„Ist anders sein, gleich Anderssein?“
In dem Film „Love, Simon“ geht es um einen 17-jährigen Teenager, namens Simon Spier (Nick Robinson) der mit seiner Mutter Emily (Jennifer Garner) seinem Vater Jack (Josh Duhamel) und seiner kleinen Schwester Nora (Talitha Baetman) im Vorort von Atlanta lebt. Dort besucht Simon, wie jeder andere Teenager auch die High-School. Obwohl er einen engverbundenen Freundeskreis hat und sehr tolerante Eltern, verschweigt er ihnen etwas, und zwar, dass er Homosexuell ist. Er befürchtet, dass man ihn dann mit anderen Augen sieht und dass er in der Schule bloßgestellt wird. Doch als sich ein Schulkamerad in einem Blog anonym mit dem Pseudonym Blue geoutet hat, war Simon sehr erleichtert, denn er fühlte sich das erste mal verstanden. Daraufhin nahm Simon all seinen Mut zusammen und entschloss sich, dem Unbekannten mit einem Pseudonym namens Jacques in Kontakt zu treten. Ab dem Zeitpunkt tauschten sich „Blue“ und „Jacques“ Wochenlang per E-Mails aus. Ob im Unterricht, Zuhause, in der Freizeit es zählten nur noch die E-Mails. Simon konnte sich das erste mal richtig öffnen, doch die Frage, wer dieser Blue ist, lässt ihn nicht los. War es jemand aus seinem Freundeskreis? War es der Kellner? Oder doch jemand anderes? Mit diesem Gefühlschaos muss sich der 17-jährige Teenager auseinandersetzten und es geht noch weiter. Denn Simons Klassenkamerad Martin (Logan Miller) geriet unabsichtlich an die E-Mail von Simon, die für Blue bestimmt war. Natürlich nutzte Martin diese Gelegenheit aus um seinen Mitschüler damit zu erpressen das Gespräch öffentlich zu machen, denn Martin ist sehr interessiert an Abby (Alexandra Shipp) mit der Simon sehr gut befreundet ist. Aus Angst geht Simon auf die Forderung seines Klassenkameraden ein.
Der Film Love, Simon ist ein typischer „Teenie“ Film, in dem es um all die Gedanken und Gefühle eines pubertierenden Jungen geht, der sich selbst noch nicht richtig gefunden hat. Genauso wie in fast allen anderen Teenie-Filmen geht es meist um Mobbing in der Schule, Vertrauen und Freundschaft, Liebe so wie um die Identitätsfindung. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass Simon Schwul ist. Simon ein sehr behüteter Junge der sehr zurückhaltend und schüchtern wirkt. Es scheint als ist sein Leben absolut perfekt, er lebt in einer sehr harmonischen und toleranten Familie ohne Probleme, seine Mutter ist sehr offen und einfühlsam und sein Vater sehr emotional und humorvoll. In der Schule schreibt er nur gute Noten und er hat einen engen Freundeskreis. Aber auch in dem so tollen Freundeskreis treten Probleme untereinander auf, was in dem Film etwas dramatisiert dargestellt wird. Denn in jeder Freundschaft kommt es früher oder später zu Konflikten untereinander. In dem Film wird auch deutlich, dass Menschen andere Menschen in gewisse Kategorien einteilen und dadurch typische Klischees erwartet werden. So wie in der Tanzszene in dem Film zu dem Song „I wanna dance with somebody“ von Whitney Houston gezeigt wird. Hier wird erwartet, dass alle Homosexuellen gewisse Klischees erfüllen. Der Film wird zum Ende hin etwas kitschig, da Simon Blue am Riesenrad auf dem Rummel erwartet und die ganze Schule dabei zuschaut, was sehr unrealistisch ist.
„Love, Simon“ ist ein gelungener Film der auch anderen einen Denkanstoß vermitteln kann. Denn gerade in der heutigen Zeit, sollte Homosexualität kein „Problem“ mehr sein. Jeder Mensch ist ein Individuum und muss so akzeptiert werden wie er ist und soll seiner eigenen Sexualität nachgehen können. Außerdem fand ich die Gegenüberstellung in dem Film von Heterosexualität und Homosexualität sehr gut, denn dass hat mich persönlich zum Nachdenken gebracht, da die Gesellschaft Homosexualität immer noch als „anders“ und Heterosexualität als „normal“ bezeichnet. Obwohl der Film teilweise etwas zu kitschig war, fand ich ihn dennoch gut, denn der Film ist sehr amüsant und aus einem Drama wurde eine Dramedy. Da sehr viele Kriterien hier erfüllt sind, ist dieser Film meiner Meinung nach für die ganze Familie geeignet.