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Lemmiblog
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4,0
Veröffentlicht am 1. August 2026
DRECKIG, BRUTAL, EINE AUGENWEIDE
In Hongkong treibt ein Killer sein Unwesen der jeweils die linke Hand seiner Opfer abschneidet. Die beiden Cops Will und Chum nehmen sich der Sache an, doch statt des Killers finden sie nur weitere Leichen. Schnell müssen sie eine Lösung finden, sonst hat Hongkong bald mehr Leichen als Müll auf den Straßen.
Dieser Film geht ca. 118 Minuten und ist ab 18 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Thriller, komplett in schwarz-weiß, der uns mit nimmt auf eine Hetzjagd durch die schäbigen Straßen einer der größten Städte der Welt. Wow, was man hier besonders hervorheben muss ist die wunderbare Ästhetik des Streifens. Das weglassen jeder Farbe, beraubt dem Werk jeglicher Wärme und dies merkt man die ganze Zeit und ich liebte es. Unbehagen und Kälte spürt man fast selbst wenn man sieht wie die Charaktere im strömenden Regen durch Müll, Abfälle und gebrauchte Spritzen wandern. Besonders gut gefallen hat mir die Darstellerin von Wong To, was die hier abliefert verdient allerhöchsten Respekt. Die Action ist spannend inszeniert und so lang wie möglich drauf gehalten. Aus der Vogelperspektive entstehen so ein paar wunderbare Kontrast Aufnahmen. Was mir jedoch nicht gefiel war das ich mit den beiden Cops null Verbindung hatte, sie waren mir schlicht egal. Ebenso fühlte es sich an manchen Stellen zu gestreckt an, paar Minuten weniger und das ganze Ding wäre knackig gewesen. Die Handlung verliert sich in manche Teilen zu sehr in Nebensächlichkeiten, anstatt das große Ganze im Blick zu behalten. Am Ende bleibt ein Streifen der unterhaltsam und spannend inszeniert wurde. Die Hauptdarstellerin ist hier der große Ankerpunkt, denn mit ihr fiebert und leidet man. Abzüge muss man in Sachen Länge und Handlung vornehmen.
Von mir bekommt der Film 8/10 Punkten. Eine Welt versinkt in Chaos, Anarchie und Gewalt. Dies ist die Zeit die wir gewählt haben.
Autodiebin Wong To (Yase Liu) wird durch den erfahrenen Ermittler Cham Lau (Ka-Tung Lam) gezwungen, bei der Ergreifung eines Serienkillers zu unterstützen. Der junge Polizist Will Ren (Mason Lee) soll an der Seite von Lau mitarbeiten.
Soi Cheang zeigt als erfahrener Filmemacher seinen Fans ein dermaßen verregnetes dreckiges Hongkong, wie es in keinem Reiseführer beschrieben steht. Ein gekonnt in schwarz-weiß kontrastreich angelegtes Spiel mit Licht und Schatten zieht den Saal in den üblen wie faszinierenden Untergrund der chinesischen Metropole.
Der Regisseur arbeitet mit wenigen fantastischen Momenten. Zudem ist das bisschen Zeitverschachtelung nicht schlecht für die eher rasant vorgetragene lineare Story, deren Lücken leider mit Zufällen aufgefüllt werden müssen. Vieles passt zu gut zu schnell zusammen, aber der Erzählrhythmus des Genremovies gerät dafür nie ins Schwanken. Damit punktet der bereits 2021 entstandene „Limbo“ als eines der Highlights bei den Fantasy Filmfest White Nights 2023, zieht jedoch den Kürzeren gegen interessanter erzählte Geschichten wie „Feuerwerk am helllichten Tag“ (2014 von Yi’nan Diao) oder „A Touch of Sin“ (2013 von Jia Zhangke).
Als Gesetzeshüter erscheint Cham Lau reichlich emotional und mit speziellem Geruchssinn ausgestattet, der in manchem Müllberg das Besondere herausschnuppert. Will Ren strahlt nur zu Beginn eine gewisse Ruhe aus. Dass die in Mitleidenschaft gezogenen Figuren, vornehmlich die herausragend gespielte Wong To, hart um Resultate oder gar das eigene Leben kämpfen müssen, ist den Gesichtern zweifelsfrei ablesbar. Dies gelangt zu einer im Finale aufreibenden Steigerung, bis… „Endlich ist Ruhe“, sagte eine Stimme im Publikum.
„Limbo“ ist ein sehr konstruiert wirkender Thriller, der durch seine theatralisch stilisierte sowie fesselnde Atmosphäre besticht.