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Sebastian Schlicht7
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3,5
Veröffentlicht am 11. September 2026
Spannende Adaption des französischen Märchenklassikers!
Regisseur Mamoru Hosoda ist im Anima-Game schon seit über 20 Jahren aktiv und arbeitete sowohl als Animateur als auch als Regisseur an Serien wie „One Piece“ und „Digimon“. Seit 2006 drehte er jedoch auch eigene Filme, unabhängig von großen Anime-Ips, darunter „Mirai“ von 2018, welcher für einen Oscar nominiert war. Bisher hatte ich leider noch nichts von ihm gesehen, doch dann sah ich das Cover zu „Belle“ und fand die Idee dahinter sehr spannend: Eine moderne Neuinterpretation von dem Märchen „Die Schöne und das Biest“ von Gabrielle-Suzanne de Villeneuve. Der Anime kam 2021 in die Kinos und wurde zum erfolgreichsten japanischen Film des Jahres. Doch wie gut wurde dieses alte und teils angestaubte Volksmärchen in die moderne Zeit umgesetzt und wie kann es mit großen Erfolgen wie der Disney-Adaption von 1991 mithalten?
Die schüchterne High School-Schülerin Suzu liebt es zu singen, schafft es im wahren Leben jedoch nicht ihrer Stimme Kraft zu verleihen. Die Lösung kommt als digitaler Avatar Bell in der virtuellen Welt „U“. Doch Suzu rechnet nicht damit, dass ihre aufgehübschte, digitale Maske so erfolgreich sein würde und es dauert nicht lang, bis Bell zum internationalen Star wird. Doch alles ändert sich als bei einem ihrer virtuellen Konzerte ein mysteriöser Kämpfer auftaucht: Das Biest…
Einer der besten Aspekte des Films, ist für mich ganz klar die Neuinterpretation des Stoffes. Denn nicht nur ist das Setting mit „U“ sehr unterhaltsam, ich finde es auch sehr passend, dass nicht nur das Biest eine Art „Maske“ trägt, sondern eben auch Bell. Ihre „Schönheit“ ist nicht nur ein äußerlich angeborener Vorteil, sondern zeigt sich gegen Ende in ganz anderer Form. Zudem ist die Message von Zusammenhalt wieder mal sehr wichtig und zentral und damit deutlich kraftvoller als ein Film wie „Ready Player One“, der ein sehr ähnliches Setting bietet.
Der Film bietet dabei äußerst witzige Momente, aber auch sehr tragische, einige, die ich auch gar nicht erwartet habe. Das ist in manchen Szenen sehr berührend, in anderen hingegen etwas zu plötzlich. Dafür mag ich viele der Figuren und auch die Musik ist wirklich solide, besonders da hier viel mit Songs im klassischen Disney-Stil gearbeitet wird. Fun Fact: Jin Kim, der das Design für Bell entwarf, arbeitete auch bei Disney, . an Filmen wie „Die Eiskönigin“ und „Encanto“ (welcher im selben Jahr rauskam).
Dennoch ist mir das Ganze immer mal wieder zu kitschig. Das liegt auch daran, dass die Love Story von Bell und dem Biest etwas zu abrupt passiert und leider auch wieder aufgelöst wird. Da habe ich mir nach dem emotionalen Finale wirklich noch etwas mehr Infos erhofft…
Ansonsten kann ich die Animation loben, die vor allem durch die zwei verschiedenen Stile profitiert: Während in der echten Welt ein klassischer 2D-Anime-Stil genutzt wurde, ist in der digitalen Welt von „U“ alles mit Cel Shading dargestellt. Daneben gibt es eindrucksvolle Verfolgungsjagden und Kampfszenen, die sehr spektakulär eingefangen wurden. Visuell ein wirklich sehenswerter Film! Ein paar Momente sind auch ganz klare Referenzen an den Disney-Film von 1991, besonders die Tanzszene ist stellenweise fast identisch inszeniert.
Fazit: „Belle“ ist ein sehr solider Anime, der mir zwar hier und da zu kitschig ist, aber seine kraftvollen und emotionalen Momente hat. Ich denke, dass besonders Teenager viel aus diesem Film mitnehmen können und generell sollte es viel mehr moderne Verfilmungen und Adaptionen klassischer Märchen geben, besonders wenn sie auf dem Niveau von „Belle“ sind. Kein Meisterwerk, aber sehenswert.
