Big Fish - Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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3,5
Veröffentlicht am 22. Juli 2026
Burtons „Forrest Gump“: Zwischen Emotion und Egoismus

Tim Burton, ein Name, der mehr über seinen Stil aussagt als über ihn als Regisseur. Burton steht seit den frühen 90ern für skurrile, düstere und fantastische Welten. Dabei schuf er Filme, für Familien („The Nightmare Before Christmas“), aber auch für ältere Zuschauer („Sleepy Hollow“). Wirklich reife und erwachsene Filme drehte Burton aber bis 2003 nur einmal: „Ed Wood“. Für mich sein sicherlich bestes Werk. Danach folgten eher mäßige bis katastrophale Filme, wie der alberne „Sleepy Hollow“ (1999) und das missglückte Remake von „Planet der Affen“ (2001). Doch 2003 entschied sich Burton dann für die Verfilmung von „Big Fish“ nach dem Roman von Daniel Wallace. Bevor Burton jedoch überhaupt in Betracht gezogen wurde, waren große Namen wie Steven Spielberg und sogar Stephen Daldry vorgesehen. Besonders Daldry wäre eine tolle Wahl gewesen, da sein großartiger Film „Billy Elliot“ gerade mal drei Jahre alt war und die Filmwelt begeistert hatte. Letztendlich fiel die Wahl jedoch auf Burton, der ein „kleineres“ Projekt nach „Planet der Affen“ sehr begrüßte. Und das merkt man auch, denn „Big Fish“ ist einer seiner ehrlichsten und untypischsten Filme mit einigen wirklich berührenden Momenten.

Das Leben von Edward Bloom ist aufregend und fantastisch. Fast zu schön, um wahr zu sein, so empfindet es jedenfalls sein Sohn William. Während der Vater sehr überzeichnete und extrem ausgeschmückte Geschichten über sein Leben erzählt, will der Sohn lieber die Wahrheit hören. Über die Jahre hinweg bricht der Kontakt ab, bis eines Tages William einen Anruf von seiner Mutter bekommt: Sein Vater, Edward, liegt im Sterben…

Eine wahrlich berührende Story wird hier erzählt und ich meine nicht mal unbedingt die Lebensgeschichte von Edward. Die wird sehr klassisch für Burton inszeniert, mit starken Farben, fantastischen Bildern, überzeichneten Figuren und viel Kitsch. Daneben erleben wir aber auch die Geschichte in der „Wirklichkeit“ und das Drama innerhalb der Familie Bloom. Die Auseinandersetzung zwischen Edward und seinem Sohn William sind wirklich herzergreifend und gipfeln in einem wahrlich wunderschönen Ende, vielleicht das beste Ende, was Burton je geschaffen hat. Denn statt sein typisches Ding zu machen, besinnt er sich auf die Geschichte und die Figuren, lässt ihnen die Bühne hält die Kamera einfach drauf, ohne großen Schnickschnack. Und manchmal sind es eben diese simplen, aber kraftvollen Momente, die einen Film wie „Big Fish“ so außergewöhnlich machen.

Das bedeutet nicht, dass der restliche Film langweilig oder schlecht wäre: Die kunterbunte Reise von Edward durch die Welt ist unterhaltsam, absurd und stellenweise herrlich charmant und überzogen. Dabei sind es vor allem die Nebenfiguren, die Bloom trifft, die den Film so besonders machen: Vom sanften Riesen Karl bis hin zur mysteriösen Hexe mit dem Zauberauge.

Und trotzdem gibt es einige Dinge, die der Film leider nicht so gut umsetzt: Da wäre zunächst die Tatsache, dass Edward Bloom selbst als der charmante Held dargestellt wird, er aber so manche Probleme mit sich bringt, die nicht thematisiert werden. Zum einen bedrängt er die Frau, in die er verliebt ist, mehrmals, obwohl sie nein zu ihm sagt. Dieser Moment ist relativ kurz, aber leider wie so oft in diesem Filmen extrem romantisiert dargestellt. In einem anderen Film wäre Edward hier nicht der Held, sondern der gruselige Stalker, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Weiterhin ist Edward ein ganz schöner Narzisst (ironischerweise sind Narzissen die Lieblingsblumen seiner Frau), was im Film auch ganz klar gezeigt und zelebriert wird. Und ja, hier und da ist das auch sehr sympathisch und ab und zu kriegt er auch Widerspruch. Aber gerade als älterer Mann ist er nicht bereit seinem Sohn entgegen zu kommen. Er verändert sich nie und beharrt bis zum Ende darauf, dass alles so passiert, weil er das möchte. Dass er seinem Sohn nicht mal ein bisschen entgegen kommt und ihm zumindest einmal „Tut mir Leid“ sagen kann, finde ich sehr schade und macht die Hauptfigur hier und da sehr uncharmant. Würde Edward aus seinen Fehlern lernen, wäre das etwas anderes, aber das passiert nicht wirklich. Da fallen dann kleinere Problemchen, wie einige rassistische Stereotypen, kaum noch auf…

