Im Stile einer Dokumentation mit Laiendarstellern aufgemacht, zeichnet der Film ein erschreckend aktuelles Bild von Amerika. Obwohl er mittlerweile 55 Jahre alt ist, hatte ich beim Anschauen ein sehr unwohles Gefühl, vor allem in Anbetracht der Dinge, die gerade so in den USA passieren. Dass Der wahnsinnige Trump gerne solche faschistischen Zustände, wie sie im Film gezeigt werden, hätte, ist wohl leider näher an der Realität, als man so denkt.
Der Film hat eigentlich keine Handlung im engeren Sinne, wir sehen einer Gruppe von Gefangenen zu, wie sie durch die Wüste rennen, dazu sehen wir im Wechsel gegengeschnitten die Wärter in ihrem Alltag, das Ganze wird dann nochmal unterbrochen durch Interviews oder Befragungen oder Verhöre (wie soll man das nennen?) von Beschuldigten, die irgendwie in einer Art Schnellverfahren verurteilt werden. Wesentlich mehr passiert eigentlich nicht, dadurch wird das Geschehen schnell redundant und auch richtiggehend langweilig. Das politisch-anarchische Schwadronieren der Gefangenen ist auf die Dauer auch etwas nervig und bietet vor allem im Verlauf wenig Neues. Mich hat das (auch inhaltlich) an die Gerichtsverhandlungen von Andreas Baader und seinen RAF-Kollegen erinnert, die haben sich ganz ähnlich und auch in dem gleichen aggressiven Tonfall gegenüber den Richtern aufgespielt. Spannend.
FAZIT: Seinerzeit hat “Strafpark” für eine enorme Welle gesorgt und wurde gleichmal vom Fleck weg verboten. Heute erinnert er auf sehr unangenehme Weise an die Ideologie der Trump-Regierung, hat aber darüber hinaus eigentlich wenig zu bieten. Es gibt kaum Spannung, inhaltlich sind die Ausführungen der Gefangenen schnell redundant, auch ist das Zuschauen, wie Leute durch die Wüste laufen, auf die Dauer wenig interessant. Als zeithistorisches Dokument interessant, darüber hinaus gibt’s aber keine Empfehlung von mir.