Dogville
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,0
Veröffentlicht am 25. Juli 2025
Ein einzigartiges und düsteres Filmwerk!

Lars von Trier ist ein Name im Filmgeschäft, den viele sicherlich kennen: Er ist dafür bekannt provozierende Filme zu drehen, die nicht immer auf viel Anklang treffen, aber dennoch sehr sehenswert sein sollen. Sein Name taucht immer wieder auf und ich selbst hatte immer großes Interesse seine Filme mal zu sehen. Besonders „Dogville“ interessierte mich sehr, aufgrund der grandiosen Grundidee! Also dachte ich, ich beginne mit „Dogville“ von 2003. Dies ist zwar nicht der erste Film von von Trier (klingt komisch diese Formulierung, oder?), aber einer seiner ersten großen Projekte, in dem auch einige Hollywoodgrößen mitspielten. „Dogville“ ist eine besondere Filmerfahrung ganz im Stile Bertolt Brechts, die man gesehen haben muss, auch wenn ich den Film nicht perfekt finde.

In einem kleinen Dorf auf einem Berg namens Dogville, findet die flüchtige Grace Zuflucht. Besonders der junge Tom setzt sich für Grace ein, die offenbar ein Geheimnis umgibt. Doch Grace will sich in der Gemeinschaft einfinden und ihren Wert beweisen, um dort in Sicherheit vor den gefährlichen Leuten, die sie suchen, zu verweilen und zu leben…

Der Clou von „Dogville“ ist die Tatsache, dass der komplette Film auf einer Theaterbühne gedreht wurde. Das hatte schon bevor ich irgendetwas vom Film gesehen hatte, mein Interesse geweckt. Lars von Trier macht „Dogville“ somit zu einem besonderen Filmerlebnis, das nicht nur visuell unfassbar spannend anzusehen ist, sondern auch in Bezug auf die Geschichte und die Figuren sehr viel Sinn ergibt! Allein deswegen ist der Film sehenswert. Doch „Dogville“ trumpft auch mit einer klassischen, angehauchten Geschichte über die Menschen und ihre dunklen Abgründe auf. Themen wie Schuld, Kapitalismus und Arroganz werden auf eine spektakuläre und spannende Art dargestellt und blieben mir noch lange im Gedächtnis!

Paul Bettany, Stellan Skarsgård und auch Nicole Kidman überzeugen durch starke Performances, aber auch die restlichen Schauspieler machen eine tolle Arbeit. Kidmans Reaktionen auf das, was im Laufe des Films passiert, sind in meinen Augen nicht immer sehr passend oder nachvollziehbar, aber das gehört auch zu ihrer Figur, wie am Ende gut sichtbar wird.

Kommen wir nun aber zu meinen Kritikpunkten, denn obwohl ich „Dogville“ für etwas Besonderes halte, so gab es doch einige Dinge, die mich gestört haben. Die meisten davon betreffen technische Dinge, wie etwa die sehr wackelige Kamera. Hinzu kommen viele Schnitte, wenig Ruhe, das hat mir nicht zugesagt. Mir egal, ob das absichtlich so konzipiert war, die Kamera verhinderte leider oftmals, dass ich dem Geschehen in Ruhe folgen konnte. Teilweise war die Kameraarbeit sogar richtig schwach in meinen Augen, was mich sehr verwundert hat. Dabei ist das Konzept so toll, dass man jedereit alle Darsteller*innen sehen kann auf der Bühne. Das scheint bei von Trier aber nicht ungewöhnlich zu sein, denn „Melancholia“ leidet unter ähnlichen Problemen...

Soundtechnisch überzeugt „Dogville“ allerdings mit realistischen Geräuschen, die immer wieder erklingen, wie Fußstapfen, das Rauschen von Wasser und so weiter. Eine sehr interessante und auch sinnvolle Ergänzung zu einem ohnehin schon beeindruckenden Film. Die Musik war ebenso beeindruckend und ein schöner Kontrast zum teilweise verstörenden Geschehen. Hier muss ich dazu sagen, dass der Film in meinen Augen keinesfalls die FSK-12-Freigabe verdient hat, dafür behandelt er zu düstere Themen!