Mit Belle gelingt ein großer Wurf: eine vollkommen frische Neuinterpretation des Märchens Die Schöne und das Biest. Viele Fragen, die in unserer neuen Realität aufkommen, finden hier Raum und werden glasklar beantwortet. Es stellt den Menschen auf drei Ebenen auf: wer bist du anscheinend in der Welt, wer bist du innerlich wirklich - und kann ein Avatar dieses Innerste sichtbar machen? Anders als man zunächst glauben möchte, wird hier keineswegs dem schönen Schein gehuldigt, sondern letztlich herausgestellt, dass eine digitale Existenz wenig zählt im Vergleich dazu, wenn wir selbst in Aktion treten, um die reale Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Ästhetisch wie inhaltlich absolut fesselnder Film, der eine wichtige Botschaft vor allem für die heute heranwachsende Generation bereithält. Empfehlung!
Mit dem neuen Animefilm „Belle“ kommt „Die Schöne und das Biest“ für die Generation TikTok. Der Film ist ein Fest für Augen und Ohren, das nicht zuletzt einen erfrischend hoffnungsvollen Blick auf das Zeitalter des Internets offenbart. Der Regisseur zeigt mit dem Film, dass er ein zugleich visionärer als auch gefühlvoller Geschichtenerzähler ist und bringt ein spektakuläres, von melodischem J-Pop begleitetes Cyber-Märchen ins Kino… Ein wundervoller Film, der auf der Geschichte von „Die Schöne und das Biest“ basiert bzw. leicht angehaucht ist. Liebevoll gezeichnete Animationen treffen auf einen temporeichen, gefühlvollen und stimmungsvollen Soundtrack. Ein Film, in dem es ums Internet geht und um Trauer und Fragen rund ums Alleinlassen. Aus der Botschaft des Films geht hervor, dass nicht jeder singen kann oder ein Talent hat, selbst wenn er im Internet angemeldet ist. Wunderschöne Songs über die Liebe, eine ehrliche Geschichte über Plattformen wie YouTube und eine ehrliche Geschichte, in der es um Neid, Mobbing, Trauer und Zusammenhalt geht. Ein rundum gelungenes farbenprächtiges und funkelndes Abenteuer über die Welt der Musik. Der Humor wird in der Geschichte auch nicht zu kurzgehalten, genauso wie die Thematik, in der es um die Liebe geht! Wer jetzt nicht gerade ein schneller Leser ist, dass er die deutschen Untertitel mitlesen kann, dem ist auf alle Fälle die deutsche Fassung zu empfehlen. Ansonsten ist natürlich die japanische Fassung mit deutschen Untertiteln zu empfehlen, da durch die Originalstimmen die Stimmung ganz anders ist, als wenn man sich den Film in der deutschen Synchronisation anschaut. In der Botschaft der Geschichte geht es auch darum, dass man seine Träume leben soll und nicht aufgeben darf. Alles in allem geht es in dem Film um Mut, Selbstvertrauen, Gerechtigkeit und Macht!
Zwei meiner besten Freund*innen brachten mich einst darauf, mir die Filme DER JUNGE UND DAS BIEST sowie AME & YUKI – DIE WOLFSKINDER anzuschauen – ich bin ihnen noch heute dankbar für diese tollen Tipps, denn beide Filme haben es in die Riege meiner liebsten Filme überhaupt geschafft. Umso neugieriger machte mich der Film BELLE, der ebenfalls aus der Feder des gefeierten Regisseurs stammt und gleichzeitig die Essenz einer meiner liebsten Disney-Geschichten aufgreift und in einer Anime-Fassung kombiniert mit der modernsten Social-Media-Welt präsentiert. Ich liebe die Grundidee, die hinter BELLE steckt, und habe mich sofort in den Gedanken verliebt, die Filme unserer Jugend noch einmal im Anime-Format aufleben zu lassen. Hosoda erzählt eine wundervolle Romanze und greift viele soziale und gesellschaftliche Themen auf, die aktueller denn je sind und versucht, das Phänomen TikTok auf seine eigene Art und Weise zu entschlüsseln.
Lange Zeit macht das Werk vor allem durch beeindruckende Sounds und lebhafte, farbenprächtige Bilder auf sich aufmerksam, verliert mit der Zeit aber leider an Aussagekraft und verlässt zunehmend den Pfad des Erfolges. Es ist deutlich zu spüren, wie Hosoda zwanghaft eine moralische Aussage zusteuert und dafür jedes Risiko in Kauf nimmt. Dies ist leider teilweise sehr unangenehm, überladen und verwirrend und tut dem Film nicht gut, weshalb das Werk leider mit der Zeit stark an Qualität verliert. Dennoch möchte ich den Film empfehlen, denn ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.
Die gesamte Kritik gibt es auf riecks-filmkritiken.de/belle