Bei solchen Filmen fragt man sich ja immer: Tut das Not? Braucht so ein Film wie “Tron” wirklich eine Fortsetzung? Zumal der ja damals ja auch nicht besonders erfolgreich war... Dennoch genießt der Film von 1982 einen gewissen Kultstatus, ich selbst hab den Film seinerzeit (als großer Computer- und Arcade-Spiel-Fan!) damals mit meinen Kumpels sehr gefeiert.
Jetzt versucht man, die stylishe Optik ins 21. Jahrhundert zu hieven, was rein visuell absolut gelungen ist. Der Film sieht unheimlich beeindruckend aus, untermalt von einem treibenden Synthi-Sound, das ist absolut stimmig und fängt auch den Spirit des ersten Teils voll ein. Insofern habe ich mich diesbezüglich voll abgeholt gefühlt, selbst wenn man sich an den optischen Reizen im Verlauf von fast 2 Stunden auch schnell satt sieht. Das Highlight, was schon im ersten Film saugeil war, das Lichtmotorradrennen wird dann dementsprechend auch schon nach knapp der Hälfte der Laufzeit verheizt.
Diesem fantastischen audiovisuellen Overkill steht eine mehr als lahme Storyline gegenüber. Wenngleich die Idee ganz lässig ist, dass Sam Flynn in der virtuellen Welt auf seinen Vater trifft, so ist doch die Umsetzung ziemlich blöde. Die Gründe, warum sein Vater nicht zurückgekehrt ist und die ganze Geschichte um seinen Klon Clu (furchtbar: der CGI-verjüngte Jeff Bridges!) und seinem Putsch, ist sowas von hanebüchen und bescheuert, das glaubt man gar nicht. Das macht alles überhaupt keinen Sinn und ist völlig unglaubwürdig. Immerhin gibt’s ein kurzes Wiedersehen mit Bruce Boxleitner, dem “echten” Tron, aber auch das hilft nur wenig.
FAZIT: Visuell absolut betörendes, faszinierendes Kino, unterlegt mit einem coolen, passenden Sound, das hätte ein geiler Film und vielleicht ein würdiger Nachfolger werden können! Aufgrund einer vollkommen bescheuerten Story bliebt die ganze Angelegenheit aber als Rohrkrepierer stecken und kann sich überhaupt nur wegen der saugeilen Optik knapp über den Durchschnitt retten.