Der Cast ist sehr ordentlich mit Ewan McGregor als sympathisch, junge Version von Edward Bloom, die wie ein klassischer Märchenprinz daher kommt. Daneben überzeugen Steve Buscemi, Billy Crudup, Danny DeVito, Jessica Lange und Matthew McGrory als Riese Karl. McGrory verstarb leider nur zwei Jahre später und wurde gerade mal 32…

Technisch ist „Big Fish“ sehr schön anzusehen und hat eine träumerische Atmosphäre. Im Gegensatz dazu stehen die eher statischen Bilder in der „Realität“ und bilden einen passenden Kontrast zwischen Edwards fiktiver Welt und der echten Welt. Auch die Effekte sind eher klassisch gehalten, ohne CGI, was dem Ganzen einen deutlich echteren Look verschafft, auch wenn ein paar digitale Momente vorhanden sind (wie die siamesischen Zwillinge). Musikalisch durfte wieder Danny Elfman ran. Sein Score ist ebenfalls recht untypisch für ihn mit einigen Country-Elementen und tollen Pop- und Rocksongs der 50er. Der Soundtrack war sogar für einen Oscar nominiert.

Fazit: „Big Fish“ ist in vielen Bereichen ein wunderschöner und ergreifender Film, besonders, wenn man eine gesunde Portion Kitsch mag. Und Tim Burton schuf einen seiner intimsten Filme, was ich sehr schätze. Dennoch hat das Werk seine Macken und besonders die Hauptfigur hätte deutlich aufrichtiger und facettenreicher gestaltet werden müssen. Nach wie vor aber ein sehenswertes Fantasydrama!
AndiundFilm
AndiundFilm

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4,5
Veröffentlicht am 5. März 2021
Wunderbar fantasievoll...eben ein Burton!
Erzählt wird die Geschichte von Vater und Sohn, ihrer Lebensgeschichte, der Entfremdung und deren später Einsicht, dass sie gar nicht so verschieden sind und waren. Alles gehüllt in unterschiedlichsten Erzählungen und Metaphern aus ihrem Leben, wobei sich immer die Frage stellt, inwieweit man selber seine eigene Geschichte beeinflussen kann und somit der Schmied seines Schicksales wird. Wer Realitäts-TV sehen möchte, sollte Burton lieber gleich meiden.
Fazit: selten, dass mich ein Märchen so fasziniert hat!
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 13. Dezember 2020
Niedliches Märchen über das Geschichtenerzählen, das Leben und das was mal davon übrig bleiben soll. Kommt leider nur sehr holprig in Fahrt, entwickelt sich dann aber zu einer rührenden, liebevoll erzählten Parabel und Tragikomödie über eine Vater-Sohn Beziehung und die Bedeutung der Wahrheit.

Neuzeitliches Märchen mit Herz, Humor und Harmonie
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

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4,0
Veröffentlicht am 3. Januar 2018
Ein Film, auf den man sich einlassen muss – aber wenn man es tut, wird man reich dafür belohnt. Der rationale Kern ist der Lebensweg eines jungen Mannes, der sich nie unterkriegen ließ – aber ebenso wie seine Hauptfigur schmückt der Film das mit so einer Unmenge Phantasie aus, dass es für 2 Filme gereicht hätte. Das ganze ist wie eine schöne Gutenachtgeschichte, die man vorgelesen bekommt, nur dass man sich das alles nicht vorstellt, sondern mit wunderbaren, bunten Spezialeffekten vorgeführt bekommt. Und das grösste Plus ist Ewan McGregor als unverwüstlicher Strahlemann, der sich das herzliche und unbeschwerte Lächeln eigentlich nie aus dem Gesicht vertreiben lässt. Dies ist auch maßgeblich für die größte Wirkung des Filmes verantwortlich: unzerbrechlicher, grenzenloser Optimismus. Selbst der Sterbe-Schluss,ist so wunderbar leichtfüßig gemacht, dass es zwar berührt, aber nicht traurig stimmt – eben wie der ganze Film.Fazit: Sanftes Filmmärchen, das mit unerschütterlichem Optimismus und unendlich vielen, wunderschönen Ideen das Leben und die Liebe huldigt!
Thomas Z.
Thomas Z.