Fazit: „Dogville“ ist ein beeindruckendes Werk der Filmgeschichte! In meinen Augen scheitert der Film in recht simplen und technischen Dingen, was schade ist. Doch insgesamt ist „Dogville“ eine einzigartige Filmerfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2018
Mit dem Inszenierungsstil von Dogville muß sich jeder für sich anfreunden: eine leere Studiohalle dient als Stadt, Häuser, Straßen usw sind einfach nur mit Kreide auf den Boden gemalt, ein Hund existiert nur als Markierung auf dem Boden und anstelle der Berge ist nur eine weiße Wand zu sehen – der ganze Film ist als würde man ein Theaterstück sehen. Gerade durch diesen „Verzicht“ auf Wände ect. entstehen so manche eigenartige Szenen – als Grace zum ersten Mal vergewaltigt wird sieht man sie und den Täter im Hintergrund während direkt daneben Kinder spielen oder Leute vorbeigehen – sehr sehr eigenartig!Ungeachtet der seltsamen Inszenierung ist Regisseur und Autor Lars von Trier jedoch eine sehr scharf geschliffene und ordentliche Portraitierung einer Stadt und ihrer Menschen gelungen die ungeschönt zeigt wie die Bösartigkeit in scheinbar normalen Menschen zur Oberfläche kommt – dafür müssen sie dann beim harten Schluß auch bitter bezahlen. Und für Nicole Kidman ist dies eindach der perfekte Film in dem sie ihre patentierte Kummermiene eigentlich in keiner Szene absetzten muß. Daneben glänzt noch eine recht potente Starbesetzung. Trotzdem: jeder muß für sich entscheiden ob er mit der Theaterinszenierung des Stückes klarkommt – vor allem über die Länge von nahezu drei Stunden die der Film dauert!Fazit: Fieses Drama mit eigenartiger Inszenierung und tollen Akteuren – bleischwer und ewig lang!
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 2. Januar 2014
Es braucht viel, dass ich in die Hände klatsche.
Doch Dogville schafft es mit wenig eine 10 Minütige Standing Ovation von mir zu bekommen.
Marc-aus-Aachen
Marc-aus-Aachen

44 Follower 158 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 2. September 2012
Ein Film wie geschaffen für den Oberstufen-Deutschunterricht. Bertolt Brecht in Reinkultur. Das Feuilleton reibt sich schon die Hände, Von Trier ist ein zuverlässiger Garant für Rohmaterial, über das man sich in der Sonntagsbeilage seitenweise austoben kann.

So weit mein Gefrotzel. Andererseits fasziniert mich die abstrahierte Inszenierung auch. Sie stellt für sich genommen bereits einen Unterhaltungswert dar und erzeugt eine eigene, strenge Atmosphäre, die stellenweise droht, die Inhalte zu überdecken, zu verbergen. (ein generelles Problem starker Inszenierungen: sie faszinieren und erlauben es dem Regisseur, subversiv Weltanschauungen zu vermitteln).
Dmitrij Panov
Dmitrij Panov

25 Follower 99 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 12. März 2010
Menschen

Wie Tiere

Wie Hunde

Nein gar schlimmer als Hunde

Die in ihren Städten wohnen

Die sie "Menschenstädte" nennen und die doch

Hundestädte sind



Menschen

Scheinen so gütig

Scheinen so nett

Nehmen dich auf

Kümmern sich um dich, bis du verträumt

Den Kopf zum Himmel reckst

Und beissen dich dann

Und trinken dein Blut



Menschen

Sind ja so böse

So abgrundtief böse

Sie beissen und fressen und heulen

Manchmal mag ich wilde Tiere gar mehr



Menschen

Man kann sie doch nur hassen

Egal, wer, woher und was er oder sie macht

Immer werden sie zu dem was sie sind

Zu Tieren

Schlimmer noch

Kein Tier ist so schlimm wie ein Mensch

Wenn er nackt ist:



Menschen

Brauchen keine Häuser, keine

Ausgefeilten Umgebungen, um sich zu definieren

Brauchen einen Platz zum Stehen und einen Grund

Greifbar genug, um ihn zu zerquetschen

Um nackter zu erscheinen als sie

Es ohne ihre Haut wären



Menschen

Haben kein Verständnis

Und wenn doch, dann nutzen sie dieses

Kramen in deinem Geist, auf der Suche nach

Dem Etwas, was dich zu Staub zerfallen lässt

Geistig und moralisch



Menschen

Sagen "Moral" und "Anstand" und meinen

Den Dreck, den du dir aus tausend Metern nicht ansehen würdest

Um dich ja nicht zu besudeln



Menschen

Fressen sich gegenseitig

Wer braucht schon äußere Einflüsse

Die Menschheit frisst sich so gerne von innen auf

Das ist ein Freude



Menschen

Manche Menschen

Manipulieren gerne weil sie andere Menschen oder gar alle

Menschen hassen oder auch nicht

Mag man sehen wie man will

Manchmal ist der Hass ein Grund zum Lächeln



Und wenn ich mich dann für dieses Lächeln schäme

Dann denke ich daran

Dass auch ich ein Mensch bin

Und meine Scham löst sich auf

Wer trauert schon über Hunde

Nicht der, der niemals einen Hund hatte



Menschen

Und auch ich ein Teil von ihnen

Aber ich bin gewiss besser

Zwinker
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 12. März 2010
überragendes Kinoerlebnis, aber nicht für Hollywood Mainstream-Super Kameraeinstellungen-Fans. Die Feinfühligkeit der gezeichneten Charakteren in diesem Film sind atemberaubend, genauso sind die Menschen. Weiß nicht wie die dt. Synchronisation rüberkommt, aber im Englischen Original ist der Film unübertrefflich.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
selevio, werde dir deiner unwürdigkeit bewusst, einen weiteren film von v. trier ansehen zu dürfen. deine erbärmlichkeit in einer miserablen rezension ausdruck zu verleihen sucht ihresgleichen.
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