Ein einzigartiges und düsteres Filmwerk!
Lars von Trier ist ein Name im Filmgeschäft, den viele sicherlich kennen: Er ist dafür bekannt provozierende Filme zu drehen, die nicht immer auf viel Anklang treffen, aber dennoch sehr sehenswert sein sollen. Sein Name taucht immer wieder auf und ich selbst hatte immer großes Interesse seine Filme mal zu sehen. Besonders „Dogville“ interessierte mich sehr, aufgrund der grandiosen Grundidee! Also dachte ich, ich beginne mit „Dogville“ von 2003. Dies ist zwar nicht der erste Film von von Trier (klingt komisch diese Formulierung, oder?), aber einer seiner ersten großen Projekte, in dem auch einige Hollywoodgrößen mitspielten. „Dogville“ ist eine besondere Filmerfahrung ganz im Stile Bertolt Brechts, die man gesehen haben muss, auch wenn ich den Film nicht perfekt finde.
In einem kleinen Dorf auf einem Berg namens Dogville, findet die flüchtige Grace Zuflucht. Besonders der junge Tom setzt sich für Grace ein, die offenbar ein Geheimnis umgibt. Doch Grace will sich in der Gemeinschaft einfinden und ihren Wert beweisen, um dort in Sicherheit vor den gefährlichen Leuten, die sie suchen, zu verweilen und zu leben…
Der Clou von „Dogville“ ist die Tatsache, dass der komplette Film auf einer Theaterbühne gedreht wurde. Das hatte schon bevor ich irgendetwas vom Film gesehen hatte, mein Interesse geweckt. Lars von Trier macht „Dogville“ somit zu einem besonderen Filmerlebnis, das nicht nur visuell unfassbar spannend anzusehen ist, sondern auch in Bezug auf die Geschichte und die Figuren sehr viel Sinn ergibt! Allein deswegen ist der Film sehenswert. Doch „Dogville“ trumpft auch mit einer klassischen, angehauchten Geschichte über die Menschen und ihre dunklen Abgründe auf. Themen wie Schuld, Kapitalismus und Arroganz werden auf eine spektakuläre und spannende Art dargestellt und blieben mir noch lange im Gedächtnis!
Paul Bettany, Stellan Skarsgård und auch Nicole Kidman überzeugen durch starke Performances, aber auch die restlichen Schauspieler machen eine tolle Arbeit. Kidmans Reaktionen auf das, was im Laufe des Films passiert, sind in meinen Augen nicht immer sehr passend oder nachvollziehbar, aber das gehört auch zu ihrer Figur, wie am Ende gut sichtbar wird.
Kommen wir nun aber zu meinen Kritikpunkten, denn obwohl ich „Dogville“ für etwas Besonderes halte, so gab es doch einige Dinge, die mich gestört haben. Die meisten davon betreffen technische Dinge, wie etwa die sehr wackelige Kamera. Hinzu kommen viele Schnitte, wenig Ruhe, das hat mir nicht zugesagt. Mir egal, ob das absichtlich so konzipiert war, die Kamera verhinderte leider oftmals, dass ich dem Geschehen in Ruhe folgen konnte. Teilweise war die Kameraarbeit sogar richtig schwach in meinen Augen, was mich sehr verwundert hat. Dabei ist das Konzept so toll, dass man jedereit alle Darsteller*innen sehen kann auf der Bühne. Das scheint bei von Trier aber nicht ungewöhnlich zu sein, denn „Melancholia“ leidet unter ähnlichen Problemen...
Soundtechnisch überzeugt „Dogville“ allerdings mit realistischen Geräuschen, die immer wieder erklingen, wie Fußstapfen, das Rauschen von Wasser und so weiter. Eine sehr interessante und auch sinnvolle Ergänzung zu einem ohnehin schon beeindruckenden Film. Die Musik war ebenso beeindruckend und ein schöner Kontrast zum teilweise verstörenden Geschehen. Hier muss ich dazu sagen, dass der Film in meinen Augen keinesfalls die FSK-12-Freigabe verdient hat, dafür behandelt er zu düstere Themen!
Fazit: „Dogville“ ist ein beeindruckendes Werk der Filmgeschichte! In meinen Augen scheitert der Film in recht simplen und technischen Dingen, was schade ist. Doch insgesamt ist „Dogville“ eine einzigartige Filmerfahrung, die man sich nicht entgehen lassen sollte!