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2,0
Veröffentlicht am 17. Juli 2017
Hm.... irgendwie kreuzen sich die Universen von Tim Burton und meiner Wenigkeit nicht. Wie bei allen bisher gesehenen Werken des Kaliforniers fehlt es mir an Tiefe, Anspruch und einer gewissen Ernsthaftigkeit. Der Humor wirkt mir zu aufgesetzt, die Ideen finde ich nicht originell, plakative Jahrmarkt-Atmosphäre, es ist alles so schön bunt hier - überhaupt nicht meins. Allerdings punktet "Big Fish" bei mir nochmal kurz vor der Ziellinie.
schonwer
schonwer

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4,0
Veröffentlicht am 29. April 2017
"Big Fish" ist wieder eine einzigartige Reise in der Fantasie Tim Burtons. Mit viel Gefühl, märchenhaften, fantastischen Erzählungen, liefert uns der Regisseur eine Parabel des Lebens, welche mit fantastischen Schauspielern glänzt. Tim Burton schafft es wieder den Zuschauer mitzunehmen und ihn vergessen zu lassen, dass er eigentlich nur einen Film anschaut - in diesem Film steckt Magie!
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 6. April 2015
Traurig aber schön.Man fühlt sich an seine Kindheit erinnert und auch an das was noch vor einem liegt.
RocketSwitch
RocketSwitch

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2,0
Veröffentlicht am 16. Mai 2014
"Big Fish" hat gute Kritiken bekommen. Aber manchmal gibt es ein paar Kleinigkeiten, an denen man sich als Zuschauer so sehr stört, dass der Film unterm Strich keine gute Bewertung einfahren kann.

In "Big Fish" geht es um die letzten Tage im Leben von Edward Bloom. Dessen Sohn redet seit einigen Jahren nicht mehr mit ihm, da er es leid ist, dass sein Vater sich stets in den Mittelpunkt drängt und sich nicht für seinen Sohn interessiert. Jede Gelegenheit nutzt dieser, um seine fantasievollen Geschichten zu erzählen.

Zugegeben, diese Geschichten sind wirklich fantasievoll und schön erzählt, doch die Moral hinter "Big Fish" stößt mir auf. Der Sohn William fühlt sich von seinem Vater vernachlässigt und missverstanden und möchte Anerkennung und Respekt, die ihm sein Vater jedoch niemals geben wird. Zu sehr ist dieser mit seinem eigenen Leben beschäftigt und selbst im Sterben denkt er nur an sich. Aufrichtigkeit oder Ehrlichkeit seinem Sohn gegenüber sind ihm fremd. Dabei möchte William nur seinen Vater kennenlernen, wie er immer wieder betont. Denn dieser ist, kurz nachdem er seine Frau klar gemacht hat, im Krieg für tot erklärt worden. Nicht eine Sekunde bedenkt Edward, was es für seine Frau und insbesondere seinen Sohn bedeutet haben muss 3 Jahre in dem Glauben zu leben, dass dieser tot ist. Und dann steht er einfach im Garten. Auch damals gab es schon Telefon.
Und weil er nichts besseres zu tun hat wird er Handelsvertreter und reist wochenlang quer durchs Land. Schlimmer noch, baut er lieber noch ein altes Dorf wieder auf, anstatt sich um seine Familie zu kümmern.

Das Schlimme ist, dass Burton diese Lebensweise noch verteidigt und vom Sohn Verständnis fordert. Verständnis für seinen Vater, dessen Geschichten am Ende gar nicht so unglaublich sind, wie man vielleicht denkt (was noch schlimmer ist). William ist folgerichtig der wahre Held dieser Geschichte, da er, trotz aller Wut, die er für seinen Vater hegt, noch so viel Liebe in sich hat, dass er seinem Vater auf dem Sterbebett die letzte Geschichte erzählt. Ein Sohn, der nie einen richtigen Vater hatte, dieser jedoch immer eine tolle Geschichte auf Lager hatte. Allerdings keine einzige Geschichte, die er mit seinem Sohn erlebt hat.

