Warmherziger Animationsfilm mit Charme und liebenswerten Figuren!
Es ist immer wieder erfrischend, wenn ein Animationsfilm erfolgreich wird und nicht von Disney oder DreamWorks kommt. Vor allem, wenn es sich um 2D-Animation handelt. „Robot Dreams“ ist einer dieser Filme und erschien 2023 unter der Regie des Spaniers Pablo Berger. Das warmherzige Werk war für unzählige Preise nominiert (darunter auch für den Oscar als bester Animationsfilm) und war Bergers erster Animationsfilm. Nun konnte ich den Film endlich selbst sehen und bin sehr berührt.
Die Story spielt in Manhattan der 80er Jahre, nur dass es hier keine Menschen, sondern Tiere gibt. Und Roboter… Hund ist einer der vielen Einwohner der Stadt und sehnt sich nach Gesellschaft. Deswegen kauft er sich eines Tages einen dieser Roboter zum selber zusammen basteln. Zwischen der Maschine und Hund entsteht eine tiefe Freundschaft, die jedoch bald auf die Probe gestellt wird…
„Robot Dreams“ ist ohne Zweifel ein Film, den sich jeder anschauen kann! Die Handlung wird nämlich komplett ohne Dialoge erzählt und nur anhand von Mimik und Gesten, quasi ein Stummfilm. Das finde ich wirklich toll, denn die Geschichte ist auch für Kinder geeignet und so kann wirklich jeder etwas aus diesem Werk mitnehmen. Die Emotionen sind stellenweise sehr intensiv und ab und zu wird es auch richtig tragisch, aber der Film bietet vor allem auch einige wirklich positive und wohltuende Momente. Einige Szenen haben mich sogar richtig aufspringen lassen, weil ich so gefesselt war!
Dennoch hat der Film ein paar Schwächen in meinen Augen: Da wäre zum einen die Länge, die ich ab und zu gespürt habe. Besonders die Szene mit dem Schneemann hätte gern deutlich kürzer ausfallen können. Insgesamt fühlt sich „Robot Dreams“ auch eher nach einem Kurfilm an, da die Geschichte eigentlich relativ schnell erzählt ist. Mein größtes Problem ist jedoch das teils forcierte Drama, welches quasi den ganzen Film ausmacht. Nicht dass es schlecht gemacht ist, ganz im Gegenteil! Die ganze Struktur und Erzählweise von „Robot Dreams“ sind einfühlsam und kreativ umgesetzt, nur leider hätte ich gern etwas mehr Originalität gesehen. Das Drama hier ist relativ… ordinär. Und auch unter dem Titel des Films hatte ich mir deutlich mehr vorgestellt.
Dafür gibt es visuell sehr schöne Animationen zu bewundern, die sich zwar an Comedy Central-Cartoons orientieren (siehe „Family Guy“), aber dennoch einen eigenen Charme haben. Auch das Sounddesign und der Soundtrack gefallen mir. Der Song „September“ von Earth, Wind & Fire hat mit diesem Film eine neue Ebene für mich bekommen.
Fazit: „Robot Dreams“ ist ein warmherziges und auch bittersüßes Erlebnis, das wirklich jeder genießen kann. Und auch wenn ich mir eine etwas innovativere Story gewünscht hätte, sind mir die Figuren dennoch ans Herz gewachsen!