Regisseur Craig Gillespie ein Biopic ab, das in seiner Struktur sowie den schauspielerischen Komponenten erfrischende Akzente bietet und Margot Robbie nebenbei hilft sich von dem Image der Baseballschläger schwingenden Femme Fatale und Frau an der Seite des Jokers, Harley Quinn, in der ersten mit einem Oscar prämierten Comicverfilmung SUICIDE SQUAD zu befreien. Einen kleinen Hinweis auf die Rollenbiographie ihres Stars kann sich der Film nicht verkneifen und das ist ehrlich gesagt auch gut so! Momente, wie eine wahnsinnige Variante von Tonya Harding in die Kamera lächelt sind Momente, die dem Zuschauer Orientierungspunkte zur Bewertung der Geschichte bieten. Jede Figur liefert ein Puzzleteil in Form von Interviews im Mockumentary-Stil, in denen Tonya, ihr Ehemann, Leibwächter und schließlich LaVona, großartig verkörpert von Allison Janney, die mit ihrer Figur eine Verachtung auslösende Filmmutter an der Grenze der Erträglichkeit zum Leben erweckt. Tonya durchläuft zuerst die von Drill geprägte Kindheit im Redneckhaushalt, eine Liebe mit Hieben zu dem Taugenichts von Ehemann und einen Strang mit hohem Identifikationspotential. Andersartigkeit in einem genormten System lässt die eigentlich brillante Ausführung des Performers in den Hintergrund treten. Die verdiente Anerkennung blieb Tonya verwehrt, sodass selbst die perfekte Ausführung eines „dreifachen Axels“ den sie als erste Frau makellos vollführte in den Augen der Kampfrichter nicht das Laufen zu Rockmusik und selbstgeschneiderter Amateurgarderobe als Wettkampfkleidung wettmachte. Nein, eine Prinzessin war Tonya Harding nicht. Eher ein von den falschen Umständen gebeuteltes Jahrhunderttalent, das wir zumindest auf der Kinoleinwand in dem Licht erstrahlen sehen, wie es ihm zur aktiven Zeit nie vergönnt war. Während der ausschließlich von Tonya dargebotenen Performances scheinen die Farben der Kostüme, die noch in der Umkleide befremdlich matt in Szene gesetzt sind, heller, wobei die Kameraführung einen eigenen Reigen vollführt. In diesen Momenten wähnt man sich einer polarisierenden Gestalt am nächsten. Einer entscheidenden Antwort über den Wissensstand der lebenslang gesperrten Eiskunstläuferin entzieht sich die Erzählung aufgrund ihrer Vielzahl an Aussagen und Perspektivierungen frei der bereits im Trailer getätigten Aussage „Sowas wie die Wahrheit gibt es nicht“ innerhalb des Figurenensembles geschickt. Ein Stilmittel, das vermehrt zum Einsatz kommt und den nicht vorhandenen Anspruch auf eine lückenlose Dokumentation des Geschehens mit Nachdruck herausstellt, sind die Momente, in denen Tonya das Publikum direkt mit schnippischen Kommentaren anspricht. Gemessen an der öffentlichen Wahrnehmung der Protagonistin eine richtige Entscheidung, da so in Verknüpfung mit der kriminalistischen Brisanz der Ereignisse die Relevanz von Entfremdung unterschwellig in die Ästhetik miteinbezogen wird. Was bleibt ist die Einsamkeit einer polarisierenden Sportlerin, die verzweifelt vor dem Rande eines Nervenzusammenbruchs im Schein der Spiegellampen versucht, ungelenk geschminkt ein Lächeln zu finden, damit die Leute sie endlich lieben…

Dem Film sollte diese Zuwendung zuteilwerden. Mit der Leinwand als Bühne.

Marco Busselmaier
beco
beco

83 Follower 435 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 29. November 2018
Keine simple Biographie, sondern ein fesselndes, höchst unterhaltsames Sozio-Drama über eine spannende Figur der amerikanischen Gesellschaft, mit ungewöhnlichen Mitteln und super Schauspielern, absolut sehenswert
Cursha
Cursha

7.500 Follower 1.067 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 11. November 2018
Das ist ein wirklich cooles Biopic ! In diesem Jahr wurde man ja im Kino mit Biopics wie "Der seidene Faden" oder "Die dunkelste Stunde" gequält, aber mit "I, Tonya" kommt was neues und abgefahrenes, was mich rein von der Geschichte und der Machart an "The Wolf Of Wall Street" erinnert.
Die Geschichte um die etwas andere Eiskunstläuferin Tonya Harding lebt von seinem abgefahrenen Humor, den coolen Läufen und den Interviews. Aber in erster Linie von den beiden Hauptdarstellern Margot Robbie und Allison Janney. Während man Robbie der Rolle der Tonya sofort abkauft, ist es vor allem Janney, die als ihre Mutter zwar sehr faszinierend ist, aber ebenso grausam, wie hassenswert. Am Ende kommt eine wilde Mischung heraus, die asolut zu überzeugen weiß.
ToKn
ToKn

2.006 Follower 962 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 17. Juli 2018
Biopic’s haben nun mal den „Nachteil“, dass ein Gro der Interessierten die Geschichte ja doch irgendwie kennen. Demzufolge kann man sich getrost auf die Umsetzung konzentrieren und mit den wahren Hintergrundgeschichten ist das ja eh immer so eine Sache. Was war wirklich und was wurde Hollywood-reif dazu gebastelt? Bezeichnend dafür das Drehbuchautor Steven Rogers im Vorfeld Tonya Harding und ihren Ex-Mann Jeff Gillooly interviewt hat und von deren widersprüchlichen Aussagen (!) inspiriert wurde. Aber gut, eine wahre Begebenheit ein wenig aufpeppen und Leinwandtauglich auszuschmücken ist legitim und gehört einfach mal dazu. Schauspielerisch ist das oberste Schublade, allen voran Margot Robbie als Tonya Harding und Allison Janney als deren Mutter. Sämtliche Nominierungen und Auszeichnungen für die Beiden, mehr als berechtigt. Bemerkenswert für mich aber auch, Paul Walter Hauser als Tonya Hardings „Bodyguard“, Freund des Ehemanns und wie sich zum Schluss ja herausstellt, selbsternannter „Geheimagent“. Ja, das macht das kleine Dickerchen nicht schlecht. Noch bemerkenswerter allerdings der coole 80er Jahre-Soundtrack. Alles in allem hat der Film zwar seine Längen, kleine handwerkliche Schwächen, ist aber im Großen und Ganzen solide Kost. Kann mich subjektiv den teilweise überschwänglichen Kritiken nicht ganz anschließen, aber objektiv beurteilt ist der Film schon sehenswert. Die schauspielerische Qualität reißt es raus.
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 21. April 2018
I, Tonya unterfordert das Publikum, will durch Voice-Overs und erzählerische Experimente die etwas spröde Geschichte unterhaltsam machen, aber wirkt dabei einfach unbeholfen.
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