Fazit: Auf Grund der Botschaft, die ich in "Big Fish" wiedererkenne, ist dieser Film für mich nicht gelungen. Auch abseits davon, plätschert der Film gemütlich von einer Geschichte zur nächsten. Ganz gewiss kein Meisterwerk.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 15. April 2014
"Big Fish - Der Film, der einen Abend zu etwas besonderem macht".
Dieser Film hat Vieles und steht für Vieles das uns fehlt. Dinge die wir hatten, es aber verlernt, vergessen haben, weil es kindisch ist, eine Zeitverschwendung oder einfach nur verrückt.
Mit diesem Film schafft Tim Burton nicht nur eine Zeitreise für den Zuschauer zurück in diese so unbeschwerte Zeit in der alles möglich war, in welcher im Wald Hexen wohnten und das verlassene Gebäude um die Ecke ein Geisterhaus war in dem es spukte.
Nein, auch zeigt er uns wie wichtig es ist, es nicht alles einfach so schwer zu nehmen wie es ist.
Das Leben ist hart genug und zum Ende steht immer der Schluss, jedoch was man die Zeit dazwischen tut, wie man es tut und wie man sich dann daran errinert, dass bleibt einem selbst überlassen.
Doch ist Schlussendlich alles was uns bleibt, was uns ausmacht, die Vergangenheit und ihre Errinerung daran.

Big Fish, ist ein Herausragender Film, welcher es schafft, nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern auch ein Gefühl herüberzubringen.
Gina Dieu Armstark
Gina Dieu Armstark

21 Follower 69 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 27. Januar 2015
„Big Fish“, eine traumhafte Geschichte, die nur vor Harmonie und Fantasie strotzt.
Ich erzähl dir eine Geschichte, eine Geschichte, die so unglaublich ist, dass sie unmöglich war sein könnte. Und doch habe ich sie erlebt. Schließe die Augen und stelle dir vor, wie ich beim Zirkus arbeitete, nur um die Liebe meines Lebens zu treffen, stell dir vor ich stehe in einem riesigen Blumenfeld um sie zu erobern, stell dir vor, ich bezwinge einen Riesen und tanze mit wildfremden Menschen in einer Stadt, die sich hinter einem verwucherten Waldweg befindet.
„Big Fish“ erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes, der einen starken Willen hatte, Durchsetzungsvermögen und ein so großes Herz, dass es kaum Platz in seiner Brust hatte. John August schrieb ein fantastisches Drehbuch, führt uns in fantasievolle Erlebnisse und zeigt uns nebenbei den Konflikt zwischen Vater und Sohn, von denen letzterer seine Fantasie verloren zu haben schien. Er hat den Boden unter seinen Füßen, die Realität hat ihn fest im Griff und doch entlocken ihm ein paar Erzählungen seines Vaters, noch immer ein kleines Lächeln auf die Lippen.
Tim Burton packte das Ganze in fantastische Kulissen, begeistert mit brillanter Maske und gewinnt das Herz des Zuschauers mit dem ausgezeichneten Cast, zu dem sich unter anderem Ewan McGregor („The Men Who Stare at Goats“), Marion Cotillard („Inception“), Danny DeVito („Dr. Seuss' The Lorax“), Helena Bonham Carter („Fight Club“) und sogar Steve Buscemi („On the Road“) einreihen dürfen.
Dazu komponierte Danny Elfman einen zauberhaften Score, der jede Szene, jedes Bild und jede Geschichte perfekt untermalt, wie ein Gemälde, das den Raum schmückt.
„Big Fish“ ist träumen, sich in der Fantasie fallen lassen, sich treiben lassen in einem Fluss, der einen stromaufwärts treibt, bis zum Gipfel seines Ichs. Das, das man gern wäre und sein sollte.
„Big Fish“ wird mich immer an meine Familie erinnern, an meine Kindheit, an den Zauber der Fantasie. Dieser Film kann mich immer begeistern, beeindrucken, zu Tränen rühren und lehren, sich nicht von der tristen Realität verschlingen zu lassen.
Geht hinaus in die Welt und schmückt euer Leben aus, genießt es in vollen Zügen und glaubt an euch.
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